Aufsatz 
Entwickelung einiger Gesetze für den Gebrauch der griechischen Präpositionen : Mety, syn und hama bei den Epikern / T. Mommsen
Entstehung
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sind, und weil ihre vollständige Durchführung leicht meine Kräfte übersteigen dürfte, die gegenüber den unerfreulichen Zuständen, welche hier seit einigen Jahren eingetreten sind, sich vielleicht vor der Zeit erschöpfen werden.

1. Die Prosa hat von vorn herein mehr präpositionalen Ausdruck als die Poesie. Es versteht sich dies im Grunde von selbst und stimmt mit dem Gebrauch aller Völker und Zeiten überein.

2. In der Epik zeigen sich erhebliche Verschiedenheiten. Späte oder dem Scherz zuneigende Gedichte sind entweder auffallend polyprothetisch oder auffallend oligoprothetisch. Alle ernsthaften Epen guter Zeit stehen in der Mitte und gruppiren sich um die beiden Homerischen Gedichte, und zwar so, dass die einen Apollonios Rhodios, Hesiod, die Hymnen, die meisten Orphica, Tryphiodor; auch Arat sich mit einer grösseren Fülle von Präpositionen um die Ilias(3,14), die andern Kallimachos, Nikandros, Oppian mit einer geringeren um die Odyssee(3,95) gruppiren. Auch Theognis und Pindar nehmen ungefähr dieselbe Stufe ein, so dass in jeder 3ten bis 4ten Zeile eine Präposition steht. Dagegen sind Dionys(2,16), die Batrachomyomachie, Quintus, Theokrit und ein Theil der Oracula Sibyllina(IV. V. XII. XIV. VI.) polyprothetisch, so dass z. B. Dionys fast in jeder 2ten Zeile ein Vorwort hat; wührend Nonnos(5,17) und sein Alter Ego Koluthos, die Orphischen Hymnen, Pseudo-Oppian,(auch Musäos) stark oligoprothe- tisch sind, so dass z. B. bei Nonnos ungefähr in jeder 5ten Zeile eine Präposition steht. Diese Oligoprothesie fällt der Zeit nach zusammen mit der affectirten Vormeidung der Vorwörter in der Prosa bei Themistios, den Romanschriftstellern, Pseudo-Aristänet und manchen Andern, und charakterisirt jenen merkwürdigen Versuch, der im 4. Jahrh. gemacht wurde, einen neuen Stil in Poesie und Prosa zu gründen, der aber zu nichts Rechtem führte.

3. Eine beachtenswerthe innere Entwicklung von tiefster Oligoprothesie zu hoher Polyprothesie zeigt sich bei den Tragikern. Von dem ältesten und alterthümlichsten Stücke des Aeschylos, den Persern, wo erst auf 6 ½(genau 6,52) Zeilen eine Prüposi- tion kommt, bis zu den Bakchen des Euripides, wo sie schon fast in jeder 3 ½(3,77) Zeile erscheint, ist ein grosser Abstand. Alle Stücke des Sophokles liegen in der Mitte (5,41 4,67), wie auch die übrigen Aeschyleischen(5,30 5,03)*) nur der Pro- metheus(5,90) steht den Persern näher. Von Euripides zeigen die meist nachweislich älteren Dramen Medea(5,86), Heraclidae(5,38), dann Hecuba, Herc. fur, Alcestis, Hippolyt, Cyclops(4,88 4,63) also auch beide Satyrspiele eine den Sopho- kleischen und jüngeren Aeschyleischen ähnliche Gesammtfrequenz, dagegen haben alle übrigen

*) Reihenfolge dort El. Ai. Oed. Col. Trach. Phil. Ant. Oed. R. hier Suppl. Ch. Sept. Eum.