Aufsatz 
Darstellung der Psychologie bei Condillac und Bonnet : philosophische Abhandlung / von Paul Mülhaupt
Entstehung
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der Lebhaftigkeit, womit die Vermögen der Seele sich auf ein Gut richten, dessen Genuss ihr zur Nothwendigkeit wird. Die Wirksamkeit dieser Vermögen ist die Begierde ³⁸); wird solche herrschend, so entsteht die Leidenschaft 36). Hat sie solche, so muss sie noth- wendigerweise Liebe und Hass, Hoffnung und Furcht haben. 4))

In Folge der Erfahrung, Begierden befriedigt zu haben, und in Folge des Inter- esses, dass es auch künftig so gehen mäge, entsteht der Wille. ³8)

Dieser ist eine Begierde, welcher durchaus auf Befriedigung dringt und mit der Vorstellung verknüpft ist, der verlangte Gegenstand sei ausführbar oder erreichbar. 3⁰)

Abstracte und allgemeine Begriffe ⁴⁰) bildet die Secle dadurch, dass sie Vorstel- lungen von Zufriedenheit oder Unzufriedenheit) als mehreren ihrer Zustände gemeinsam erkannt und sie von den Wahrnehmungen particulärer Zustände absondert; auch gelangt sie durch Unterscheidung mehrerer erlebter Zustände zu der Vorstellung von Zahl und Dauer. ⁴²)

Die Persönlichkeit ⁴4) der Statue wird so deducirt: In Folge der begonnenen Wirksamkeit des Gedächtnisses der Statue tritt niemals ein bestimmter(deruch als Modi- fication ihres Daseins ein, ohne dass nicht in ihr die Erinnerung erweckt würde, früher ein anderer Geruch gewesen zu sein. Hierin besteht ihre Persönlichkeit), denn, wenn sie Ich sagen könnte, würde sie es in jedem Augenblick ihrer Dauer sagen, und jedesmal würde ihrIch alle Augenblicke umfassen, deren Andenken sie bewahren wiürde 45).

Aus all diesem wird bewiesen, dass die menschliche Intelligen⸗ 46) mit einem ein- zigen Sinn dieselben Fähigkeiten besitzt, als sie durch die Wirksamkeit der fünf vereinig- ten erlangt, denn auf diese Weise können sämmtliche Vermögen der Seele hergeleitet wer- den, nämlich: Sich erinnern, vergleichen, urtheilen, unterscheiden, einbilden, abstracte Vor- stellungen von Zahl und Dauer zu gewinnen, allgemeine und besondere Wahrheiten zu erkennen, Begierden und Leidenschaften zu hegen, Gewohnheiten und Fähigkeiten anzu- nehmen, alle diese Vermögen sind aber, wie gezeigt, verschiedene Arten einerseits der Aufmerksamkeit, andererseits der Begierde oder des Verlangens, beide aber sind sinnlicher Natur, folglich schliessen die Sinnesempfindungen alle Fähigkeiten der Seele in sich, und hätte er dieses, wie er sagt, ebenso gut von jedem andern Sinne sagen können, wenn er damit angefangen hätte. ¹¹)

¹s) Ib. p. 90,§. 1. ¹c) Ib. p. 91,§. 3. 3) Ib. p. 92,§. 5.) Ib. p. 94,§. 9.

³) Ib. p. 95. Dèés-lors elle ne se borne plus à desirer: elle veut; car on entend par volonté, un desir absolu, et tel, que nous pensons, qu'une chose desirée est en notre pouvoir.

¹0) Ib. p. 96,§. 2. ¹¹) Ib. p. 97,§. 4. ) Ib. p. 98,§. 5. Vergl. hierüber noch den Schluss des 4. Kapitels und: Handbuch der allge-

meinen Geschichte der Philosophie für alle wissenschaftlich Gebildete, von Ernst Reinhold, zweiter Theil, Gotha 1829, S. 494, 495 u. folg.

¹¹) Ib. p. 118. ¹u) Ib. p. 118,§. 1- 4. 43) Ib. p. 118,§. 1 4. 4¹⁶) Entendement.

) Extrait Raisonné du Traité des Sensations, p. 121, chap. VII,§. 1 et 2. Ayant prouvé que notre statue est capable de donner son attention, de se ressouvenir, de comparer, de juger, de discerner, d'imaginer, qu'elle a des notions abstraites, des idées de nombre et de durée; qu'elle connoit des vérités générales et particulières; qu'elle forme des desirs, se fait des passions, aime, hait, veut; qu'elle est capable d'espérance, de crainte et d'étonnement; et qu'enfin elle contracte des habitudes: nous devons conclure qu'avec un seul sens l'entendement a autant de facultés qu'avec les cinq réunis.

Si nous considérons que se ressouvenir, comparer, juger, discerner, imaginer, être étonné, avoir