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heit der Sande oft stark beeinflussen. Herrschen Sandsteine wie in der Hardt und dem Pfälzer Gebirge vor, so sind die Sande reine Quarzsande mit wenig Ton, bildet Kalk die Unterlage, so werden sie zu Kalksanden, und in Gebieten mit Eruptivgesteinen sind sie entweder durch.zahlreiche Porphyrstückchen zu Porphyrsanden umgewandelt oder von eckigen, dunklen Melaphyrkörnchen wie z. B. bei Alzey und Weinheim stark durchsetzt. In den unteren Lagen herrschen stets Gerölle vor, während nach oben die eigentlichen Sande folgen. Die Meeressande sind niemals geschichtet, sondern nur geschottert, wie Lepsius diese scheinbare Schichtung genannt hat. Meist sind diese Sande sehr gleich- mässig. Nur selten werden Knollen von Kalk, Baryt, Brauneisenstein oder Manganoxyd angetroffen. An manchen Orten dagegen, wie z. B. bei Alzey, treten bemerkenswerte Kalksandsteinknollen und Bänke in ganz bestimmten Horizonten auf, durch die die ganze Sandablagerung in eine Anzahl von Abteilungen geschieden werden kann. Ragen diese Knollen, die in Wirklichkeit langgestreckte Blöcke von brodförmiger Gestalt bilden, nur mit ihren abgerundeten Enden aus dem Sande hervor, so lassen sie sich mit einer Reihe mächtiger Steinbomben vergleichen, wie solche in der Trift bei Weinheim beobachtet werden können. Früher wurden diese Gebilde wegen ihrer blauen Farbe und ihrer Härte für Silikatgesteine angesehen, doch hat sich gezeigt, dass sie aus Sanden bestehen, die durch Kalk fest verkittet und häufig von Muschel- und Schneckenschalen ganz und gar erfüllt sind. Wegen seiner ganz erstaunlichen Härte wird dies Gestein zu Pflasterstein und zu Stückmaterial bei Chausseebauten benutzt. Eine ähnliche irr- tümliche Ansicht hatte auch über die Halitheriumrippen bestanden, die wegen ihres glänzenden Bruches und der äusserst scharfen Bruchkanten für verkieselt gehalten wurden, bis die chemische Analyse nur kohlensauren und phosphorsauren Kalk nach- gewiesen hat.
Im Mainzer Becken besitzen die Meeressande eine weite Verbreitung und haben fast ausschliesslich von dem Rande desselben Besitz ergriffen, sodass es den Anschein hat, als ob sie nur dortzur Ablagerung gekommen seien. Doch wie uns die vereinzelten Vorkommen im Innern des Beckens bei Hillesheim, Dorndürkheim und Lörzweiler, wo ‚der Meeressand mitsamt dem unterliegenden Rotliegenden hervorragt, beweisen, muss er unter dem ganzen Untergrunde unter den jüngeren Schichten durchstreichen. Sein Ausbreitungsgebiet erstreckt sich in unserer Gegend von Mauchenheim über Alzey, Flonheim, Wendelsheim, Fürfeld, Kreuznach bis nach Waldlaubersheim.
2. Die Septarientone.,
Schon zur Zeit,'als die Meeressande entstanden, begann wiederum eine Senkung des Meeresbodens, die eine geraume Spanne Zeit anhielt. Während dieses Vorganges wurden in dem nun mehr vertieften Meeresbecken eigentümliche feine grüne Tongebilde abgesetzt, die man Septarientone benannt hat. Es sind dies grünlichgraue oder blaugraue Tone und Tonmergel mit eigentümlichen Kalkkonkretionen, nach deren Bezeichnung „Septarien“ diese ganze Stufe ihren Namen erhielt. Diese Septarien bestehen aus nierenförmigen Kalkknollen von Nuss- bis Kopfgrösse, in denen durch Zusammentrocknen regellose Klüfte und Spalten entstanden sind. Zuweilen sind dieselben ziemlich regel- mässig angeordnet, sodass kleinere Spalten von einem Hauptspalt ausgehen. In diesen Sprüngen haben sich häufig weingelbe Kalkspatkrystalle und andere Mineralien ausge- ‚schieden. Die Septarien treten hauptsächlich in den unteren Schichten auf. Manchmal
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