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eine Kunstpause, um die Renommage erst recht auf den erstaunten Hörer wirken zu lassen. Daher ist hier ein locus interpellandi. Malitiös genug geht Horaz gar nicht darauf ein, sondern fragt„nach dem Wetter.“
Sat. I, 9, 31 ff. Die Weissagung der alten Sabinerin erinnert unter andern ähn- lichen Stellen an Pind. Pyth. IV, 71— 78, wo das delphische Orakel den Pelias in feierlichen Worten vor dem„Einschuhmanne“ warnt, roν οeνοονρσσπαόmσηανναοωνν ενꝙꝓρανααά -εεέννεκν αμεdeν. Reminiscenzen aus Pindar sind mehrfach übersehen worden; ich er- innere bei der Gelegenheit an den Schluss der Ermahnungsrede des Isokrates, an König Philipp von Macedonien(5, 152), wo vοο˙de olos el offenbar eine Nachbildung von 0os ε&σ0⁴μα˙ν bei Pind. Pyth. II, 72 ist und uns zugleich zeigt, wie 130 Jahre nach dem Dichter die gebildete Griechenwelt die Pindarische Sentenz construirte.
Sat. I, 10, 31. Graecos... versiculos... Natürlich sind Epigramme gemeint. Man denke an die vielen Scribler in dieser Gattung on both sides of the water während der ganzen römischen Zeit.
Sat. I, 10, 61. Die Acten über die Identität oder Nichtidentität des Cassius Etruscus und Cassius Parmensis sind noch nicht geschlossen. Da die letztere an- fängt in der Horazliteratur kanonisch zu werden, wird es gut sein die Gründe für er- stere zusammenzufassen.
Was wissen wir von dem Etrusker Cassius? Gar nichts als was diese Horaz- stelle darbietet. Darnach wäre er ein Schriftsteller, vermuthlich ein Poet, gewesen, der„schmierte, wie man Stiefel schmiert,“ und der(wie man gewöhnlich die Stelle, gegen Porphyrio, auslegt) bei der Lampe, welche seine eifrigen Bemühungen um die Gunst der holden Musen beleuchtete, auf irgend eine Weise durch Brandunglück— per veterem dilapso bibliothecam Volcano— zu Schaden„ wo nicht gar zu Tode kam. Die Ursache seines Todes kann eine andre gewesen sein: Aerger, dass Niemand seine Bücher kaufen wollte, Neid gegen seine Collegen, eine böse Frau, Magenbeschwerden, ein Hochverrathsprocess— was weiss ich: genug, todt war er, als Horaz dies von ihm erzählte.
Dagegen ist der Parmesaner Cassius eine in politischer und literarischer Be- ziehung nicht unbekannte und nicht unbedeutende Persönlichkeit. Unter Cäsars Mördern waren wie zwei Junii Bruti so auch zwei Cassii, der bekannte C. Cassius Longinus und dieser Cassius Parmensis, dessen Vornamen wir nicht wissen. C. Cassius in einem Briefe an Cicero(ad fam. XII, 13 d. d. Cypern, 13. Juni 711= 43 a. Chr.) scheint von diesem seinem Namensvetter(C. noster) als einem seiner Heerführer zu Wasser


