Aufsatz 
Bemerkungen zum ersten Buche der Satiren des Horaz
Entstehung
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steht es fest, dass die beiden Epitheta Parmensis und Etruscus sich recht wohl ver- einigen lassen.

Sind nun diese drei Widersprüche gegen die Identität als mehr scheinbar denn wirklich nachgewiesen, was werden wir gegen das directe Zeugniss des Porphyrio: Cas- sium Etruscum Parmensem dicit, cuius tragoedia Thyestes extat, machen? Freilich sind mehrfache arge Verwechslungen hier bei den Scholiasten bemerkbar, nämlich

1. zwischen dem Dichter L. Varius und dem Heerführer Q.[Attius] Varus, ähn- lich wie Verg. Ecl. IX, 35(Schol. Porph. et Acr. zu Epist. 1, 4, 3);

2. zwischen dem Feinde des Octavian Cassius Parmensis, der Dichter und Krieger zugleich war, und dem etwas späteren berüchtigten Redner und Geschichts- schreiber Cassius Severus, der ein Widersacher des August und Tiber war, dessen Schmähschriften öffentlich verbrannt wurden und den Tiber 18 p. Chr. ins Exil schickte.(Schol. Cruq. zu Sat. I, 10, 62);

3. zwischen der Schlacht bei Philippi und der bei Actium.(Schol. Porph. et Acr. zu Epist. 1, 4, 3);

Den ersten und dritten Irrthum begeht, so scheint es, Porphyrio, und wiederholt der sogenannte Acro. Der mittlere findet sich in deutlicherer Gestalt nur bei dem Schol. Cruq.(post mortem decrevit Senatus, ut libri eum cadavere exurerentur); Porphyrio's Worte Aspere quasi tam verbosa aut tam multa scripserit ut cum non viderentur legi digna illis ipsis mortuus exustus sit lassen die Auslegung zu, dass der Scheiterhaufen, auf dem die Leiche des Cassius Parmensis nach seiner Hinrichtung verbrannt wurde, aus Hohn mit den eigenen Schriften desselben wie mit Maculatur angezündet sei; ähnlich, nur breiter, Acro. Es kann sein, dass hier, wie es bei dem Schol. Cruq. in der That scheint, eine Verwechslung mit der Verbrennung der polemischen Prosa des Cassius Severus zu Grunde liegt; sicher ist es nicht. Lassen wir einmal diese Frage und die Richtigkeit der Erklärung des Porphyrio bei Seite, so geben uns alle diese drei Irrthümer doch keinen genügenden Grund, dazu einen vierten in Betreff der Identität des Etruscus und Parmensis anzunehmen, da diese an und für sich, wie wir gesehen haben, nicht ohne innere Wahrscheinlichkeit ist, und da überhaupt in alten Scholien historischer Art weit häufiger zu etwas Richtigem etwas Falsches zugemischt ist, als dass sie ganz und gar aus der Luft gegriffen sind.

Endlich kommt doch auch das hinzu, dass es sonderbar wäre, wenn in einer an Dichtern nicht überreichen Litteratur von einem so notorischen Lope de Vega, wie der Etruscus gewesen sein müsste, sonst keine einzige Spur zu entdecken wäre. Wir