Aufsatz 
Lucian als Aesthetiker
Entstehung
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at aber auch jede Kunſt ihr eigenthümliches Schöne, ſo gibt es doch bei der Aehn nichkeit, die, wie oben dargethan wurde, nach Luciau unter ihnen beſteht, auch beſtinnnte, für alle gelteude Regeln und an alle zu ſtellende Forderungen. Und auch bei Lucian wird eine Reihe von Eigenſchaften an Prodnetionen der Künſtler jeder Art gelobt ader von ihnen gefordert. Das dem Künſtler Gegehene iſt die ſan, das Material, und ſeine Aufgabe beſteht darin, es paſſend zu verwenden. Die bildenden Künſte ſinden das Gald, Silber, Etfeubein u. ſ. w. vor und haben es nur zu formen(ehuom. Ilist. 51.5) tner unterſcheidet Lucian an dem Kunſtwerke den Gedanten(die Jdee) und die Aus⸗ uhrung(die Formn). Am deutlichſten tritt dies in Antiach. 8. Zeux. hervor, wo er bei dem Gemälde und bei ſeinen Vorträgen die mate) oder die iaedeans lc. 1; 5; 7; Mliph., 4; De Salt. 31;: Adv. Ind. 28; De Oec. 21; vgl. izirue Zeux. 7; Pal. I. 12; II. 1; Pro Imag. 10; itwoei Zeux. 3) und die rern)(Leux. 5. 7: Groieuc rhs réxués a. a. O. 3, vgl. dzdigtte rar adwpticrun und dzbißtue ror ioyen a. a. O. c. 7 ſheidet. Jenes ganze Schrifichen iſt der Veleuchtung des Werthes von Stoff und Form gewidmet. Im Gegenſabe gegen die Kunſtfreunde ſeiner Zeit, welche Nenheit des Gedankens vor Allem, ja allein an ſeinen Vorträgen bewunderten, ſiellt Lucian, indem er an die Centamrin des Zenxis anknüpft, die Behauptung auſ:das Lob, mit welchem jene Kunſtkenner dies Gemälde, das ihren Beifall hatte, am höchſten zu erheben glaubten, das Lob der Neuheit, des Ueberraſchenden und Jugenisſen der Erfindung ſei ja ganz eins mit dem, was man dem Taſchenſpieler und Gaukler würde zukommen laſſen; bei einem Werke der ſchönen Kunſt ſei die Anmuth, der Verſtand und die Harmonie, die Kunſt überhaupt, die in ihm ſich offenbare, das Weſentliche, nur eine Nebenſache die Neuheit der Erfindung.n⸗) In derſelben Schrift(c. 7) läßt er Zenxis den Stoſf roy audhr ris rexpus nennen.aas) Hierzu iſt zu bemerken, daß Lucian mit viel zu großer Vorliebe gerade auf die Idee der Compoſition eingeht(z. B. in Zeux. v. Autioch., in Hlerod. s. Abtion), viel zu ſehr ſelbſt die gewohuten Vahnen verluͤßt und nene Gedanken zur Betrachtung aufſtellt, ſich viel zu ſpöttiſch über die Rhetoren änſert, die ſich immer wieder auf Gemeinplüten bewegen(Ret. Praec. 18), als daß ſeine Worte dahin verſtanden werden könuten, daß er neue Betrachtungs⸗ und Behandlungsweiſen als der Beach tung unwerth bezeichnen wollte; vielmehr zeigt gerade das herangezogene Veiſpiel des Vorganges mit Zeuris, daß er ſich nur dagegen ausſprechen will, daß das Publicum durch die Neuheit des Gegenſtandes ſich ſo verblenden laſſe, daß es darüber die vielen anderen Borzüge des Gemüldes überſehe. Er gibt ja auch deutlich zu verſtehen, daßer das Streben des Zeuxis, inmer Neues zu bieten, nicht tadelte(c. 3); aber was er an dem Gemlde hauptſächlich lobt,

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*e) G. WRüller: Throrie der Lunff Th. 2.

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