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nur dass sie von einem zum andern die Häufigkeit der Anastrophe steigern. So hat Pindar über- haupt nur höchstens 20, Aeschylus über 50, Sophokles über 80, Euripides mindestens 380 Beispiele der Umkehr. Im Verhältniss zu der Gesammtzahl der Praäpositionalconstructionen bei jedem dieser Dichter stellt sich die Scala so heraus, dass ungefähr bei Pindar höchstens jede 60ste, bei Aeschylus jede 30ste, bei Sophokles jede 27ste, bei Euripides aber jede 17te oder 18te Prä- position in der Anastrophe pura steht, so dass von ihm scheinbar die alt-epische Freiheit noch fast um das Doppelte überboten wird ¹⁰), wenn wir nämlich nur auf die Zahl der Fälle, nicht auf
Zwischensetzung sowohl Fälle wo das Adjectiv(homines inter multos, iudice ab uno) als wo der Genetiv(ripam apud Euphratis) nachfolgt;— Bv unter nicht-anastrophischer Einschiebung solche wo das Attribut vorangeht (multos inter homines, magna ex urbe, Romanorum propter virtutem); wobei denn die Zwitterfälle, wo ein Substantiv das andre bestimmt, wie oppido a Canopo, Arcade ab Evandro, Ta⁵νμ οo adox(zœed) IIootroio, xorauν dm(e) Xs2jevros zwischen B⸗ und Bb in der Schwebe bleiben mögen; machen sie doch im Ganzen nur einen sehr kleinen Bruchtheil aus.— Es zeigt sich übrigens hier, die Sache ganz im Allgemeinen be- trachtet, dass die Lateinische Prosa, indem sie B von vornherein, später auch Ba und A zuliess, sich weniger scharf von der Dichtersprache schied, als die Griechische Prosa, die B und Ba fast ohne irgend welche Aus- nahme zurückwies und nur für einige bestimmte Fügungen einen sehr eingeschränkten Gebrauch von A ge- stattete.— Die Alexandriner und die späteren Dichter zeigen manches Weiter- und Rückwärtsgehen auf diesem Gebiete; einiges über Nonnus hat Lehrs(a. a. O.) beobachtet.
10) Zur Geschichte der präpositionalen Wortstellung habe ich bis auf die Alexandriner alle Data sorgfältig gesammelt und geordnet. Es würde ein Bändchen geben, sollte ich sie vollständig darlegen; mehr als eine kurze Uebersicht kann und soll hier nicht gegeben werden. Es handelt sich dabei um vier Gesichts- puncte. Erstlich um die Frequenz der Umstellungen überhaupt im Verhältniss zur einfachen Voransetzung; — zweitens um die Frequenz der drei einzelnen Arten: a) der Anastrophe pura— b) der anastrophischen Zwischensetzung— c) der nicht-anastrophischen Zwischensetzung;— drittens um das Verhältniss der Casus- rectionen zur Anastrophe und Interposition;— viertens endlich um die einzelnen Präpositionen selbst, deren Häufigkeit in den einzelnen Arten der Umstellung zum grossen Theil von der Form abhängt, je nachdem eine Präp. monosyllabisch ist, aus 2 kurzen Silben besteht, oder mehr als zwei kurze Silben hat.— Ich stelle hier einige Sätze zusammen, ohne sie weiter zu begründen, da ich nicht finde, dass das ziemlich schwierige und weitläufige Thema irgendwo im Zusammenhang behandelt ist, und etwas immer besser ist als nichts.
ad I. 1. Das Homerische Mass der Umkehr ist, dass ungefähr jede éte Präposition nachgestellt oder eingeschoben ist, in der Odyssee nur um weniges häufiger als in der Iliade. Dies Mass halten auch die Hymnen ein und von den Lehrdichtern Parmenides, etwas steigern es die Kykliker(jede 5te) und nicht un- bedeutend Hesiod(jede 4te, in der Theogonie jede 3te Präp.) und die Kunstepiker Asius bis auf Antimachus (jede 3te bis 4te), wogegen das philosophische Lehrgedicht des Empedokles(7 bis 8), die Batrachomyomachie (13 bis 14), und am meisten Xenophanes(19) es sehr herunterdrücken. Auch die lambographen(9 ung.), Choliambendichter(12) und Gnomiker(Theognis 8— Phocylides und Ion 9) gehen als der Prosa sich nähernd unter das Homer. Mass herunter, während die ältere Elegie(Tyrtäus 5— Mimnerm. 2(2)— Solon fast 4) es noch überboten zu haben scheint. Jedenfalls that dies die Lyrik überhaupt; alle Dichter dieser Gattung, besonders die der Chorlyrik, stellen jede 3te bis 4te Präp. um(Simonides jede 3te); etwas weniger(jede 5te) scheinen nur Alkman, Sappho und die Dithyrambiker umgestellt zu haben. Unter den 3 Tragikern haben Aeschylus und Euripides fast genau das Homerische Mass(ein Sechstel), nur Sophokles ist merk- lich zurückhaltender(ein Achtel).— Von der Komödie kann nur insofern sie parodisch oder einzeln einmal pathetisch wird die Rede sein, wie wir bei Aristophanes sehen werden.— Hieraus geht hervor, dass das Mass der Umkehr der Präpositionen durchweg mehr von der Stilart als von der Zeit oder der Individualität des Dichters abhieng.
ad II. 2. Bei der Anastrophe pura zeigt sich von Homer an ein doppelter Fortgang. Rechnen wir ungefähr 100 Stellen ab, bei denen das Urtheil zwischen Anastr. Nom. und Tmesis(Comp.) Verb. schwanken kann, so bleiben bei Homer 267 sichere Fälle der Anastrophe pura, d. h. ½⅓ aller Präpositionalfälle; von da ab bis auf Pindar ist eine starke Abnahme bei den meisten Dichtern zu bemerken. Schon die


