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2944²), solcher trivialen Wörter wie„uuν⁴αααοαν, συοσοεον, ebenso wesentlich zu seinem Stil, wie umgekehrt der forcirte Rückgang zu manchen Einzelheiten des Homerisch-Pindarischen oder Aeschy- leischen Ausdrucks, welche die Nüchternheit des Gesammtcharakters aufputzen sollen, z. B. Urεoε'ε 66 0(Me. 650 ch. Ba. 904 ch.),„⁴εον c. Dat., rilon c. Gen., ort= 96 9, drtopev, Suεᷣev, T1600 ev, rOO⁴ ςσεων, ⁴eισσ⁶ u. s. w.
Auf dem Gebiete der Präpositionen zeigt sich diese Zunahme des prosaischen Ausdrucks bei Euripides erstlich in dem Verhältniss der Rectionen durch das sichtliche Vorwiegen des Accu- sativs, nur einige der ältesten Stücke abgerechnet(vgl. I, 4, 6— 8); zweitens, eben dieselben ältesten Dramen ausgenommen, in der Vermehrung des präpositionalen Ausdrucks überhaupt, der in allen Sprachen mehr der Prosa als der Poesie angehört(vgl. I, 3, 3); drittens in dem Ueberhand- nehmen gewisser mehr abstracter und alltäglicher Fügungen, z. B. von elg(vgl. I, 6), welches Euripides dreimal so oft hat als Sophokles, von dεα c. Acc., welches bei Sophokles nur dreimal vorkommt, bei Euripides über 70mal(allein in der Helena 13mal, in den Fragmenten 7mal), von ent c. Acc., xεο c. Gen., α⁵οσα˙ c. Acc. u. s. w., während die poetischen von Sophokles viel gebrauchten (z. B. ⸗οeςσ c. Gen.,) im Ganzen bei Euripides mehr in den Hintergrund treten; viertens auf dem Gebiete der Composita sowohl in der Häufung der Zusammensetzungen mit eig und xs, namentlich mit localem Accusativ verbunden, der überhaupt bei diesem Dichter sich sehr oft wiederholt, als auch in der Zunahme der Constructionen von verbalen Präpositional-Compositen mit dem gleichen Vorwort(ioεεεν ei, Sweiyat u, 001met“, r u. s. w.), einer in hohem Grade der Prosa, und
selten, in jedem 4mal, häufiger in El.(8), OR.(11), 00.(12), sehr häufig nur im Philoktet(22mal); im Ganzen etwa 70mal. Euripides hat es durchweg häufiger als seine Vorgünger: so 16mal in Orest, 14mal in den Phönissen, 19mal in den Fragmenten, 13mal in Iph. Aul. u. s. w.; im Ganzen ungeführ 250 mal, in manchen älteren Stücken allerdings sparsamer z. B. Cycl.“(3), Alc. und Ion(je 5) u. s. w. Daneben braucht er oft 8„0ε1ſ9, 8„ 6ε, 2„ 0osv, auch dsĩεοσνσασασι, all dies häufiger als die Früheren, von denen rοεrje z. B. Aeschylus gar nicht, Sophokles nur in seinen beiden letzten Stücken(0C. Phil.) hat. Die Prosa wie die Komödie braucht Oe?, dsio-=œαν u. s. w. von vornherein als eins ihrer gewöhnlichsten Wörter. Damit ist die Stellung des deé hin- reichend deutlich bezeichnet. Erst das jüngere Drama erhob das Wort in die Poesie, welches bisher der Prosa angehört hatte. Dennoch pleibt in jener xoi, zoε⁴νν u. s. w., als das altpoetische Wort, daneben im Ueber- gewicht, auch bei Euripides. Es ist also genau dasselbe Verhältniss wie zwischen cdy und usr c. Gen.
2) Vielleicht ist es ähnlich mit dem vielfach vergeblich versuchten Unterschied zwischen Boulouat und Eoε. Boulopat ist bei Homer und in den Hymnen zwar bei weitem seltner als 5 ⁴α‿α, aber doch daneben gültig. Dann aber verschwindet es fast aus der Dichtersprache: Hesiod(Op. 647), Simonides Ceus(fr. 92, 3 Epigr.), Pindar(fr. 83), die Batrachom.(72) haben ganz vereinzelt stehende Beispiele. Aeschylus hat es ebenfalls sehr selten(Pers. 215— Prom. 867. 929) und, wie auch Sophokles, nicht in Chorliedern. Sonst aber haben die jüngeren Dramatiker es oft, namentlich Euripides. Verbindet man hiemit dass die ältesten Attischen Prosaiker, besonders Thucydides, oulouat in grosser Fülle, dagegen nur sparsam à0 ε1 ,(dέα ganz selten) haben, so kommen wir wohl auf die rechte Spur. Es muss in Soulouat eben so sehr etwas gelegen haben, was es von der hohen Poesie fern hielt, wie in à9 εεα, was es ihr besonders lieb machte. War der Unterschied zunächst der zwischen Poesie und Prosa, so war es natürlich schwer, einen begrifflichen Unterschied zu finden, der, wenigstens für die Zeit zwischen Homer und den jüngeren Tragikern, vielleicht gar nicht vorhanden war. Letztere, wenn sie das Wort zu gleichen Rechten mit eεααα aufnahmen, hiengen wohl darin von den neueren Philosophen ab. Die Zeit, wo dei und Souloéae sich in der edlen Sprache neben xoy und dεα drängen, fällt zusammen mit dem bedeutsamen Wendepunct des geistigen Lebens in Athen, welchen der Einfluss der Vorläufer der Sokratischen Lehre bildete, und es liegt nahe zu vermuthen, dass Männer wie Gorgias und Protagoras die ersten waren, die die psychologischen Begriffe des Sollens und Müssens, des Wollens und Beliebens in ihrem Unterschiede feststellten. Bei den Eleaten und bei Empedokles findet sich weder òei noch Soulogat, wohl aber zein, zosdν und 0 1.


