— 13—
bedeutend mehr präpositionale Fügungen(4,43— 3,77), und zwar in folgender Ordnung: Phoen.— Jon.— Troad.— Suppl.— El.— Iph. Aul.— Iph. Taur.— Orest.— Hel.— Andr.— Bacchae. Diese Beobachtung dürfte für die Frage über das Alter der Stücke und die Möglichkeit einer Ueberarbeitung von Nutzen sein. Lykophrons Alexandra (4,44), der Rhesos(4,22)„ wie auch die mittelalterlichen Quasi-Dramen des Man. Philes (4,18) und Theod. Prodromos(4,08) stehen den jüngeren Euripideischen gleich; noch reichlicher polyprothetisch ist der Dramatiker des 2. Jahrh. vor Christo Ezechiel(3,54). Dagegen hat der Christus Patiens(4,93) des 4. christlichen Jahrh. bedeutend weniger Prä- positionen(wohl zu bemerken, gleichzeitig mit der affectirten Oligoprothesre bei Nonnos und den Erotikern) und steht parallel mit Soph. Philoct.(4,93) und Eur. Hec.(4,88).
4. Willkürlicher und nicht der Chronologie entsprechend sind diese Unterschiede bei Aristophanes. Zwischen den oligoprothetischen Thesmophoriazusen(6,31) und den poly- prothetischen Rittern(4,00) ist eine grosse Kluft, die wohl mehr auf zufälligen durch den Inhalt bedingten Umständen beruht, doch stehen die beiden jüngsten Stücke Ekkles. (4,6 1) und Plutos(4,52) dicht bei einander. Die Fragmente der übrigen Komiker lassen nur erkennen, dass von Kratin bis auf Diphilos die Zahl der Präpositionen immer im Steigen ist.
5. Auch die Prosa zeigt die erheblichsten Verschiedenheiten der Gesammtfrequenz, nach Zeit, Stilgattung und Inhalt, Bildung und Eigenart.
6. Die ältere Prosa hält im Ganzen ein mittleres Maass ein, das nur von einzelnen — wie Thukydides und Aeneas Takt.*)— überschritten wird. Dagegen kommen in Römischer Zeit und später bei denen die sich nicht nach der Schulsprache richten— wie Polybios und Arrian, auch, doch weniger, Appian und Pausanias— ungebühr- liche Vermehrungen des präpositionalen Ausdrucks vor, die früher nur in einem oder dem andern der Echtheit nach zweifelhaften Werke(z. B. in Xenoph. Hellen.) erscheint.
7. Die Historiker, die Techniker und andere Vertreter der Einzelwissen- schaften haben durchweg mehr Präpositionen als die Philosophen, Redner und Epistolographen. Namentlich ist alles was dialogische Form hat oligoprothetisch.
8. Unter jenen haben Xenophon(Anabas.), Hippokrates und Hero dot bedeutend weniger Präpositionen als Thukydides, Aeneas Taktikos und die übrigen eigentlich Attischen Schriftsteller der Art; unter diesen sind die ältesten wie namentlich Platon (und alles was sich ihm anschliesst: Plutarch in den Philosophicis, Lucian, Maxi- mos Tyrios) und Xenophon(Memorabil. Cyrop.); Antiphon und Andokides, auch Lysias und Isäos oligoprothetischer als Isokrates und die jüngeren Redner und Philosophen. Platon hat von allen älteren Prosaikern am wenigsten Präpositionen,
*) Desgleichen in einigen der letzten Schriften Platons, wie Timäãos, Kritias.


