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am zu ſingen, wurde ſehr zutraulich und zahm. Im Frühjahre ſetzte ich es in Freiheit, wonach es ſich noch einige Tage
auf dem Dache eines nahen, niedern Gebäudes, das an einen Garten grenzte, jeden Morgen zeigte und herüberſah.
Darauf verſchwand es.
3 22) Sylvia suecica L., das Blaukehlchen, an den Ufern des Rheines bei Gaulsheim und Trechtings⸗
hauſen, jedoch ſelten.
23) Sylvia phoenicurus L., der Gartenrothſchwanz, in der Umgebung der benachbarten Dörfer.
24) Sylvia tithys L, der Hausrothſchwanz, in der Stadt und um dieſelbe allenthalben.
25) Sylvia curruca Bech., das kleine Müllerchen, Weißkehlchen, die Klappergrasmücke, in den Gärten und Gehölzen in der Nähe der Stadt und der Dörfer, im Wieger'ſchen Garten jedes Jahr.
26) Sylvia atricapilla L., der Mönch, Schwarzkopf, in den Heſſeln, im Kreuzbachthale und an andern geeigneten Orten des Waldes.
27) Sylvia hortensis, die Gartengrasmücke, an denſelben Orten, wie der vorige.
28) Sylvia cinerea Briss., die Dorngrasmücke, in den Feldern um die Dörfer, an Waldrändern, wo Gebüſch iſt, z. B. in den Heſſeln, ziemlich häufig.
29) Sylvia hypolais, die gelbe Grasmücke, Baſtardnachtigall, vor Erbauung der Eiſenbahn im Garten an der Leimſiederei oder im Wieger'ſchen Garten, jetzt dort verſchwunden; ihr wunderbarer Geſang zog die Aufmerkſamkeit der Spaziergänger auf ſich, ſo daß ich mehrmals gefragt wurde, was für ein Vogel dies ſei. Auch in der Nähe von Münſter traf ich ſie, wie ſie überhaupt nicht ſelten in der Nähe von Dörfern vorkommt, wenn Gebüſch, einzelne Bäume und Waſſer da ſind.
30) Sylvia rufa, der Weidenzeiſig, allenthalben im Bingerwalde.
31) Syltvia fitis, der Fitislaubvogel, in den Heſſeln und im Binger Walde, doch ſeltener, als der vorhergehende.
32) Sylvia sibilatrix, der Waldlaubvogel, gemein in den Wäldern um Bingen-
Calamoherpe, Rohrſänger:
33) Sylvia turdoides, der Droſſelrohrſänger, bis vor einigen Jahren auf dem Grün; ſeitdem aber das Rohr dorten mehr und mehr verſchwindet, hört man ihn nicht mehr. In den mit Rohr dichtbeſtandenen Sümpfen, die ſich vom Rüdesheimer Winterhafen bis in die Nähe Geiſenheim's ziehen, findet er ſich noch.
34) Sylvia arundinacea, der Teichrohrſänger, auf dem Grün früher häufiger; in den Rüdesheimer Wieſen und Sümpfen gemein.
35) Sylvia phragmitis, der Schilfrohrſänger, an denſelben Orten, wie der vorige.
Troglodytes, Zaunſchlüpfer:
36) Troglodytes parvulus, der Zaunſchlüpfer, an den Gerbereien im Winter in den zum Trocknen der Lohkuchen gemachten Vorrichtungen herumſchlüpfend, an den Wegrändern und in Holzſtößen im Binger Walde niſtend; im Winter überall in Gartenzäunen ſich herumtreibend. Seinen lauten, kanarienvogelartigen Schlag, der zu der ge⸗ geringen Größe des Vogels ebenſowenig im Verhältniſſe ſteht, wie ſein Neſt, hörte ich ſchon mitten im Winter von ihm.
Conirostres, Kegelſchnäbler. Parus, Meiſe:
1) Parus major L, die Kohlmeiſe, allenthalben in Gärten und Feldern, in der Nähe der Dörfer, ebenſo im Walde.
2) Parus ater L, die Tannenmeiſe, häufig in dem Fichtenwäldchen auf dem Rochusberge, wie über⸗ haupt in den mit Nodelholz bewachſenen Stellen des Binger Waldes, während des Zugs auch in Laubhölzern und Baumgärten.
3) Parus cristatus L., die Haubenmeiiſe, weniger häufig, als die vorige, ebenfalls im Nadelwald, im Winter meiſt in Geſellſchaft der vorigen.
4) Parus palustris L., die Sumpfmeiſe, gemein im ganzen Binger Wald.
5) Parús coeruleus L., die Blaume iſe, ebenſo gemein, wie die vorige.
6) Parus caudatus L., die Schwanzme iſe, nicht ſo häufig, wie die beiden vorhergehenden, doch in den Heſſeln und im Binger Walde überall anzutreffen. Wahrhaft in Erſtaunen ſetzt es, die Maſſe von Material anzuſehen welche dieſer kleine Vogel zu ſeinem Neſte bei der erſteu Brut des Jahres verwendet. Es iſt dreimal ſo groß, als das der größern Finken und ſehr künſtlich gebaut, dabei immer durch Bekleben mit Flechten, Puppenhülſen, Geſpinnſten zc. ſeiner Umgebung ſo ähnlich gemacht, daß es ſchwer zu erkennen iſt.
RKegulus, Goldhähnchen:
1) Regulus flavicapillus, das gelbköpfige Goldhähnchen, häufig im Binger Wald, im Winter in
allen Gärten und Baumpflanzungen. 4 2) Regulus ignicapillus, das feuerköpfige Goldhähnchen, der kleinſte der europäi 5 weniger häufig, als das vorige, an den gleichen Orten. 1 Prlucher, uropiiſchen Hogel . Alauda, Lerche: . 1) Alauda cristata L., die Haubenlerche, gemein in der Nähe der Stadt und der Dörfer, i inter auf dem Rheinquai, den Chauſſeen und allen Wegen dem Futter nachgehend.) Dorſei, in Winter 2) Alauda arvensis L., die Feld⸗ oder Himmelslerche, in den Wingerten und Feldern um die Stadt und um die Dörfer der Umgegend..
.3) Alauda arborea, die Haidelerche, auf den Waldblößen des Munſterer Kopfes, des Binger un Trechtingshäuſer Waldes. 1 t bes, des Binger und


