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maliger Wiederholung, dass alle unsere Kenntnisse aus den Sinnen kommen, und zwar hauptsächlich aus dem Tastsinn, weil er es sei, der die andern instruire. 5⁴)
Hiermit haben wir Condillac'’ Psychologie ihren Hauptgrundzügen nach zur Darstellung gebracht, gehen wir nun zu jener Bonnet's über. 55).
Bonnet bestimmt den Zweck seines Buches dahin, dass er die Mechanik unserer Ideen auseinandersetzen will. Er setzt als über jeden Zweifel erhaben voraus, dass dem Menschen alle Ideen, selbst die abstractesten, nur durch Hülfe der Sinne zufliessen. 8⁶)
Von diesem Gesichtspunkte aus richtet er seine Untersuchungen auf die in dem körperlichen Organismus enthaltenen nächsten Bedingungen der Sinneswahrnehmungen. Wirkt nämlich die Seele auf ihren Körper und durch denselben, so muss man immer auf physicalische Gründe, als auf den ersten Ursprung aller Erfahrungen der Seele zurückkommen. 87)
Bonnet geht von der Voraussetzung aus, dass der Mensch ein aus zwei Substan- zen bestehendes Wesen sei 8s), von denen die eine materiell, die andere unmateriell ist, be- merkt aber sogleich dabei, dass die Seele einfach und untheilbar sei. 8 ⁹)
Der Mensch, unter diesem Gesichtspunkt aufgefasst, zeigt uns Erscheinungen, welche zwei Substanzen zusammen angehören. Diese Erscheinungen müsse man studiren, und stellte er sich zu diesem Zwecke einen Menschen vor, welcher mit allen Sinnen be-
abt ist, aber noch keinen Gebrauch davon gemacht hat, in Gestalt und Form einer tatue. 9⁰)
64) Ib. p. 416, IV. P., chap. IX. Nous ne saurions nous appliquer toutes les suppositions que j'ai faites: mais elles prouvent au moins que toutes nos connoissances viennent des sens, et particulièrement du toucher, parce que c'est lui qui instruit les autres etc.
63) Charles Bonnet, geb. zu Genf 1720, stammte aus einer französischen reformirten Familie, die sich 1572, um den Verfolgungen in Frankreich zu entgehen, dort niedergelassen hatte. Seine erste natur- historische Abhandlung:„Ueber die Blattläuse“ erwarb ihm schon in seinem 20. Jahre die Auszeichnung, von der Academie der Wissenschaften zu Paris als correspondirendes Mitglied aufgenommen zu werden. Später ehrten die Societäten der Wissenschaften zu Göttingen und Montpellier seine Verdienste im Fache der Naturkunde auf gleiche Weise und er ward auch Mitglied der Academien zu London, Stockholm und Bologna. Von 1752— 1768 nahm er an dem grossen Rath zu Genf Theil. Seit 1768 lebte er auf seinem Landgute zu Genthod am Ufer des Genfer See's. Er starb 1793. Seine wichtigsten Schriften, die für uns in Betracht kommen, sind: 1) Essai de psychologie ou considérations sur les opérations de l'ame sur l'habitude et sur l'édu- cation, auxquelles on a ajouté des principes philosophiques sur la cause première et sur son effet, erschien anonym zu London 1755. 8.
2) Essai analytique sur les facultés de l'ame. 2 Bde. Kopenhagen und Genf, zuerst 1759, dritte Ausgabe 1775. 8.
3) La palingénésie philosophique ou idées sur l'état passé et sur l'état futur des êtres vivants. Genf. 1769. 2 Bde. 8.
66) Essai analytique, préface: Tous les philosophes conviennent aujourd'hui que nos idées tirent leur origine des sens; j'ai donc dirigé mon attention de ce côte là.
Vergleiche auch den§. 19. Alle unsere Ideen kommen also ursprünglich von den Sinnen her und unsere Statue, welche noch keinen Gebrauch von ihren Sinnen gemacht hat, ist also auch ohne alle Ideen. Ich nehme hier das Wort Idee in dem weitesten Verstande, für jede Bestimmung der Seele, deren sie sich selbst bewusst ist. Im§. 21 sagt er weiter: Weil wir also durch keinen andern Weg als durch die Sinne zu Ideen gelangen, so folgt, dass die Seele nicht anders als durch Vermittelung des Körpers handelt. Er ist die erste Quelle aller Veränderungen der Seele: sie ist alles das, was der Körper sie sein lässt.
²))§§. 17, 19, 21.— ²⁸)§. 1.
6s) Essai de psychologie ou considérations sur les opérations de l'ame etc. S. 108, 109 u. folg. auch S. 346.— ¹²)§§. 9—17.


