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2) Lanius collurio L., der rothrückige Würger, auf dem Rochusberge, Münſterer Kopfe, im Binger und Trechtingshäuſer Walde an Stellen, wo Viehweiden ſind.
3) Lanius rufus L., der rothköpfige Würger, in den Gemarkungen der Dörfer um Bingen und an den Stellen des Binger Waldes, wo er an Felder grenzt.
Den ſchönen l. anius minor, der in der Gegend von Alzey vorkommt, traf ich in hieſiger Gegend noch nicht an, es iſt indeſſen möglich, daß er auch hier vorkommt. 1
4) Muscicapa grisola I., der graue Fliegenſchnäpper, mitten in der Stadt, wo Gärten an den Häuſern ſind; in der Allee niſtend und auch ſonſt überall gemein.
5) Muscicapa atricapilla L., der ſchwarzrückige Fliegenſchnäpper, im Bingerwald um Heiligkreuz, auch in der Nähe der Ortſchaften, welche mit Bäumen und Geſträuch umigeben ſind; iſt nicht ſo häufig, wie der vorige.
subulirostres, Pfriemenſchnäbler:
1) Motacilla alba L., die weiße Bachſtelze, in Menge an der Nahe in der Nähe der Gerbhäuſer, auf deren Firſten man ſie beſtändig im Sommer umherlaufen ſehen kann; auch ſonſt häufig. 3
2) Molacitla sulphurea L.,, die ſchwefelgelbe, graue oder ſchwarzkehlige Bachſtelze, im Morgenbachthale und noch häufiger an Bachufern ganz in der Nähe von Trechtingshauſen.
3) Molacilla flava L., die goldgelbe Bachſtelze, früher häufig auf dem Grün, jetzt dorten nur noch vereinzelt.
4) Anthus campestris, der Brachpieper, auf den Feldern der Weilerer Gemarkung, die an den Wald grenzen.
5) Anthus arboreus Bech., der Baumpieper, auf dem Münſterer Kopfe und auf Waldblößen des Bingerwaldes.
6) Anthus pratensis, der Wieſenpieper, auf den einzelnen ſumpfigen Wieſen am Ufer des Rheins und der Nahe, beſonders ehe die Eiſenbahnen dahin zogen.
7) Oriolus galbula L., der Pirol, die Goldamſel, in den Heſſeln. im Bingerwalde und um die Ort⸗ ſchaften, in deren Nähe es Bäume giebt. Auf dem Vaitsberge werden die Kirſchbäume jährlich gehörig von den Pirolen geplündert, da ſich dorten zur Zeit der Kirſchenreife ganze Familien einſtellen.
8) Turdus torquatus I., die Ringdroſſel, vereinzelt im Binger und Trechtingshäuſer Walde; häufiger wird ſie mit andern Krammetsvögeln vom Hunsrück gebracht.
9) Turdus merula l., die Schwarzdroſſel, Amſel, gemein im Bingerwald und in den Heſſeln.
10) Turdus viscivorus L., die Miſteldroſſel, in der Weilerer und Trechtingshäufer Gemarkung, in der Nähe der vielen mit Miſteln beſetzten Obſtbäume und im Bingerwalde.
11) Turdus pilaris L., die Wachholderdroſſel, in ſchneereichen Wintern und zur Zugzeit auf den mit Wachholderſträuchen bewachſenen Stellen des Bingerwaldes.
12) Turdus iliacus l., die Rothdroſſel, zur Zugzeit in Schaaren von Tauſenden im Binger Walde. Dieſe Droſſel wird hier am häufigſten zum Verſpeiſen zu Markte gebracht
13) Turdus musicus L., die Singdroſſel, ein in allen Wäldern der Umgegend häufiger Vogel, der jedem Kinde bekannt iſt, da er vielfach in Käfigen gehalten wird. Im Herkſte wird er mit andern Krammetsvögeln zum Ver⸗ ſpeiſen zu Markte gebracht.
14) Turdus saxatilis, die Steindroſſel, der Steinröthel, niſtet jährlich in den Felſen hinter dem preußiſchen, jetzt unbewohnt ſtehenden Poſthauſe über der Nahe, auch in den Löchern zwiſchen den Steinen der Druſusbrücke, unter dem Dache der Rochuskapelle, in der Ruine der Villa Landy, in den Felſen der Rüdesheimer und Aßmannshäuſer Weinberge. Seinen vielgeprieſenen Geſang finde ich ſehr knarrend, dagegen trägt er gelernte Lieder ungemein lieblich vor. Ich hatte nie einen andern Vogel, der ſo zahm wurde, wie dieſer. Einer, den ich mehrere Jahre hatte, kam täglich aus dem Käfig auf den Nähtiſch meiner Frau, wo er mit den Garnplättchen ſpielte; auch ſetzte er ſich auf das Notenpult des Klaviers oder gar auf den Kopf meines Töchterchens und pickte in deſſen Locken.
15) Cinclus aquaticus Briss., der Waſſerſchwätzer, die Bachamſel, im Morgenbachthale, zuweilen auch an den Naheufern. Es gewährt Vergnügen, dieſen guten Taucher von einem Zweige kopfüber ins Waſſer ſtürzen zu ſehen und erſt nach mehreren Minuten, während welcher er auf dem Grunde des Gewöäſſers hinläuft, an einer ganz andern Stelle wieder zum Vorſchein kommen zu ſehen.
16) Accentor modularis L, die Braunelle, überall in den Heſſeln und im Binger Walde gemein, kömmt im Winter in die Gärten.
17) Saxicola oenanthe L., der graurü ckige Steinſchmätzer, im Mittelpfade in den Mauern und auf dem Rochusberge und an deſſen Abhängen in Steinhaufen und Wingertsmauern niſtend.
18) Saxicola rubetra L., das Brannkehlchen, in der Trechtingshäuſer Gemarkung; ganz in der Nähe Bingens ſah ich ihn noch nicht.
4 1) Saxicola mnd, L., das Schwarzkehlchen, auf dem Rochusberge hinter der Kapelle und auf den Feldern, die an die Chauſſee nach dem Rheinſtein grenzen, auch in der Trechtingshäuſer Gemarkung. Sylvia, Sänger:—.
20) Sytvia luscinia L., die Na chtigall, in ziemlicher Anzahl in den Heſſeln am Judenkirchhofe, im Kreuz⸗ bachthale, an geeigneten Stellen des Binger Waldes und in einzelnen Gärten um die Stadt; vor der Erbauung der Nahebahn häufig au der Abdachung vom Ruppertsberge nach der Nahe, jetzt dort nur noch in einzelnen Paaren.
21) Sylvia rubecula L., das Rothkehlchen, an den bei der Nachtigall aufgeführten Orten häufig. Ein ſolches kam mir in einem ſchneereichen Winter in den Hausgang, wo ich es fing. Nach 3 Tagen fing es im Käfig


