Aufsatz 
Bemerkungen zum ersten Buche der Satiren des Horaz
Entstehung
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Heindorf hatte ganz richtig(gegen Bentley) gesagt, dass nur nos, insofern Mäcen und Horaz in ihrer Gleichgiltigkeit gegen äussere Ehre dadurch verbunden würden, einen Zusammenhang gäbe. Die ganze sinnige Erklärung liess Wüstemann weg. Er hätte ihr wenigstens Anführung und die Ehre der Widerlegung gönnen können. Reisig gieng in seinem Missverstehen dieser Stelle so weit, dass er unter dem Ausdruck a volgo remoti nur die homines obscuri, die dem Volk weniger Bekannten, verstanden wissen wollte. Wührend Kirchner und Krüger diese abgeschmackte Erklärung des a volgo remoti verwerfen, folgen sie doch in der Hauptsache demselben unbesonnenen Interpreten und bringen dadurch eine von Mäcen abgehende lediglich auf Horaz passende Beziehung an einen Ort, wo dieselbe gar nicht hingehört. Es scheint fast unbegreiflich, nachdem Heindorf so einfach und richtig den Staar gestochen, dass nun wieder solche Blind- heit die Ausleger schlagen konnte. Horaz hat aber in neuer Zeit überhaupt kein Glück gehabt: einer der vorzüglichsten Kenner dieser Seite der Philologie hat schon seit Gott weiss wie vielen Jahren einen Commentar versprochen, doch wie wir hören, wird diese Hoffnung überhaupt nie in Erfüllung gehen. Das Buch von Lehrs enthält manches Gute, aber blos sporadisch, und in der Hauptsache wird man ihm schwerlich beistimmen. Die Meisten halten es unter ihrer Würde über Horaz zu schreiben: dies kann man ihnen verzeihen, da es gewiss über ihren Fähigkeiten ist. Ein gelehrter Duns wird auf diesem Felde gern entbehrt werden.

Indess irren die beiden, denen heutzutage kein Horazerklärer gleichkommt, Wie- land und Heindorf, doch darin sehr, wenn sie eine politische Färbung dieser Satire zu gewahren glauben, als ob deshalb, um der neuen Monarchie in die Hände zu arbeiten, gegen die ambitio gesprochen werde. Mit der Politik hat dies Gedicht ebensowenig zu thun wie mit dem Ritterstand des Mäcenas, der ja vielmehr hier ganz als das, was er war, als ein vornehmer Mann, zu dem sich alle drängen, behandelt wird.

Darin hat Döderlein ganz recht(und ihm folgt auch Krüger, aber nicht ohne einen schielenden Zusatz), dass ingenuus nicht mit Heindorf und Kirchner für freigeboren im Gegensatz zu dem eigentlichen libertus genommen werden darf. Denn es würde dadurch ein Widerspruch mit dem Gange des ganzen Gedichts entstehen, wenn von Mäcen indirect behauptet würde, er habe einen libertus(im alten Sinne des Wortes) seiner niedern Geburt wegen ausgeschlossen und nur den libertinus zugelassen.

Sat. I, 7, 9 20. Ich verstehe diese Stelle so, dass der Nachsatz zu Postguam mit inter Hectora beginnt. Dann geht utrumque nicht rückdeutend auf Persius und Rupilius, sondern vordeutend was bekanntlich echt antik ist auf Hector und Achill.