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Zukunft sehen, dem Masse verdanken wir die deutlichsten Ideen. Drei Dinge tragen zum Urtheile bei, welches wir über die Dauer fällen: 1) Die Folge unserer Ideen, 2) Die Kenntnisse der Sonnenläufe ¹⁸), 3) Die Verbindung der Ereignisse bei diesen Umläufen.
Daraus nun folge, dass dem Einen die Tage lang, und die Jahre kurz, dem Andern die Tage kurz und die Jahre lang vorkommen. ¹⁹)
Schläft die Statue ein, wenn die Sonne aufgeht, erwacht sie bei deren Unter- gang, so urtheilt sie, dass ihr Schlaf eine gewisse Zeit gedauert, und hat sie nicht ge- träumt, so glaubt sie gedauert, ohne gedacht zu haben; hat sie geträumt, so hat sie ein besseres Mittel, sich von der Dauer zu überzeugen. Die IIlusion der Träume aber erkennt man an der frappanten Art, mit welcher sie den Kenntnissen widersprechen, welche man hatte, bevor man einschlief und in denen man sich beim Erwachen bestärkt. 8⁰)
Ist Gesicht mit Tastsinn, Gehör und Geruch verbunden, so wird die Kette der- Kenntnisse grösser, die Combinationen verschiedener, die gesammten Ideen gestalten im Schlafe tausend verschiedene Associationen; die Begriffe dessen, was wir Sensation nennen, werden allgemeiner, das Gesicht, verbunden mit Tastsinn, lernt die Kraft gebrauchen, die Einbildungskraft hat die frühere Lebhaftigkeit nicht mehr so nöthig, da man sich jetzt eher Empfindungen verschaffen kann, und sie nicht einzubilden braucht. ³¹)
Hat die Statue Hunger, so greift sie nach Allem; stösst sie auf reizende Früchte, so greift sie darnach, wiederholt sie dies öfters, so lernt sie ein neues Bedürfniss, aber auch ein neues Organ kennen, welches dieses befriedigen kann. Der Hunger ist nicht mehr ein Gefühl, das kein bestimmtes Object hat, sondern hat alle Fähigkeiten, sich Ge- nüsse zu verschaffen, die ihn zerstreuen können. 5²)
Im Besitz des Tastsinns und des Geruchs bemerkt die Statue die Eigenschaften der Körper vermittelst der Beziehungen, die diese zu jenen beiden haben, und macht sich Ideen von zwei Arten von Empfindungen, solche des Tastsinns und solche des Geruchs, und so ist es auch, wenn wir Gehör, Gesicht, Geschmack obigen zwei Sinnen hinzufügen, kennt sich nun in fünf Arten von Empfindungen, auch kann sie jetzt, was sie wünscht, erlangen, ohne die Einbildung anzustrengen, und wird sie, da sie bei Vereinigung der fünf Sinne gewinnt, dafür entschädigt, was sie an der Einhildung verliert, sie kann sich jetzt den Eindrücken der Körper überlassen oder entzichen, ihre Begierden werden Thätigkeit aller Fähigkeiten, deren sie fähig ist.
Die Statue, zum vollständigen Gebrauche ihrer Sinne gelangt, lernt durch die Erfahrung die Mittel kennen, ihre Bodürtnisse zu beschränken oder zu befriedigen und gelangt zum Nachdenken über die Wahl derselben. Hierdurch erhebt sie sich zur FFülens- rreiheit, welche nichts anderes ist, als die Bestimmung des Willens durch Ueberlegung, und gelangt zur Vernunft, die in der Kenntniss der Art und Weise, wie wir die Ope- rationen der Scele anzuordnen und zu leiten haben, besteht ³³). Er schliesst mit noch-
¹6) Ib. p. 333.— ²³) Ib. p. 333, 329— 335, III. P., chap. III.—VIII.— ⁶⁰) Ib. p. 335.
*1) Ib. p. 338— 341, III. P., chap. X.—XI. La chaine des connoissances en est donc plus étendue, les combinaisons en varient davantage, et les idées interceptées occasionnent dans le sommeil mille associa- tions différentes..... Aussi l'imagination cesera-t-elle de retracer les couleurs avec la même vivacité; parce que plus il est facile de se procurer les sensations mêmes, moins on s'exerce à les imaginer. Vergl. hierüber das ganze angezogene Kapitel.— ²²) Ib. p. 341— 344.
*s) Ib. p. 352— 416, IV. P., chap. IL.—IX.


