Aufsatz 
Fauna der näheren Umgegend von Bingen : A, I: Säugetiere und Vögel
Entstehung
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Emberiza, Ammer: 1) Emberiza miliaria L., die Grauammer, in den Feldern um die Dörfer der Umgegend gemein. 2) Emberiza hortulana L., die Gartenammer, welche ich nur einmal im März zu Geſicht bekam, wahrſcheinlich nur auf dem Durchzuge. 3) Emberiza cia L., die Zippammer, an den Felſen und Rainen auf dem Wege nach Münſter und dem Rheinſteine, nicht häufig. 4) Emberiza citrinefla L., die Goldammer, allenthalben gemein. Fringilla, Fink: 1) Coccothraustes vulgaris Pall., der Kirſchfink, im Binger Wald, zur Zeit der Kirfchen⸗ und Mira⸗ bellenreife die Gärten um die Stadt beſuchend. 2) Pyrrhuta rubricilla Pall., der Dompfaff, ziemlich häufig an den geeigneten Stellen des Binger Wal⸗ des, beſonders um Heiligkreuz, wo ihm jedoch zu viel nachgeſtellt wird. 3) Passer domeslicus L., der Hausſperling, gemein und bekannt in Dorf und Stadt. 4) Passer montanus L, der Feldſperling, in der Nähe der Dörfer. 5) Eringilla spinus L., der Zeiſig, im Trechtingshäuſer Walde, beſonders im Winter oft in großen Schaaren. 6) Fringilla carduelis L, der Diſtelfink, in den Gärten und Baumfeldern um die Stadt und Dörfer der Umgegend. 6) Fringilta cannabina E., der Hänfling, ſehr häufig in den Wingerten um die Stadt, in den Heſſekn und im Binger Walde. 8) Fringilla caelebs L., der Buchfink, in Gärten, Wuld und Feldern gemein. 9) Fringilla montifringilla L., der Bergfink, in ſchneereichen Wintern in Geſellſchaft der Ammern und anderer Finken an den Landſtraßen und Miſtſtätten der Nahrung nachgehend, ſonſt hier nicht heimiſch. 10) Fringilla linaria L., der Birkenzeiſig, ebenfalls nur in ſtrengen Wintern im Morgenbachthale, wo Birken und Erlen ſtehen. 1 . 11) Fringitla chloris L., der Grünfink, gemein in Gärten und Baumpflanzungen in der Nähe der Stadt und Dörfer, auch auf dem Münſterer Kopf und an ähnlichen Stellen. Loxia, Kreuzſchnabel: Loxia curvirostra L., der Fichtenkreuzſchnabel, zuweilen an den mit Nadelholz beſtandenen Stellen des Binger Waldes. Corvinae, Raben: 1) Sturnus vulgaris L., der gemeine Staar, im Binger Walde, im Herbſte in großen Schaaren die Weinberge heimſuchend. 2) Corvus cornix L., die Nebelkrähe, im Winter auf den Feldern und Landſtraßen der Nahrung nachgehend. 3) Corvus corone L, die Rabenkrähe, gemein an Waldrändern und in Baumfeldern, im Winter in großen Schaaren auf Miſtäckern und an Straßen. 4) Corvus frugilegus L., die Saatkrähe, an den gleichen Orten, wie die vorige, doch nicht ſo häufig. Der große Kolkrabe(Corvus corax L.) kommt in der Nähe von Stromberg auf der Fuſtenburg vor, von woher ich ein Exemplar erhielt. 5) Pica caudata Briss., die Elſter, in der Nähe von Büdesheim, Münſter und den andern Orten der Umgegend gemein. 6) Nucifraga caryocatactes L., der Tannenheher, Nußheher, hie und da im Binger Walde, jedoch nicht häufig. 7) Garrulus glandarius L., der Eichelheher, überall in den Wäldern der Umgegend. Tenuirostres, Dünnſchnäbler: 1) Sitla europaea L., die Spechtmeiſe, der Kleiber, ſehr gemein im Binger Wald; vor einigen Jahren hatte ſich im Winter eine ſolche ſonderbarer Weiſe in den Gang des Rathhauſes verirrt. 2) Certhia familiaris L, der gem. Baumläufer, in Wald und Feld gemein, im Winter in der Nähe der Stadt die Bäume abſuchend. 3) Upupa epops L., der Wiedehopf, anf dem Rochusberge in der Nähe des Fichtenwäldchens, bei Hei⸗ ligkreuz und an andern geeigneten Orten, doch nicht häufig. Fissirostres, Spattſchnäbler: ) Hirundo urbica L., die Hausſchwalbe, ein in Stadt und Dörfern heimiſcher, jedem Kinde bekann⸗ ter Bogel. 1 2) Hirundo rustica L., die Dorfſchwalbe oder Rauchſchwalbe, mehr in den Dörfern, wo ſie in vielen Ställen niſtet.. 3) Hirundo riparia L., die Uferſchwalbe, vor dem Abbau des Lehmbodens jenſeit der Nahe in ganzen Colonien dorten niſtend, wo man ihre Neſthöhlen reihenweiſe bei einander ſehen konnte, jetzt viel ſeltener. 4) Cypselus apus L, die Mauer⸗ oder Thurmſchwalbe, häufig in der Stadt, wo ſie ſowohl in Höhlen unter Dachern, als auch in Mauerlöchern niſtet. . 5) Caprimulgus europaeus L. der Ziegenmelker, in den Heſſeln, wo er auch an den mit Geſtrüpp bedeckten Stellen des Abhanges niſtet; außerdem an ſonſtigen geeigneten Stellen des Binger Waldes z. B. um Heiligkreuz.