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ſchiedenen Bedeutungen des Wortes reren Zeugniß ablegen, in Luciaus Zeit wieder beſonders hervor, welche im Allgemeinen die Kunſt wieder mehr handwerksmäßig betrieb. Daher erklärt es ſich auch, daß im„Traume“ der Bldhauer ſich bald nicht weſentlich vom Steinhaner, Stein⸗ meten unterſcheidet, bald wieder als Kunſtgenoſſe des Phidias und Polgelet(cap. 9) erſcheint. Ebenſo weuig beſtimmt wird Kunſt und Wiſſenſchaft geſchieden, wie aus De Paras.(c. 26) hervorgeht, wo Rhetorik und Philoſophie als die wichtigſten und ſchöuſten aller Künſte beztichnet werden, welche Einige wegen ihrer Vortreſſlichkeit auch Wiſſenſchaften nennten.*) Allerdings nahm ja die Rhetorik, welche ſich damals den Künſten mehr denn je näherke, indem ſie Schön⸗ brit der Darſtellung zur Hauptſache machte, eine eigeuthümliche Stellung ein. In dem „Paraſiten“(c. 4) wird allerdiugs tiue Defuütion von Kuuſt gegeben, allein dieſelhe iſt weder von Lucian ſeltſt, noch iſt ihr hier irgeud ein Gewicht beizulegen, da ſie dem durchaus rhetoriſchen Zwecke des Dialogs dient.
Wenn uun in dem Folgenden in Auſchlußz au die heutige Arſthetik unter Kunſt in dem engeren Sinne Bildhauerei, Malerei, Baukunſt, Orcheſttk, Porſie verſtanden werden, ſo läßt ſich hierfür zunächſt De Salt. 34 u. 70 anführen. An der letzteren Stelle ſagt Lucian, daß der Tänzer auf die Schönheit ſein Augeumerl richte,) au der erſteren ſpricht er den Tänzen krunkener phrygiſcher Vauern jedes Gemeinſame mit der ausgebildeten Tanzkunſt ſeiner Zeit ab.**⸗) Dieſelben Gedanken ſprechen ſich in De Oec. 5 aus. Hier mird ausgeſührt, daß Pracht allein für den Gebildelen nichts Bewundernswerthes habe; ſo ſei die goldeue Platane des Darius nichts als ein Schauſtüc für Varbaren; ſie habe uichls mit Kunſt, mit Schönheit, mit äſthetiſchem Genuſſe, mit Harmonie zu thun f). Schöueit, welche iſſthetiſchen Genuß bietet, iſt alſo hior als Forderung an die Prodncte der Künſtler geſtellt Grundſate ausgehend, führt es Lucian als eiuen Varzug der Pantomimik vor der Tragödie und Comödie an, daß der Tuͤnzer bei mimiſchen Vorſtellungen eine ſchöne Maake nit geſchloſſenem Munde, nicht wie der Schauſpieler in jeuen eine ſolche mit gähnender Mundöſſnung trage (De Salt. 29). In gauz auderer Lage als der Künſtler iſt der Geſchichsſchreiberz; er hat ſich um die Schönheit weuig zu kümmern(ö1i5„ rod daJons goorriet Ouom. HHist. c. 9); er hat ſein Augeumerk uur auf das Nützliche zu nichten(rd z01skwoy a. a. O.), nicht auf das Angenehune(è reoarön a. a. O.) Daß Lucian hiermit der Geſchichte weder die Schön⸗ heit der Form, welche der hiſtoriſchen Compoſition zukommt, noch Sthönheit der Gedanken abſprechen will, geht klar daraus hervor, daß er beides in c. 44 und 45 derſelben Schrift vomm Geſchichtswerke fordert. Offenbar will er durch die angeführten Sötze nur die vor Allem
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