Aufsatz 
Lucian als Aesthetiker
Entstehung
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ſei als Deſſen, was man höre, angeführt dadurch begründet, daß die Worte geftüigelt ſeien und, ſobald ſie ausgefprochen wären, verfluögen, das Vergnügen aber au einemn ſchäuen Anblick, da er danernd und bleibend ſei, ganz den Beſchauer für ſich eiunehme. Iu De Oec. 19 wird die ſtärkere Wirkung der Anſchauung durch Nebeneinanderſtellung der Mythen von deu Sirenen und Gorgonen erläutert. Der Geſang der Sirenen ſei nicht von gleich müchtiger Gewalt, wie die Schönheit der Gorgonen, die Jeden ohne Ausnahme verſteinert habr, geweſen. Der prächtige Pfau, wird hinzugefügt, ziehe die Aufmerkſamkeit von der Nachligall ab, weun ſie auch noch ſo ſchön ſinge. Nur eine Conſequenz jener Anſchanungen iſt es, wenn Lucian a. a. O. c. 21 den Satz aufſtellt, daß ein Maltu mit Worten etwas Schwaches und Aeru⸗ liches ſei.²) Es wäre, ſagt er au derſelben Stelle, ſchwierig und gewagt von ihm, ohne Farben, ohne Geſtalten und Naum ein Gentätde zu entwerfen,2r) womit die Arußerung luug. c. 3 en) zu vergkeichen iſt, nicht Worte, und am wenigſten die ſeinen, ſeien vermögend, ein ſo wunderbares Bild(wie das von Panthea's Schönheit) zu entwerfeu, für welches kaum des Apelles, Zenris und Parrhaſuus oder des Phidias und Alcameues Kunſt ausneichend ſei. Er werde das Original nur beſchimpfen bei deun Unzulnglichen ſeiner Kunſt.

Wird ſo die Schwäche der ſprachlichen Darſtellung gegenüber den Geſtalten hervor⸗ bringenden Künſten beſtinmmt hervorgehaben, ſo veekeunt andern Theils Lucian den Vortheil icht, in dem jeue dieſen gegenüber durch die Föhigkeit, auch Geiſtiges zum Ausdruck zu bringen, iſt. So kaun ſie z. B. das genauſte und volſtändigſte Vild von einer Perſon geben, indem ſie nicht blos, wie die Malerei, die Formen des Körpers, ſoudern auch die Trefflichkeit der Seele zur Darſtellung zu bringen vermag(lmag. 23). Es tritt hier dieſelbe Schärfe der Unterſchridung über die Grenzen der einzelnen Künſte zu Tage, die in dem klanen Auseinander⸗ halten von Lobrede und Geſchichtserzählung(quom. ist. 7) und der hiſtoriſchen Darſtellung und der Poeſie(a. a. O. c. 8 ff) zu Tage tritt

Eine ſehr feine Vemerkung, welche Hierher gehört, iſt die in De Qec. 23 gemachte, daß die Malerei Haßliches, Schreckiches, das Gefühl Beleidigendes nicht zur Hauptſache unchen dürfe. Das hier erwähnte Gemälde behaudelt gleichen Stoff, wie Dramten des Euripides und Sophoeles, nämlich das Ende der Elytenmeſera. An dem Bilde nun lobt es Lucian(geurou 11 5bacheis kmen6 0e), daß es nicht das Gottloſe der That, die Ermordung der Mutter, zur Hauptſache macht, ſoudern als ſchon vollendet darſtellt, dagegen die Rache an dem Ehe⸗ brecher Aegiſth zum Mittelpunkte der Compoſtion nimmt. fff).

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Fih S. die zhulice Bemerkung deſſuge im Laokoon(Werle 6. B. Leiz, Göſchen 1841 S.