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„Nachdem es so weit gekommen, dass nichts an ihnen übereinstimmte, war tödtlicher Hass zwischen Hector und Achill, ploss deshalb weil sie beide grosse Helden waren.“ Hiezu passt der dazwischen eingeschobene Grund seinem einfachsten Verständniss nach, wobei molesti und fortes die beiden Prädicate sind„ so:„denn alle, die in feindlichen Streit gerathen, sind mit eben dem Rechte unversöhnlich(Zünkisch), mit welchem sie tapfer sind.“ Dies ist dann nicht der Grund zu dem nihil inter autrumgque convenit, sondern der parenthetische Causalsatz zu dem Gedankencomplex Postquam... ira fuit capitalis... summa fuit: in welchem die Beifügung non aliam ob causam' nisi quod virtus in utroque summa fuit den besonderen Grund für Hector und Achill beibringt, während der vorangeschobene Satz mit etenim hiezu die allgemeine psychologische Ur- sache angibt. Beide Causalsätze gehören also zu einem und demselben Hauptgedanken, doch in verschiedener Weise, als der allgemeine Erfahrungsgrund und der faktische Grund des besonderen Falles.
Will man dagegen ein Anakoluth oder eine bis zu v. 20 sich ausdehnende scherz- haft lange Periode— etwa wie Epist. I, 15, 1— 25, wo sie aber so rund und hübsch ist, dass man, wie bei den Wielandischen, die Lachesis nicht wecken möchte— an- nehmen, so wäre, däucht mir, das nihil inter utrumgque convenit ein ziemlich undeutlicher Ausdruck für die Zanksucht, welche nach der ironischen Darstellung des Dichters, rechten Helden ziemt. Denn nihil etc. heisst nur„sie sind in allem uneins,“ nicht„sie sind unversöhnlich“ oder, wie Döderlein übersetzt,„nachdem sich ein fried- licher Austrag zwischen den beiden zerschlug“. Auch gegen Döderlein's Auffassung des hoc etenim etc., nach welcher omnes(litigatores) und fortes(Helden) die Subjecte sind, zu denen beiden molesti das Prädicat bildet, so:„weil jeder Krakeler dieselbe Denkart hat wie Heroen“, gilt derselbe Einwand. Uebrigens findet sich diese Erklärung schon bei Mitscherlich, Orelli u. A. und scheint auch die des Por- phyrio gewesen zu sein: eadem pertinacia mali homines inter se contendunt Qua bellant viri fortes. So auch Acro, der überdies das Postguam etc. durch postquam capitales ini- mici et ineæpiabiles facti sunt wiedergibt, mit Unrecht, glaube ich; Porphyrio hat dies nicht.
Die einfachere Ordnung der Gedanken würde also diese gewesen sein:„Zwischen Hector und Achill, nachdem sie sich einmal veruneinigt hatten, war tödtlicher Hass, blos weil sie beide gleich grosse Kriegshelden waren; denn alle grosse Helden, die in Streit gerathen, meinen dasselbe Recht zu haben, zänkisch zu sein, welches sie haben, tapfer zu sein.“
Das Präsens nach postquam scheint mir kein genügender Grund, dasselbe lieber


