Aufsatz 
Gebrauch von syn und meta c. Gen. bei Euripides
Entstehung
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Die Bedeutung der Ate bei Aeschylus.

Nicht ohne Grund machte Davies in seiner Ausgabé des Agamemnon, Utrecht 1868, Vers 730 die Bemerkung: quotus quisque est qui vocis ärm vim recte intellegat? apud Aeschylum dico'. Denn, was man auch sagen mag, noch immer ist die Frage, was Aeschylus unter der Ate verstanden hat, nicht gelöst und doch ist die Lösung dieser Frage eine Grundbedingung für ein richtiges Verständniss gerade der wichtigsten ethischen und religiösen Vorstellungen dieses Dichters. Wie wichtig und wie schwierig zugleich dieser Gegenstand ist, beweist schon allein die ansehnliche Literatur, welche vom Jahre 1843 an, d. h. seit dem Erscheinen von Naegelsbachs kleiner Schrift de religionibus Orestiam Aeschyli continentibus bis heute diese Frage immer wieder von Neuem hervorgekehrt und sehr ver- schieden beantwortet hat. Ueber den Punkt ist man einig, dass die höhere und reinere religiöse Anschauung des Aeschylus sich auch in der Begriffsentwicklung der Ate kundgiebt, dass also die homerische Vorstellung von der Ate bei Aeschylus zugleich ethisch vertieft und religiös geläutert erscheine. Das hatte schon Naegelsbach erkannt und das hat seitdem niemand bestritten. Der Streitpunkt liegt in der Frage, ob die ârn auch bei Aeschylus wie bei Homer eine vdοος †ρσσεενν bedeute, d. h. also, ob Aeschylus diesen Begriff ausschliesslich oder vorzugsweise auf eine geistige Störung be- schränkt hat. Das ſwar Naegelsbachs Ansicht und die wenigen Stimmen, welche sich dagegen er- klärten auch Boeckh hat widersprochen sind nicht in dem Masse gehört worden, wie sie es verdienten. Wie langsam und auf welchen Umwegen sich eine Wahrheit Bahn bricht, zeigt sich auch an diesem Gegenstande recht deutlich, denn ganze 50 Jahre sind vergangen, seitdem Buttmann in seinem Lexilogus auf den richtigen Ausgangspunkt der Untersuchung hinwies, aber den Weg, welchen er zeigte, haben wenige eingeschlagen und heute erfreut sich die Auffassung Naegelsbachs einer fast, allgemeinen Zustimmung. Und dennoch hat sich Naegelsbach geirrt. Mit der mentis turbata sanitas, welche transitiv gefasst eine vis corruptrix mentis bedeute, hat der Aeschyleische Begriff der drm nichts gemein. Trotz dieses Irrthums aber gehört die kleine Schrift von Naegelsbach zu dem besten und mustergültigsten, was auf diesem Gebiete erschienen ist. Bei dem weitesten Umfang der in ihr behandelten Fragen bewegt sich die Schrift in den engsten Schranken einer besonnenen und gründlich wissenschaftlichen Untersuchung und es ist nicht seine Schuld, wenn seine Behandlung der Ate auf Seite 11 und 12 allmählich eine Ausbilduug und Deutung erhalten hat, welche von der eigenen Auffassung Naegelsbachs wie von der des Aeschylus selbst gleich weit entfernt ist. Denn es ist wohl zu beachten, dass Naegelsbachs Besprechung der drn bei Aeschylus eine bloss beiläufige ist und in keinem innern Zusammenhange zu den Hauptfragen steht, welche die Schrift behandelt. Die Schuldfrage des Agamemnon und die Bedeutung des Alastor werden als zwei ganz verschiedene Dinge besprochen. Das hat man an der Schrift mit Unrecht getadelt. Hier mag bloss auf Dronke hingewiesen werden, welcher in den Jahrb. f. class. Philol. Suppl.-Bd. 4 S. 40 sagt: Dankbar er-

kennen wir an, manches gute aus dem Schriftchen empfangen zu haben, uns demselben aber eng 4*