Aufsatz 
Gebrauch von syn und meta c. Gen. bei Euripides
Entstehung
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Gebrauch von u und gerd c. Gen. bei Euripides.

Verschieden von allen früheren und späteren nicht-komischen Dichtern ist Euripides im Gebrauche von uerd und ouy. Er steht eben so allein unter den ernsthaften Poeten wie Xenophon unter den Prosaikern. Euripides war seinem ganzen Wesen nach ein Neuerer in der Kunst, nicht nur in der Composition und Charakteristik, sondern, wie bekanntlich in der Musik und Metrik, so auch in der Sprache. Wie er die Grossartigkeit der Entwicklung und die Gesammtwirkung für den Effect und die Rührung durch einzelne Situationen, das wahrhaft Tragische für das Pathetische und Sententiöse aufgab; wie er seine Figuren der heldenhaften Würde und Erhabenheit entkleidete und menschlich-natürliche Beweggründe ihren Handlungen, menschlich-natürliche Farben ihren Zu- stünden zu geben versuchte; wie er den tragischen Vers der alterthümlich-strengen Gebundenheit enthob und durch viel häufigeres Einmischen von Kürzen den freieren Formen des Lustpiels und der gelösten Rede nüherte: so zog er auch durch vielfaches Zulassen der Ausdrücke des täglichen Lebens die tragische Sprache in das Gebiet der Komödie und der Prosa hinüber. Schon das Urtheil gleichzeitiger Komiker wie Kratin und Aristophanes und späterer feiner Kunstrichter wie Aristoteles: Rhet. III, 2, 5(über das Verstecken der Absicht bei der 44³mG) Aerreral d, sd, Sdv- ig en riſg eio- dulag dilεαou enlgyον συνειενsſ vνπ̈ ELudPulne olst, zad datdsse rοντos, Dionys, Longin u. A. erkannte dies mit völliger Bestimmtheit. Durchaus conversationelle Redensarten wie Gg Brrog eir‿ενν (fast möchte man sagen), älig c. Gen.(genug davon!), 2 ouxos(halt einmall), roör' xeiν(da haben wir's), EvraöHa c. Gen.(Or. 693), dv 6⁴οοςσ(Ph. 478. 486), crd oucot(fr. 757, 8 Df.), en' οοσ(Ion 1214), dasgemüthliche xον(damit, dabei, da), Wendungen wie d⁴ ³εέε, 6iun, 16,‚ν 29 ½8ε αμ(14*α]·, 1. r08 r6lv, ro nr, f, Gg 2uol dousi, onνναι εεέν(I. A- 1377) sind bei ihm keine Seltenheit; sie gehören wie die Zunahme der abstracten Verbalsub- stantiva(namentlich im Plural), der abgeleiteten Verba, der Composita wie dεομαφαᷣααν, d*⁶⁴,άοεε νυ, 0 wvοGεεiν, der Adverbia auf e(darunter auch bvrος), des det für z⁴¹), des Boulouc für

1) 4 findet sich nur einmal bei Homer(Il. IX, 337) und Pindar(O. VI, 28), gar nicht bei Hesiod, in den Hymnen, bei Theognis, selbst nicht in den Fragmenten der Lehrgedichte der älteren Philosophen. Mit Mühe entdeckt man sonst in den Resten der alten Dichter ein und das andre Beispiel, wie Pittac. fr. 1 Hipponact. fr. 37, 1 Ithyph. in Demetr. Poliorcet. 7, wo recht bittre Prosa herrscht, abgesehen davon dass das Gedicht schon auf der Grenzscheide zum Alexandrinerthum steht. Dagegen ist überall fürSollen und Müssen ze, xesd(x0⁴) das gangbare Wort; wohl nur Hesiod macht auch darin eine Ausnahme, indem er von diesen Ausdrücken nur xoyj und auch dies nur einmal(fr. 205 Göttl.), sonst aber sehr gern den blossen Infinitiv der Vorschrift oder uillo und andre Wendungen braucht. Aet aber fehlt auch bei Aeschylus in den beiden mutmasslich ältesten Dramen(Pers. Sept.); in den übrigen bleibt es immer weit im Hintergrunde gegen xow u. s. w., in jedem 4 5mal, im Ganzen 25mal. Bei Sophokles ist es in Aj. Ant. Trach. ebenfalls

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