Aufsatz 
Lucian als Aesthetiker
Entstehung
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Belehrung des Leſers beabſichtigende geſchichtliche Compoſition von den Produetionen der Künſtler ſcheiden, welche in erſter Linie das Schöne im Auge haben.

Das Gemeinfame in den Kiünſten iſt Lucian nicht entgangen, wurde er doch ſchon durch die rhetoriſche Techuik, welche er mit varzüglichem Geſchick handhabte und die Verdeut⸗ lichung des zu Beſprechenden durch Bergleiche zu beſonderer Auſgabe machte, auf das Ueber einſtimmende in den Dingen und Erſcheinungen hingewieſen(Vgl. Pro Imag. 19)

Die eine Aehulichkeit zwiſchen den verſchiedenen Küuſten liegt darin, daß die eine, wie die andere, ein Urbild, Original(rd dokerrmon) nachzubilden vermag. Ein ſolches kann cbenſowohl durch ſprachliche Darſtellung erß 267), wie durch die Malerei und die Bildhauerei wiedergegeben werden(lmag. 3). Sprachliche Darſtellung, wie Orcheſtik, iſt im Stande, Sharactere und Alfecte genau nachzuahmmen und treffend darzuſtellen(he Salt. 35, 36, 62, 65). Hierher gehört es auch, wenn Lucian Homer den beſten Maler nennt(lmag. 8: on Aodron ror JOcag an enowns), wie er ja auch von einem Phidias der Geſchichtsſchreibung( ris (orodics d'erdiée uom. Hist. 51) ſpricht.

Als den Künſten ferner gemeinſam gilt ihm der Umſtand, daß ſie Augen und Ohren ergöben.**) Unter dieſem Geſichtspunkte faßt er De Salt. 2 Muſik, Schauſpiel und Mimit zuſammen. Die eine Kunſt kann das von einer anderen Gebokene dankbar ververthen, ſo die Orcheſtik die ſchönen Stellungen, welche die Bildſäulen bieten(De Salt. 78);:es) ſo conr ponieren die Maler nach Dichterſtellen Ssaturn. 10.) sue)

Allein liegt in dem Moment der Ergötzung der Sinne des Geſichtes und des Gehöres etwas den Künſten Gemeinſames, ſo laſſen ſie ſich auderen Theiles auch wieder danach ſcheiden, auf welchen Sinn ader welche Sinne ſie einwirlen. Daß dieſer an ſich nahe liegende Gedauke Lucian geläufig geweſen ſei, läßt ſich daraus ſchließen, daß er De Salt. 78(vgl. 2; 68) den mimiſchen Tanz deshalb rühmt, weil er Angen und Ohren zugleich etwas bietet.

Allkin nicht nur dieſen äußeren Unterſchied unter den Künſten keunt Lucian. E ihmn keineswegs verborgen gebliehen, daß beſtimmte Gränzen dieſelben von einander trennen. Daß die Verſchiedenheit in der Darſtellungsweiſe der einzeluen Künſte ihn nicht entgangen ſei, ſich ſchon aus den Sätzen ſchließen, daß jede Sache ihr eigenthümliches Schöne habe, daß aber eben dies an einem anderen Gegeuſtande, auf den man es übertrage, unſchön werde (Quom. Hist. 11).) Denn was heißt das auf die Künſte angewandt anders, als vor einer Verniſſchung der Kunſtgebieie waren?*) Allein Lician hat ſich auch ſelbſt ausdrüchlich darüber ausgeſprochen, ob und welche Verſchiedenheiten der Künſte anzunehmen ſeirn. Ju De Oec. 20 †t) wird Herodot's(I, 5) Sat, daß die Wirkung Deſſen, was man ſeht, ſtärker

* S. PDe. Oec. 2I: wadh 7de I zeuwh rue 2ünar. de) Goieneerce wai Grciaeern.

eee) asrtati rär Mouos éad Thauwiesens 2ai Howulrons 2o To iese*ad5e

3o acnrän Eaoxdegchueno, Erihefewrsra

wa) oloe eir" ai toresrar erdi rär aieor

h) adorou yde à FAeie a ucade farua, ti Js roßro ireJidke es, deaaqhs d wiri zuoa riy zhae ageteee

th) Sa OQuomr. i. 45; i.

Ith) der. De Sat. 78