Aufsatz 
Zur Geschichte des Gymnasiums : 1. Beitrag
Entstehung
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sind. ¹) Sein Nachfolger Albrecht spricht im August 1747(Progr. ad Exam. 10), als der alte bereits emeritirte Klumpf noch lebte(er starb 29. Dec. desselben Jahres), die Hoffnung aus, dass dessen Sohn, der damals Advocat in Frankfurt war, die Papiere seines Vaters herausgeben werde. Diese Hoffnung hat sich nicht verwirklicht; wo der Nachlass geblieben ist, weiss ich nicht; der jüngere Klumpf, Dr. V. J., findet sich bis 1751 unter den im Staatskalender verzeichneten Advocaten. Auch Albrechts Papiere fehlen fast gänzlich; seine im Jahre 1781 gestorbene Wittwe schenkte(zwischen 1770 und 1772) das Manuscript seiner Progressionsreden an den berühmten Arzt Senckenberg, den Freund des Albrecht'schen Hauses. So ist auch aus diesen beiden Rectoraten nur das Album Discipulorum(von 1722 an) vorhanden. Etwas mehr ist aus Purmanns Zeit da(von 1764 an), namentlich das Manuscript seiner sämmtlichen Progressionsreden, und die Vorarbeiten zu seinem historischen Programm von 1779, welche indess nur Auszüge aus andern noch zugänglichen Quellen sind und deren hier nur Erwähnung geschieht, weil sie die(unsichtbare) Grundlage der Fömel'schen Arbeit über Hirtzwig (Herbstpr. 1829) bilden. Erst von Matthiae's Zeit an(1805 ff.) besitzen wir wohlgeordnete und vollständige Acten; was in der spätern Zeit an Ordnung mangelte, habe ich her- zustellen versucht. So bietet die Schule selbst für den grössten Theil des 18. Jahrhunderts fast nur die Programme; diese, welche vom Herbst 1737 an regelmässig erscheinen, belaufen sich im Ganzen bis jetzt auf ungefähr 380 Broschüren in 4⁰ zum Theil von beträchtlichem Umfange. Schwerlich möchte eine andere Lehranstalt so viele Schul- schriften aufzuweisen haben als das hiesige Gymnasium. Natürlich findet sich darin für die Geschichte desselben manche schätzbare Notiz, obwohl erst seit 1805 die Schulnachrichten ausführlicher und regelmässiger werden. Auch das Archiv der Gymnasial-Wittwen- und Waisen-Kasse liefert, von 1722 an, manchen will- kommenen Beitrag, namentlich zur Lebensgeschichte der an dieser Kasse betheiligten Lehrer, welche(meistens Autobiographien) in einem besondern Bande enthalten ist. Das Consistorialarchiv, in welches das des Scholarchats übergegangen ist, ist ver- muthlich eine der wichtigsten Quellen, sie ist aber für den Augenblick unzugänglich, da der äültere bis 1800 gehende Theil jenes Archivs zwar seit Jahresfrist an das städtische Archiv abgeliefert ist, aber da der Platz nicht ausreichte, in einem unheizbaren Locale (der Stadtwage) hat untergebracht werden müssen, wo vielleicht erst im nächsten Sommer an Aufräumen und Ordnen gedacht werden kann.

Wüährend so die nächstliegenden Fundörter entweder sehr unergiebig oder durch Umstände verbaut sind, finden sich anderswo reiche Quellen, namentlich 1) im Stadtarchiv, 2) im Archiv des Prediger-Ministeriums, 3) auf der Stadtbibliothek. An ersterer Stelle begegnen wir, ausser einzelnen Urkunden und Fascikeln, welche die ) Vgl. auch J. B. Ritter, Evang. Denkm. p. 437, Anm.