Aufsatz 
Bemerkungen zum ersten Buche der Satiren des Horaz
Entstehung
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ib. Ouid enim heisstWie sollte er(der Kriegerstand) auch nicht?=Natür- lich, denn, ganz das Englische For ꝛchy?.

Sat. I, 1, 88. Die vielbesprochene Stelle ist weit leichter und einfacher als man glaubt. Bei raschem Lesen und gutem Vortrage ergibt sich wie von selbst, dass das zweite Ak si(88) als Anaphora des ersten(80) gemeint ist, so dass die Worte 88 91 nicht im Gegensatze zu 80 87, sondern beide als Instanzen gegen das vermeintlich glückselige Leben des reichen Geizhalses, den Worten 7679 gegenübergestellt sind. Diese beiden EinwürfeWenn du krank bist, kümmert sich Niemand um dich und Wenn du dich um die Gunst deiner nächsten Verwandten bemühst, glaubt dir(falls du bei deinem Geize bleibst) Niemand und hört Niemand auf dich; du wirst sie störrig finden wie den Esel, mit dem man Reiterkünste treiben will in lebhafter rhetori- scher Argumentation asyndetisch an einander gefügt, wie bei der Figur der Aufzühlung werden mit dem Denigue v. 92 sehr passend coupirt, so:kurz,(wenn du nicht Allen verhasst und von Allen verlassen unglücklich da stehen willst, so) mach ein Ende mit deinem Geiz. Es könnte dir sonst gehen wie dem Ummidius, der obwohl sehr reich doch ein elendes Leben führte, in steter Angst um seine Schätze, und einen noch elen- deren Tod starb von der Hand derjenigen die ihm am nächsten standen. Das doppelte At ist also ganz wie das bei Rednern nicht seltene doppelte λα⁴ der lebhaft nach einander aufgezühlten Einwürfe; bei beiden Gliedern ist im Vordersatz aus dem Zusammenhange zu ergänzen: so lange du nämlich bei deinem Geize bleibst. Alles Andere scheint mir matt, dunkel, verdreht, künstlich. So die in diesem Zusam- menhange den raschen Lauf der Beweisführung wider den Geizigen unangenehm hemmende und störende, überhaupt höchst triviale NebenbemerkungUnd doch könntest du die Verwandten so leicht gewinnen, wenn du nur wolltest, und gar in einer durch nichts gerechtfertigten ironischen Form: für dies Verständniss wäre immerhin an si noch vor- zuziehen. Auch wenn man das ℳt v. 88 für das erläuternde näm lich, man muss aber dabei wissen, dass nehmen wollte(cf. Sat. I, 5, 60), würde der Ton sinken, der in 80 87 so frisch und munter war, und, nach dem matten Anhängsel 88 91, denique bei weitem weniger klar und scharf einschneiden. Es ist fast unglaublich, was an verkehrter Erklärung und grundloser Muthmassung an dieser Stelle zusammengehäuft ist; übrigens ist schon die mit der jüngsten Auslegung übereinstimmende älteste des Porphyrio at(an) te putas ita operam perdere u. s. w. in die Irre gegangen; von den Neueren waren Dillenburger und Döderlein am meisten auf dem richtigen Wege, denn obwohl dieser infeliæ unrichtig zum Vorigen zog und fürim Unglück nahm, war