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Sind Gesicht, Geruch, Gehör und Geschmack vereinigt, so besitzt die Statue das, was sie durch die Vereinigung der drei letztern auch hat, ist aber immer noch auf sich selbst beschränkt, kann sich der Aussenwelt noch nicht manifestiren; wie sie zu diesem gelangt, wird in folgendem klar. 5⁴)
Die Statue. auf das Gefühl beschränkt, hat Grundgefühl, welches für viele Modi- ficationen empfänglich ist, sie weiss aber nichts von Ausdehnung, nichts von ihrem Kör- per, weiss nicht, dass es ausser ihr noch solche gebe. Gehen nun bei Gelegenheit des Vergnügens und Missvergnigens Bewegungen in ihr vor. so fchlt ihr das Interesse, die- selben zu studiren, findet dabei aber, sobald solche sich wiederholen und verschieden sind, in dem sie gleichsam gezwungenermassen ihre Hand auf sich selbst bringt, dass sie einen Körper habe, und dass es, weil sie sich selbst nicht wieder in jenen findet, welche sie be- rührt hat, es andere gebe; hierdurch geräth sie in Erstaunen, und daraus entsteht die Unruhe, da sie wissen will, wo sie ist. Zum Tasten kommt sie, weil die Bewegungen, welche die Natur sie machen lässt, ihr bald angenchme, bald unangenehme Empfindungen, welche sie geniessen oder vermeiden will, verschafft. Diese Bewegungen muss sie aber erst noch lenken lernen 5⁵). und müssen ihr solche zur Gewohnheit werden, sie auch be- fühigen, für ihre Erhaltung Sorge zu tragen; nur auf diese Weise zu Stande gekommene Bewegungen entsprechen den Begierden ihrer Seele und lassen sie sich nach ihrem Willen bewegen. Gelangt sie fortschreitend zum Gebrauch aller Glieder, so sind die verschiede- nen Arten des Vergniügens und Schmerzes die Quellen ihrer Bedürfnisse. Festes und PFlüssiges, Hartes und Weiches, Bewegung und Ruhe geben ihr Vergnügen, besonders aber das Vergleichen und Urtheilen; ihre Begierden erstrecken sich auf das, was sie er- greift, fasst, liebt, hasst, hofft, fürchtet und will. 49)
Begehrt sie eine neue Empfindung, so bewegt sie sich auch, um den Gegenstand, der ihr eine solche verschaffen kann, zu suchen, und dies geschieht so oft, als sie sich angenehmer Empfindungen erinnert. Sie bewegt sich einmal, zweimal, ja sogar mehrere- male und bemerkt, dass sie nicht immer den gleichen Ort durchläuft. Das erregt, indem sie gewahrt, dass es für sie Entdeckungen gibt, ihre Neugierde, oder das Verlangen nach etwas Neuem; diese wird für sie ein Bedürfniss und die Triebfeder zu ihren Thätigkeiten. Ihre Bewegungen werden jetzt nicht nur von der Freude, sondern auch von der Furcht, wenn sie eine Aenderung des Zustandes fürchtet, influenzirt. Diese Furcht ruft aber eine Art Sorgfalt, welche ihre Bewegungen leiten soll, hervor. ⁵*)
Vergnügen gibt der Statue den Willen zur Bewegung. Furcht und Schmerz aber Sicherheit; Bewegungen sind also vom Angenehmen oder Unangenchmen geleitet, ihre Ordnung ist entweder aus zufälliger Begegnung der Gegenstände, oder aus der Einfach- heit der Bezichungen entstanden. Ihre fdeen nun über Solidität, Härte u. s. w. veran- lassen sie, weil sie verschieden beschaffene Körper berührt, dass sie vergleicht und urtheilt, und die Körper auch unterscheidet. Je mehr sie sich im Urtheilen übt, desto mehr wird sie es nun dahin bringen, sogar die feinsten Nüancen zu unterscheiden, und wird dem zu Folge ihre Neugierde auch zunehmen und sie soweit bringen, dass sie Ideen von Figuren bekömmt und bemerkt, dass alle Figuren sich nicht gleichen, weil sie auch ihren Unter- schied wahrgenommen hat. ⁵8)
54) Ib. p. 163— 166, chap. XII.,§. 1— 10.— 53) Ib. p. 166— 192, cuap. I.—VI. ³³) Ib. p. 192— 197, chap. VI.,§. 1—8.— 51) Ib. p. 197— 205, chap. VII. 56) Ib. p. 205— 216, chap. VIII,§. 1— 15.


