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scheint, wo es nicht auf dialektischer oder individueller Abnormität beruht, blosser Zufall zu sein. Ebensowenig wird man sich einbilden, dass die grosse Häufigkeit des einen Vor- worts in der Prosa, des andern in der Poesie auf einem gefühlten und bewussten be- grifflichen Unterschiede beruhe, als ob ein Dichter nur ein„mit“ der Cohärenz, ein Geschichtsschreiber, Philosoph oder Redner nur ein„mit“ der Coexistenz habe brauchen können. Ich wenigstens glaube nicht, dass wenn Xenophon„den Feldherrn und die mit ihm“ durch ουν Thukydides durch uerâ ausdrückt, die einen irgend welche Cohärenz oder Coexistenz mehr als die andern mit ibrem Führer gehabt haben. Dass dennoch solche, oder andre, synonymische Unterschiede ursprünglich da gewesen sind, dass sie auch bei einzelnen Schriftstellern(obwohl in verschiedenster Art) obwalten, ist durchaus richtig und wird die spätere Auseinandersetzung zur Genüge nachweisen. Dadurch aber wird der Satz, dass uerdâ das prosaische ouy und u das poetische uerd sei, nicht umgestossen.
Uebrigens wird dem aufmerksamen Leser und Vergleicher schon aus den mit- getheilten Namen und Zahlen erhellen, dass die strengere Beschrünkung des prosaischen Ausdrucks erst mit Isokrates anfüngt, und dass die strengste Scheidung desselben von der Dichtersprache in dem theoretischen Xlexandrinischen Zeitalter herrschte. Es ist nicht zu- füllig, dass Apollonios Rhodios, Kallimachos, Lykophron, Leonidas von Tarent etc. ebenso sichtlich das uerd c. Gen. vermeiden, wie Aristoteles, Theophrast, Theopomp, Heron, Philon, Epikur etc. das ινν.
Ist dem nun so, so mag jeder bei seiner Weise bleiben, und auch unsere Schüler mögen 6 σeσα ννν⁸ς ναα oi eν αν in ihren Exercitien schreiben. Nur sollen meine Herren Collegen wissen und erfahren, dass, wenn sie dabei keinen Asteriscus an den Rand malen, sie mit der poetischen Prosa des Herrn von und zu Xenophon wetteifern, was
ihnen, den Schulstaub von dem sie umgeben sind angesehen, gar nicht zu verargen ist.
s 2. Gang der Untersuchung.
Die Veranlassung dieser Untersuchung war eine sehr bescheidene. Als ich im Sommer 1869, von einer Zusammenstellung der Gothischen Präpositionen mit den Griechischen und Lateinischen ausgehend, mich besonders mit dem Sprachgebrauch des Thukydides beschäftigte, fiol mir im 6. Buche die Sparsamkeit des e auf; ich suchte dann den in der vortrefflichen Krüger'schen Grammatik angegebenen aber nur aus Xenophon belegten Unterschied zwischen u und uerã c. Gen. mir durch Beispiele zu verdeutlichen, und fand nun sehr bald das obige Resultat, da ich ganze Schriften von Platon, mehrere Attische Redner u. s. w. durchlas, ohne auf ein einziges Gονr zu stossen. Sehr willkommen war dann mir die Schrift von Rudolf Bucken über den Sprachgebrauch


