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Ende desselben und zu Anfang des folgenden, der hohe Aufschwung und dann die Stagnation im 17., die steifleinene Herrlichkeit im Beginn, die tiefe, noch prosaischere Ebbe im weiteren Laufe des 18., das Aufblitzen des neuen Geistes gegen Ende des 18. und seine volle Erscheinung im 19., später folgende jedenfalls charakteristische Zu- stände— all diese Dinge, in Einrichtungen und Personen aufs deutlichste wiedergespie- gelt, übten auf mich einen unwiderstehlichen Reiz aus. Ich gebe also hier einen ersten Beitrag zur Entwicklungsgeschichte unsrer Anstalt, in der Art, dass ich, wo meine Vorgänger gearbeitet haben, die Resultate, so weit ich diesen beistimme, kurz zusammen- fasse, genauere Ausführungen nach den Quellen aber da gebe, wo mich gerade die Untersuchung etwas Neues gelehrt hat. Diese führte mich zunächst auf das Lehrer- personal, um durch den jedesmaligen Bestand desselben zugleich Licht und Klarheit über den Umfang der Schule zu gewinnen, was, wie man sehen wird, im 16., ja selbst noch im 17. Jahrhundert, nicht immer leicht ist. Anderes kann ein andermal behandelt werden. Für den Fall indess, dass es mir nicht vergönnt wäre, die Arbeit zu vollenden, habe ich, damit ein Fortsetzer derselben weniger Mühe haben möchte, gemeint auch obiges sehr trockene aber ziemlich genaue Verzeichniss der Fundgruben und Bausteine hinzufügen zu müssen.
Das Frankfurter Gymnasium ist mit der Reformation und durch sie entstanden. Den ersten Einfluss auf seine Gründung hatte Erasmus, den zweiten, bei weitem dauernderen und mächtigeren die Wittenberger Reformatoren, vor Allen Melanchthon, welcher fast 40 Jahre hindurch in diesen Angelegenheiten der Rathgeber der reichs- städtischen Verwaltung war. In Folge des Beschlusses vom 23. December 1519 ²) wurde am 13. April 1520 Wilhelm Nesenus, ein Lieblingsschüler von Erasmus, zu des Raths Schule angenommen und verpflichtete sich nach einer halbjährigen Probezeit am 14. Sept. 1520 zu diesem Dienst auf drei Jahre.³) Die humanistische Lehranstalt, der er vorstand, war also von Anfang an eine Staats-Schule; zugleich aber hatte er die Ver- pflichtung täglich eine öffentliche Vorlesung für Erwachsene zu halten, zunächst für diejenigen Patricier, welche sich der Reformation und dem Humanismus zugewandt
²)„Dass man nach einem redlichen, gelehrten und von mores geschickten Gesellen trachten solle, der die jungen Kinder in der Lehre anhalte, und demselben Jahrs zu Besoldung als einem Soldner geben; doch eines Soldners minder zu halten“(d. i. dafür einen Söldner weniger zu halten); cf. Lersner, Chronik II, 2, 107.
³) Siehe Classen, Mic. 38 ff.; Osterpr. 1861, 1 ff.


