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anzuschliessen, verboten sowohl Stoff wie Methode. Denn schon dem Titel gemäss berücksichtigt er nur den Fluch der Atriden, nicht den der Labdakiden. Aber auch innerhalb jenes ist ihm die wich- tige Frage über die Verblendung Agamemnons entgangen.“ Man darf nicht sagen, dass Naegels- bach diese Frage entgangen sei, er hat sie vielmehr für unzulässig erklärt. Denn mit Recht hat er die Vorstellung, welche fast alle späteren Einzelschriften durchdringt und welche Dronke selbst auf S. 49 in den Satz zusammenfasst:'in dem Geschlechte wurzelt mit der einen Urschuld die Neigung zum Bösen durch alle Mitglieder fest', ausdrücklich genug als nichtaeschyleisch verworfen. Auf S. 13 sagt er'nam si quis diceret, totam gentem et quidquid inde natum est infectum esse scelere et vitiorum semina a parentibus ad liberos esse ipsa generatione propagata, is vix dici potest quantopere aberraret a poetae mente“. Von einer Vererbung der sündhaften Gesinnung von Vater auf Sohn sagt uns Aeschylus nichts. Er hält es nicht für ungerecht, dass der Sohn für die Schuld des Vaters leide, und er sagt von der bösen That eines Ahnherrn, dass sie in dem Geschlechte fort- zeugend böse Thaten ühnlicher Art hervorbringe. Er kennt also eine Strafe, welche sich vererbt, und eine aus der ersten Prevelthat hergeleitete invitatio eodem iterum exemplo peccandi, welche andere Glieder desselben Geschlechts in Schuld verstrickt, aber nirgends ist von einer unmittel- baren Vererbung der bösen Gesinnung von Vater auf Sohn die Rede, denn die inneren ethischen Nachwirkungen einer Schuld haften nur an dem Einzelnen, welcher durch freie Hingabe an das Böse zuerst in eine Schuld verfiel. So leidet Agamemnon für die Schuld des Atreus, aber nur dess- halb, weil das thyesteische Mahl den Aegisthos reizt, an Agamemnon die Schuld des Vaters zu rüchen. Das Opfer in Aulis aber, durch welches Agamemnon selbst in Schuld geräth, steht in keiner, weder inneren noch äusseren Beziehung zu der That des Atreus. Nicht anders verhält es sich mit dem religiösen Begriff der Hε⁵³ειαα Von der ethischen däνο nicht wesentlich verschieden, bezeichnet die dεοᷣeiα nur die Kehrseite von jenem Begriff. Beide haben die Voraussetzung gemein, dass 'der eigne freie Wille im Menschen zu jeder That nothwendig sei', indem aber die ethische&νο die aus der eignen Schuld hervorgegangene Verblendung des Sinnes bezeichnet, erkennt die d*ο6A. Seia in dieser Verblendung eine Wirkung der göttlichen Strafgerechtigkeit. Aeschylus hat unter der dso- Bldßei« nichts anderes als die ein der selbstverschuldeten Sinnesbethörung vollzogene göttliche Strafe' verstanden(vgl. Eichhoff, Progr. Duisburg 1846 S. 21). Das war auch Naegelsbachs Meinung. Er sagt S. 14'exploratum est, praeterquam eorum, qui suis ipsi vel vitiis vel delictis hoc meruerunt, ut insania mentis punirentur, nullorum animos insontium affligi de*oßAaßelg’. Auf Xerxes in den Persern angewandt heisst es ebenda: Xerxes est ille duidem dεοεφμν duνg vs. 831 sed quia suscepit animo dmποιμοανπον οἀαοοe, quam rem tota fabula declarat. Non quia 9εορaßije est, maiores quam pro humano fastigio gerit spiritus, sed quia plenus animus insolentiae fastusque est, idcirco divina vi mens eius occaecatur. Ausdrücklich fügt er noch über den dadorc hinzu: sit haec vis alia necesse est quam illa quae sontes perimit dεο.εα| α Denn der Alastor, welcher das ius talionis in Beziehung auf die Blutrache verkörpert darstellt, vertritt innerhalb eines Geschlechts bloss die äusserlichen Wirkungen einer ετεροσ drn d. h. die Forderung der Bestrafung eines alten Frevels auch an den Nachkommen, mit den inneren ethischen Nachwirkungen einer Schuld hat der Alastor des Aeschylus nichts gemein. Aber auch diese Auffassung wurde von denjenigen Erklärern verlassen, welche dem Aeschylus die Vorstellung von einer erblichen Neigung zum Bösen unterschoben. Wie man die aus der ersten Schuld hervorgegan gene ethische Bethörung von dem einzelnen Frevler auf das ganze Ge schlecht übertrug, gerade so dehnte man den bethörenden Einfluss göttlicher Wesen von dem Ein- zelmenschen auf das ganze Geschlecht aus. In der Darstellung Dronkes von dem Geschlechtsfluche bildet dieser Gedanke den organischen Mittelpunkt. Auf S. 44 heisst es: tes zeigt sich eben in dem


