Aufsatz 
Entwickelung einiger Gesetze für den Gebrauch der griechischen Präpositionen : Mety, syn und hama bei den Epikern / T. Mommsen
Entstehung
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auf die Zahl der vorkommenden oder fehlenden Präpositionen überhaupt als um deren Verhältniss zu einander handelte, ob z. B. eine oder mehrere in ungewöhnlicher Weise überwiegen oder nicht; ferner darum, wie der Schriftsteller das causalewegen oder mit odernach odervon beim Passiv u. s. w. ausdrücke. Denn für fast alle Be- deutungen finden sich doppelte, ja drei-, vier- und fünffache Ausdrücke in dieser reichen Sprache, die zwar ursprünglich nicht ganz gleich waren, doch aber vielfach nach Stilart, Zeit, Ort(Dialekt) oder Individualität, auch nach dem Grade der Bildung oder Nicht- bildung der eine für den andern als völlig gleichgeltend gesetzt wurden. Ein schon früher gehegter Gedanke über den Grundunterschied der Casus fand hier manche Bestätigung, da dieser nirgends heller zu Tage tritt als bei den dreifälligen Präpositionen(z. B. bei ewi und eoi), dass nämlich wohl eine räumliche Vorstellung zu Grunde liege, aber nicht eine nach den drei Beziehungen des Wo? Wohin? und Woher? sondern nach den Begriffen: Punkt(Dativ), Linie(Accusativ) und Fläche oder Raum(Genetiv), all- gemeine Ortsvorstellungen, die dann durch das hinzutretende Adverb verstärkt oder specialisirt werden mussten, je mehr die Urbedeutung der Casus durch Einschmelzen der Specialcasus sich verwirrt und verflacht und das Gefühl dafür sich verdunkelt hatte. Zugleich wurden hierbei manche Fragen der höheren Kritik berührt, sobald es sich um Uebereinstimmung oder Widerspruch mit dem sonstigen individuellen und zeitlichen Ge- brauch handelte; eine Seite der Untersuchung, die wohl sehr wichtig ist, von mir aber keineswegs bei allen Schriftstellern hat verfolgt werden können, und die überdies mit grosser Vorsicht zu behandeln ist, da manche Verfasser innere Wandlungen durch- machen(ich nenne nur die Tragiker, vor allen Euripides) und auch Stoffe und Schrift- gattung(z. B. bei Xenophon) Unterschiede des Gebrauchs bedingen. Uebrigens verräth die Unechtheit einer Schrift sich weit leichter auf diesem Gebiet und ähnlichen als auf dem lexikalischen oder dem des Periodenbaus, theils wegen der Unscheinbarkeit dieser kleinen Wörter überhaupt, theils wegen der grossen Leichtigkeit der Verwechslung unter so vielen Synonymen. Man denke nur, wie selbst sehr gescheidte und geistvolle Nach- ahmer wie Lucian gerade durch die hin und wieder ihnen entschlüpfenden unattischen Prä-

positionen, Conjunctionen und kleinen Adverbien sich als solche verrathen.

§ 3. Gesammtfrequenz der Präpositionen.

Ehe wir zu oy und uerd zurückkehren, sei es erlaubt einige der bisher gewonnenen allgemeinen Resultate hier kurz mitzutheilen, zunächst über die Gesammtfreduen? der Präpositionen. Obwohl sie noch in mehreren Partien der Ergänzung, Bestätigung oder Berichtigung bedürfen, will ich sie nicht zurückhalten, weil sie meines Wissens neu-