Aufsatz 
Zur Geschichte des Gymnasiums : 1. Beitrag
Entstehung
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Sorgfalt des trefflichen Archivars Hrn. Prof. Dr. Kriegk zusammengeordnet hat, besonders dreierlei für unser Gymnasium wichtigen Quellen: a) die Rathsprotokolle und Bürger- meisterbücher; b) die Schulacten(4 Bände, fast nur dem 17. Jahrhundert angehörig; weniges aus dem 16.); c) die Acten das Religions- und Kirchen-Wesen betreffend. Die Stadtbibliothek liefert nicht nur alle localhistorischen Hilfsmittel überhaupt, sondern auch einige das Gymnasium insonderheit angehende Hand- und Druckschriften, welche sich nirgendwo sonst finden, namentlich die 134 Nummern umfassende Sammlung von Gymnasial-Patenten(unter den Dieffenbach'schen Francofurtensien), welche die voll- ständigste ist, die es giebt, und welche doch nur ungefähr ¹³ der überhaupt gedruckten Patente enthält; ferner Tom. XXXVIII XLI der Ochsensteiniana, hauptsächlich tom. XL, welcher Copien und Auszüge der Scholarchats- und Consistorial-Protocolle von 1695 bis 1747 enthält; mehrere Manuscripte der Uffenbach'schen Sammlung u. s. w. Im Conventsarchiv(oder Archiv des Prediger-Minist.) endlich sind vornemlich Tom. III. V. XIII. mit wichtigen Beiträgen aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts (nur wenige Stücke sind älter) zu beachten, da trifft man z. B. den Lehrplan des Micyllus und die Schulordnung von 1579 an. Die Benutzung dieser Schätze wurde mir durch die unerschöpfliche Güte der Herren Dr. Kriegk und Dr. Haueisen(unsres vor- züglichen Stadtbibliothekars) sehr erleichtert, sowie diese überhaupt, ingleichen die Herren Pfarrer Dr. th. Steite und Dr. Kalb, Hr. Dr. med. Stricher, endlich auch mehrere meiner werthen Herren Collegen, diese meine Arbeit in der freundlichsten Weise mit Rath und That unterstützt haben.

Zu den eigentlichen Quellen kommen nun die schon vorhandenen historischen Arbeiten hinzu. Hier steht Lersner's Chronik(1706 und 1734) obenan, in der That ein nicht nur für seine Zeit durch Fleiss, Gewissenhaftigkeit und edlen patriotischen Sinn bewunderungswürdiges Werk, sondern auch für immer von unschätzbarem Werthe, schon desshalb, weil Lersner manche im Privatbesitze befindliche Quellen benutzen konnte, welche jetzt verloren gegangen sind. Andererseits ist bekanntlich doch auch manche Ungenauigkeit und Unvollständigkeit in Lersner's Angaben, wie dies namentlich von seinen Auszügen aus den Rathsprotocollen und Bürgermeisterbüchern gilt. Für die älteste Zeit(bis ungefähr 1552) ist manche schätzbare Nachricht zuerst und allein in J. B. Ritter's Evangelischem Denkmal(1726, Gesch. d. Fr. Kirchen-Reformation) ent- halten. Unter neueren Werken bietet am meisten der 2. Theil von A. Kirchner's Geschichte(1810), wenn auch wenig Neues über die Special-Geschichte des Gymnasiums. Zu dieser gehören:

1) Hirtewigii Epistola ad Balth. Mentzerum, de præsente Gymnasii Mœno-Franco-

furtani ratione et statu. Dat. 6. Nov. 1615.(gedruckt 1654. 4. Francof. typis Hoffmannianis. 16 pp.).