Aufsatz 
Entwickelung einiger Gesetze für den Gebrauch der griechischen Präpositionen : Mety, syn und hama bei den Epikern / T. Mommsen
Entstehung
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steht also schon dadurch der poetischen Diction näher, wenigstens in den am meisten künstlerisch angelegten Dialogen wie im Protagoras. Ganze Seiten darin wie in den Me- morabilien Xenophons giebt es, die nicht eine einzige Präposition enthalten. Es liegt dies hauptsächlich darin, dass viel mehr Verba ihr Object noch durch einfachen Casus bezeich- nen, und dass auch die adverbialen Verhüältnisse aller Art weit weniger durch Präpositionen als durch Casus oder formales Abverb oder sonstwie ausgedrückt werden.

9. Eine affectirte Oligoprothesie herrscht im 4. christlichen Jahrh., namentlich bei den Romanschriftstellern(bei allen, doch am wenigsten bei Heliodor, bei den feineren am meisten). Diese erscheint in einzelnen Werken schon früher wie in denen des alteren Philostratos, auch später, z. B. bei Prokop von Gaza.

10. Bei den Byzantinern tritt dieselbe affectirte Vermeidung der präpositionalen Wendungen im Stil der Feinergebildeten(Agathias, Theophylakt, Leo Diakonos, Jo. Zonaras) in den schroffsten Gegensatz zu dem die Präpositionen häufenden Vulgarismus der Unge- bildeteren oder Nachlässigeren(Jo. Malalas, G. Synkellos, Genesios, Constantin Porph., Jo. Ducas), auch schon einiger Uebergangsschriftsteller wie Zosimos.

11. Dies Uebermaass der Römisch-Byzantinischen Zeit wird jedoch nicht nur erreicht sondern vielfach überboten in der hebraisirenden Litteratur. So gehen in der Ueber- setzung der LXXT die Genesis, unter den Apokryphen des A. T. Judith, Sirach, 1 Makkab., Baruch, im N. T. Rom. und Gal. und die meisten andern Paulinischen Briefe(ausser 1 Cor.) über das höchste Maass der Gesammtfrequenz bei Profanscribenten hinaus. Im Epheser- und Kolosser-Briete(beide pseudopaulinisch; der Vf. übertrieb offenbar den Stil des Apostels) ist überhaupt das höchste Maass an vorwortlichem Ausdruck erreicht, welches mir im ganzen Umfang der Griechischen Litteratur begegnet ist. Wo Ev. Matth. (die oligoprothetischste Schrift des N. T.) eine Präposition hat, haben diese Briefe deren zwei, wo Platon(Xenoph. Mem.) eine hat, deren mindestens drei, wo Polybios drei hat, deren vier. Fasst man Poesie und Prosa zusammen, so ist von den Persern des Aeschylos und dem wunderlichen Heldengedichte des Nonnos bis zu diesen Briefen Pauli der grösste Abstand, indem sie das Vier- und Fünffache von jenen haben. Die Apokryphen des N. T. bieten in ihren alteren und echteren Theilen(Barnab. 1 Cor. Clem. Rom. Descensus erste kleinere Hälfte von Hermae Pastor) eine annühernd gleiche Fülle wie durchweg das N. T.; die übrigen sind von mittlerer Gattung; das Thomas-Evangel.(in beiden Formen) ist sogar oligoprothetisch.

12. Die Kirchenväter nehmen an dieser Ueberfülle nur geringen Antheil. Joh. Chrysostomos ist gerade so sparsam mit Vorwörtern wie die heidnischen Dichter und Pro- saiker seiner Zeit; Justin, Theophilos und Clemens Alex. halten ein bescheidenes mittleres Maass ein; andere gehen darüber hinaus, wie namentlich Irenäos, Origenes und der späte Euagrios, dessen Polyprothesie indess keine höhere ist als die gleichzeitiger Profanschriften,