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wie Brunn⸗) und Büümner ſchon ſorgfältiger Beſprechung unterzogen worden, allein vom archtologjſchen Standpunkte aus und varzüglich in Rücſſicht auf die von Lucian erwähnten Büdhauer und Maler und deren Schöpfungen. Eduard Müller aber hat in ſeinem oben erwähnten Werke dem Plaue desſelben gemäß nur einige Steleen unſerers Schrifiſtelers herangezogen.
Daß eine Zuſaumenſtellung der Kunſturtheile Lucian's ein zuſammenhängendes Shſtem der Alſthetik, ein lückenloſes Gauze ergebe, dinfen wir freilich nicht erwarten. Denn zunächſt gibt es von Lucian nur eine Schrift, welche es ſich zur Auſgabe macht, die Theorie der Kunſt und zwar der Orcheſtik zu beſprechen. Alle übrigen äſthetiſchen Bemerkungen ſind in Schriſten von ganz anderer Tendenz eingeſtrent. Sodann ſtand er während eines großen Theiles ſeiner literariſchen Wislſamkeit allen, namentlich eingehenderen philoſophiſchen Deductionen entweder gleichgillig oder feindſelig gegenüber. Doch reicht das in ſeinen Schriſten Gebotene hin, um die allgemeinen Prineipien, auf welchen ſeine äſthetiſche Kritik beruht, erkennen zu laſſen. Van einem ſpecielleren Eingehen, namentlich auf die einzelnen Künſte, muß hier ſchon des beſchränkten Raumes wegen abgeſehen werden.
Die Frage, welche von den unter Lucian's Namen überlieferten Schriften als von demſelben wirklich verfaßt herangezogen werden ſollen, iſt für Unterſuchungen über das Kunſt⸗ urtheil desſelben von geringerer Bedeutung.**) Dieſelbe iſt bekanntlich von defuitiver Löſung noch ſehr weit entfernk. In dem Folgenden werden die Schriften, gegen deren Aechtheit die begründetſten Bedeuken obwalten, aufer Vetracht gelaſſen, ere) weun es auch nicht ahne Intereſſe, beſonders auch hinſichlich der Frage der Acchtheit, ſein würde, die in jenen zwanzig Schiiften ſich ausſprechenden äſtheiiſchen Anſchauungen mit denen zu vergleichen, welche ſich aus den hier als Lucian augehsrig betrachteten ergeben.)
Varſicht bei der Benutzung erfordern ſolche Partien, welche rhetoriſcher Natur ſind. Iu ſolchen ſinden ſich aft nicht Luciaues eigene Auſichten ausgeſprochen, ſonderm wegen des Dialags, wegen vielſeitiger Beleuchtung der vorliegenden Frage u. ſ. w. werden Meinungen vorgebracht, welche zu vertreten, kriueswegs Lucians Abſicht ſein kuune) Als Beiſpiel diene lier nur der Dialog„über deu Tanz. In dieſem ſiud eine Reihe Behauptungen enthalten, welche ganz offenbar licht aufrecht erhalten werden können(c. 7, 9, 19, 23), was ſicherlich
) Geſchſichte der griegiſchen Keum
—*) Bal. Blmner a. a. O. S. 4.
.ne) Es ſad dice zwanzin von den auri und achaig geushutic eurian zugeſchrfrgen Schriten, d-ahe— dvauay, Sranzgur daséee, naul Jaruuanizs enzuchauroson, Antegns 3 waalan wrei zi⸗done, ugi roian ordios xaarchtis Jeeſta, uaadih at, nasoiins hzchetonen Fedl ehs Suadns deui, ehnuarb,„es nuchucen, velbasroes, Nadonuos, Neheh, Creedauere, Foaris, Ioieaue i B,us, rheypanoai,oa, havmais,
1) Benn ſes 3.. Blümer a. a. O. S. 43, üher De Sasfine abgetden,nnlich van dem, was man ſong dieleſge gegen die zehehen dasſeben vaeingen tnnd, Hinſcgauch ſilniſcher und ſprachicher Bedeuten und des Eheraetets der gazen Schrſt überhaußt, in ſür mnch hanpnathuch die oben angefüheie Stelle unt wos daelbſ von den Gtenideen und iggen Tupen geſazt nez ien öchſten Ginde beſteudend, da es ſeineawens von einem ſo ſein gebideien Aumßtenner, wie eueinn, it ionnnen ſche
11) 9&.. Dermann;„Zur Sharaherintt Lucianzg, und ſeiner Schrite, in„Geſummelne abhandlunger⸗ pag. 29s dlhr diß gres, en Ken des, Wertes iſt aanz ehetariſc 8ehulten und videt, nie in den eurizideicgen Paaaidien, das Bild elner gerichüchen Berbandlungz wo veide Theile ire Vehauptungen mir alen Waſen der Saphifit und des drmtorichen Baunts zu verhedigen ſuchens


