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also berechtigt war diese Stelle anders als ganz allgemein zu verstehen. Der Gedanken- gang ist dieser:„So Tigellius. Gut, aber haben die Tadler desselben keine Fehler?“ „Freilich,[sagen sie], haben wir andere, aber auch, sollte man doch denken, geringere Fehler.“„[Jawohl! oder Eil?] So machte es Mänius auch mit sich und dem No- vius; diesen verketzerte er und sich selbst gab er Ablass.[Nein wahrlichl] solche Selbstliebe ist einfältig und ungebildet und verdient Tadel.“
Die richtige Auffassung von et fort. minora findet sich auch bei Wüstemann, Kirchner u. A., alle aber scheinen mir darin zu fehlen, dass sie sich den H. als von seinen eigenen Fehlern sprechend vorstellen. Wüstemann geht mit seiner Erklärung des cum tua pervideas gänzlich in die Irre.
Diese meine alte Auffassung des ganzen Zusammenhanges finde ich nur in dem Buche von Fr. Jacob, Horaz und seine Freunde, p. 48— 56, zwar in seiner geistreich- spielenden Weise ausgeführt, der Sache nach aber völlig richtig angedeutet. Fr. Jacob war ein Erklärer der Alten, wie wir sie jetzt auch an den meisten Universitäten ver- gebens suchen.
Ebenda finden wir die künstlichere Auslegung der Stelle„als ob H. ef fort. minora ernstlich von sich gemeint“, und im Folgenden das Beispiel des Mänius nur beigebracht habe um zu sagen, dass er, obwohl er behaupte, seine Fehler seien geringer als die des Tigellius, doch es keineswegs mache wie Mänius, dass er sich wie sein eigener Beichtvater überhaupt von allen Fehlern absolvire— mit Recht obwohl nur in an- deutend-dialektischer Form abgewiesen. Man kann noch hinzusetzen, dass dies um so dunkler und geschraubter sein würde, als das ganz plötzlich asyndetisch eingeworfene Beispiel von Mänius und Novius bei dieser Auffassung sich zu den Worten et fortasse minora adversativ verhalten würde, ohne dass dieser Gegensatz weder qurch eine Parti- kel angedeutet noch überhaupt ein recht scharfer und deutlicher wäre, so dass Jeder vielmehr das Beispiel wie Tantalus a labris I, 1, 68 als Beleg zu dem unmittelbar Vorhergehenden auffassen, also missverstehen müsste.
Sat. I, 3, 24 improbus ist weder nimius(Heindorf) noch indefessus(Reisig) noch „ungerecht“(Döderlein), sondern plump, ungebildet, unverschämt, Aρ% νG. Aehn- lich, auf der Spur des Richtigen, Kirchner(obwohl sein„schamlos“ keine gute Wahl ist), mit Hinweisung auf Epist. I, 7, 63, wo negat improbus heisst:„der Grobian (Lümmel) sagt Nein.“ Der kluge und feine Mann tadelt sich auch selbst: eine sehr richtige Bemerkung des mehr weltmännisch-einsichtigen als erhabenen Dichters.
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