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den Beeren. entfloss. Die grösste Mehrzahl dieser Pflanzen verweist auf ein milderes Klima, als es heute in Mitteleuropa herrscht und aus sehr umfangreichen Studien hat daher auch O. Heer den Schluss gezogen, dass das Klima zur Miocänzeit ein subtropisches gewesen sein müsse, dem eine mittlere Jahrestemperatur von 18,50© entsprochen habe.
7. Dinotheriensande.
Mit dem Schlusse der Miocänzeit stellten sich für alle Gegenden Europas bewegte Zeiten ein, in denen sich grosse Veränderungen in der Verteilung von Land und Wasser vollzogen. Länderstrecken, die bis dahin Festland waren, wurden von dem Meere oder von Süsswasseransammlungen wieder in. Besitz genommen, andere ‚dagegen wurden blossgelegt. Auch im ganzen.Gebiete des Mainzer Beckens erfolgte eine langsame Senkung des Bodens und die oberrheinische Tiefebene von Basel bis Mainz und Frankfurt verwandelte sich in einen pliocänen Süsswassersee, in den Gerölle, Sande und Tone mit Braunkohleneinlagen von den zuströmenden Gewässern abgesetzt wurden. Der Rhein und seine Nebenflüsse Main, Neckar und die anderen waren damals noch nicht vorhanden, und die Randgebirge besassen noch nicht die Höhe, die ihnen heute eigen ist. Höchst wahrscheinlich wurden daher die Sedimente von-Norden her eingeführt, worauf besonders auch der Umstand hindeutet, dass die Sande und Tone fast vollkommen kalkfrei sind und gar keine Gerölle von Buntsandstein, Muschelkalk, Alpengraniten, Syeniten des Ödenwaldes und dergleichen einschliessen, die sonst in den diluvialen Sanden häufig sind. Die Sande sind sehr verschieden gefärbte, sehr reine Quarzsande aus abgerollten Quarzkörnchen. Manchmal werden sie etwas toniger und bilden dann die sogenannten Klebsande, wie sie besonders schön in der Vorderpfalz und bei Ost- und Westhofen in zahl- reichen grossen Gruben gegraben.werden. Die Tone sind entweder zarte, weisse bis gelbliche Kaoline wie bei Grünstadt, Neuleiningen in der Pfalz oder graue plastische Tone. Sie finden ausgiebige Verwertung in der Porzellan- und Steingutfabrikation. Merk- würdigerweise fehlen den Tonen wie den Sanden Molluskenreste jeglicher Art. An manchen Orten aber sind den Tonen Braunkohlenstreifen oder kleinere Flöze eingebettet, deren Kohlen locker und aschenreich und daher wenig brauchbar sind. Nichtsdestoweniger beanspruchen sie unsere Aufmerksamkeit, weil sie durch ihre häufigen Versteinerungen einen Einblick in die Flora jener Zeit gestatten. Solche interessante Fundstellen wurden bei Niederrad und’ Höchst bei dem Bau der Höchster Mainschleuse aufgedeckt und von Geyler und Kinkelin ausgebeutet. Nach ihren Angaben haben sie dort folgende Pflanzen aufgefunden: Zunächst sehr häufig die Sumpfcypresse, die schon zur Miocänzeit in unserer(fegend zahlreich war, dann die Bergföhre und die Zirbelkiefer, die gegenwärtig in den Alpen und im hohen Norden wachsen, ferner die Weymutskiefer, die Rottanne, die gemeine Lärche und Birke, eine Buche, die Haselnuss, Wallnuss, einen Amberbatm, der dem jetzt in Kleinasien und Nordamerika wachsenden sehr ähnlich ist, und einen Hyckorybaum. Aus den Braunkohlenlagern der Wetterau sind durch Ludwig noch folgende Gewächse bekannt geworden: ein Schwamm Polyporus, die für das Oberpliocän sehr charakteristische Pinus Cortesii, die der die Küstenstriche der östlichen Mittelmeer- länder bewohnenden Allepokiefer nahe verwandt ist, ein Eibenbaum, verschiedene See- rosenarten, Magnolien, Rosskastanien, Ginstern, eine Weinrebe, eine Kirsche und eine Pflaumensorte. Ein Vergleich dieser Pflanzenwelt mit der der Miocänzeit zeigt die auf- fallende Tatsache, dass die immergrünen Bäume ganz zurückgedrängt und durch Holz-


