Aufsatz 
Zur Geschichte des Gymnasiums : 1. Beitrag
Entstehung
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gang(Schlacht bei Mühlberg 24. April 1547) sehr gefährdet war. ¹²) Wie diese Umstände auch auf die Barfüsserschule einwirkten, lässt sich noch nachweisen. Sechs Wochen nach dem Ausbruch des Krieges, 14. Sept. 1546, heisst es im R.-P.Schul zun Barfüssern. Relatum: Die Unterschulmeister seien bisher von dem Geld, so man von den Schülern ufhebt, unterhalten worden, und wollten aber die Leut wenig, ein Theil auch gar nichts geben, also dass man sie nit wol unterhalten kann; H. Justinian habe eine Zeit lang den beneficiis davon dargebracht; ¹³) und im B.-B.Wie Herr Justinian von Holtzhausen angezeigt, dass ime an den Gefällen, so zur Unterhaltung der Schulen gewandt werden sollen, Abbruch beschehe; dass auch von den Bürgern, so ir Kinder darin gehen lassen, nichts gereicht werde, und gebeten, ein E. R. woll das Best thun, damit die Collaboranten diesmal möchten bezalt werden: ist den Rechenmeistern bevelh geben, dieselben zu bezalen. Hieraus ergiebt sich, dass die Frequenz der Schule bisher genügt hatte, um die Collaboranten derselben, sei es ganz oder doch zum grössten Theil, aus der Schul- geld-Einnahme zu besolden, dass aber nun, als in den unglücklichen Kriegszeiten das Schulgeld nicht mehr aufgebracht werden konnte, die Stadtkasse ins Mittel treten musste, und so die Belastung derselben sich erheblich vermehrte. Hierin lag gewiss ein Haupt- grund für den Entschluss des Micyllus fortzugehen, da er wohl nicht ohne Empfind- lichkeit die Klagen über diese schweren Kosten seiner Schule vernehmen mochte; überhaupt war seine weiche Seele für so rauhe Stürme wenig geeignet, wie er denn damals in leidenschaftlicher Hast aus Furcht vor den Feinden alle seine Papiere verbrannte,ut semper rebus adversis fuit obnoxius. ¹⁴) Gewiss aber hat man den edlen Mann nur mit

¹²) Siehe die lebendige Schilderung bei A. Kirchner, Gesch. 2, 119 161.

¹³) Diese etwas flüchtig geschriebenen Worte des R.-P. könnten, wenn sie keinen Fehler ent- halten, allenfalls heissendas Schulgeld sei eine Zeitlang so reichlich gewesen, dass Holtzhausen davon noch habe auf die beneficia(Stipendiaten?) verwenden können. Oder sie sind verschrieben und sollen heissen:H. habe eine Zeitlang ihnen(den Collaboranten) von den b. dargebracht d. i. er habe aus andern unter seiner Verwaltung stehenden Geldern(z. B. aus dem Schwanau'schen Testament) das Fehlende zuschiessen müssen. Jedenfalls erkennt man daraus, dass Justinian die Schulkasse verwaltete.

¹⁴) So äussert sich 6 Jahre nach dem Tode des Micyllus sein Sohn, der Kurpfälzische Kanzler Julius(Cl. Mic. 164. 183.). Dass dieser noch nachher ein freundliches Verhältniss zu den Frankfurtern hatte, geht daraus hervor, dass er einige Jahre später 1000 fl. bei der Stadt belegt. Im R.-P. vom 18. Febr. 1567 heisst es:Relatum: Es hab bemelter Micyllus pfalzgravischer Rath ansuchen und bitten lassen, 1000 fl. Hauptsumma von ime anzunemen und jedes Hund mit 5 fl. zu verzinsen. Item: Es sei noch ein Person vorhanden, die beger bis in 5 oder 6000 fl. gleicher Gestalt anzulegen. Das B.-B. zeigt, dass man das Geld annahm. Wir erkennen daraus, dass der jüngere Micyllus in guten Umständen war. Seinem edlen Vater mochte es schwer gewesen sein, eine für die damaligen Verhältnisse so grosse Summe zu erübrigen; dennoch war auch dieser später wenigstens nicht ohne Vermögen. Seine Frau muss Weinland besessen haben, denn am 28. April 1552 wird ein Ge-