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sind in den Kongretionen, die dann hauptsächlich bei Igstadt am Taunus gefunden werden, Krebse, die der Gattung Coeloma taunicum, einer Krabbe, angehören, eingebettet. Hänfig stellen sich noch Toneisensteinnieren, sowie krystallisierter Gips in Einzelkrystallen oder Krystallgruppen ein. Schwefelkies in Form von Körnchen oder Kryställchen ist oft verstreut in den Tonen enthalten und meistens zu Eisenvitriol umgewandelt. Auch ist den Tonen Kieselsäure in Form von feinen Sanden beigemengt, die die Tone alsdann für die Cementfabrikation brauchbar macht. Während in den meisten Septarientonen zahlreiche Versteinerungen vorkommen, sind diejenigen Rheinhessens und ganz besonders. die unserer Umgegend fast ganz frei von solchen, und nur vereinzelt wird das Leitfossil Leda Deshayesiana angetroffen. Dagegen wird überall, wo Schlemmproben veranstaltet werden, eine grosse Menge mikroskopisch kleiner Kalkskelette von Foraminiferen aufgefunden. Ueber die Flora des Septarientones geben uns zahlreiche Pflanzenreste, die bei Flörsheim am Main entdeckt wurden, guten Aufschluss. Aus ihnen erfahren wir, dass zahlreiche Nadelhölzer: Sequoia, Libocedrus, Pinus, Podocarbus, ferner eine immer- grüne Myrica, eine Zitterpappel, eine Hainbuche, eine immergrüne Eiche mit gezähnten Blättern auf den Höhen des Taunus und der Pfälzerberge wuchsen, und Palmen, Sago- palmen, mit denen noch die Gewürzpflanzen der Zimt-, Kampfer- und Lorbeerbätume, die Banksien und der Eukalyptus untermischt waren, die Niederungen bedeckten.
Im Mainzer Becken sind die Septarientone über den Meeressanden abgelagert, wie man sehr gut in den Steinbrüchen und Sandgruben von Flonheim, Hackenheim, Biebelnheim und an anderen Orten beobachten kann. Diese Bildungen sind daher jünger als die Meeressande. Ihre Mächtigkeit beträgt nicht über 50 m. Die Septarientone- sind weit verbreitet und fast immer auch da zu finden, wo die Meeressande auftreten. Sehr häufig füllen sie die Talniederungen aus und bilden wegen ihrer Undurchlässigkeit sumpfigen und nicht besonders fruchtbaren Ackerboden. Dagegen eignen sie sich zur Herstellung guter und feuerfester Ziegelsteine,
3. Die Öyrenenmergel.
Auch während des nun folgenden Abschnittes der Tertiärzeit waren die Be- wegungen in unserer Erdrinde nicht zur Ruhe gekommen, sondern neue tiefgreifende Veränderungen bereiteten sich in dem grossen Senkungsgebiete des Mittelmeeres vor. Wiedereintretende Senkungen veranlassten das Meer sich weiter nach Süden zurück- zuziehen und verursachten eine langsam beginnende Auffaltung der Alpen, mit der auch eine Hebung bestimmter Länderstrecken Süd- und Mitteldeutschlands und insbesondere auch des Meeresgebietes des Septarientons verbunden war. Infolge hiervon wurde der Zusammenhang dieses Meerbusens mit dem nördlichen Tertiärmeer und dem Mittelmeer unterbrochen und eine langsame Aussüssung des neugebildeten Salzwassersees verbreitet. Dies belehren uns die während jener Zeit erfolgten Sedimente, die in ihren unteren Schichten noch vorherrschend marine Mollusken, wie Pectunculus ovatus, Cardium scobinula, Chenopus tridactyllus und andere aufweisen, in den oberen dagegen schon eine Anzahl brackiger Formen wie Cerithium margaritaceum, Cyrena semistriata und Mytilus beherbergen. Diese Gesteinsmassen sind überall im Mainzer Becken und in der oberrheinischen Tiefebene über den Septarientonen abgelagert und bilden ein bis 100 m mächtiges Schichtensystem von Mergeln, Tonen, Quarzsanden und dünnen Braunkohlen- flözen, das nach seinem Leitfossil der Cyrena semistriata den Namen„Oyrenenmergel“


