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Hierüber geben einige bisher unbeachtet gebliebene Notizen erwünschten Auf- schluss. Im Rathsprotocoll unter dem 5. April 1547. also um die Zeit, wo die Anstalt aus Micyllus Leitung in die des Theobald Oswalt(Eobaldus Sylvius) ¹¹) übergehen soll, findet sich folgender Eintrag:„Eobaldus zu des Raths Schule. Relatum: er wäre wol an Mieylli Statt zu gebrauchen, und wie des Micylli Rath und Gutbedünken sei, die Alphabetarios in die Stiftsschulen zu thun, und dass man Eo- baldo desto mehr Besoldung gäbe, damit er selbst die Substituten bestellte.“ Die Angabe im Bürgermeisterbuch ist ungefähr dieselbe, doch steht darin nichts von den alphabetariis, und der Beschluss lautet„man solle erst Theobald fragen, wie viel Be- soldung er haben und ob er auf seine Kosten geschickte Substituten halten wolle“; das Rathschlagungs-Protocoll fügt noch hinzu,„dieweil Micyllus bald von hier wegziehen wird.“ Schon 4 Wochen früher(3. März) war„deu Verordneten bevolhen, mit Theo- baldo zu handeln, wie er sich zu der Schulen wolle bestellen lassen“; und 14 Tage darauf(21. April) referiren diese nur„was mit Theobaldo des Micylli Substituten der Schulen halben gehandelt“ und man beschliesst die Sache„wieder anbringen“ zu lassen. Erst am 26. Mai, nachdem Micyll schon weggegangen ist, kommt die Unter- handlung zu ihrem Abschluss. Im R.-P. heisst es:„Schul zun Barfüssern. Die Ver- ordneten haben referirt, was sie mit Theobaldo von Usingen seiner Belonung halben gehandelt, nämlich dass er fordere für sein Belonung 100 fl. und für zween Substituten 80 fl.“, und im B.-B.:„Als die Verordneten referirt und wiederum anbracht, was sie mit Meister Theobaldo seiner Belonung halben gehandelt und dass derselbe zu seiner Belonung 100 fl. und für 2 Substituten 80 fl. fordere,— ist den Verordneten Macht geben, in dieser Sachen das Best zu thun und fürzunemen, damit die Schul zum Besten versehen und auch eins Erb. Raths mit dem übermässigen Ausgeben möcht verschont werden“; ingleichen werden sie beauftragt„wie die Fürsehung zu thun, damit die Pfaffenschulen auch in wesentlichem Gang erhalten und die Jungen darin fleissig zur Lehr angehalten werden.“ Man sieht deutlich: es handelte sich nicht nur darum, dem Micyllus einen Nachfolger zu geben, sondern zugleich um eine Reduction der Schule, um die Kosten derselben zu vermindern. Zu dieser Sparsam- keit des Raths war Grund genug vorhanden in der augenblicklichen Lage der Stadt, welche seit dem Beginn des Schmalkaldischen Krieges von Freund und Feind schwer bedrückt und durch die schlechte Führung von Seiten der Verbündeten und den unglücklichen Aus-
¹¹) Nach Ritter Ev. D. 435.(der aus einem alten Manuscr. von Hartmann Beyer schöpfte) hiess er Eobald Otto Sylvius; bei Lersner und in den R.-P. und B.-B. findet sich nur Theobald Oswalt oder Eobaldus Sylvius. Doch hält wohl Fd. Steitz(Archiv III, 176) die Latinisirung Otto Sylvius mit Recht für eine Zerlegung des Namens Oswalt.


