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oder doppelt geſtalteten, zu welcher Gruppe unſer 10- hinzukommt. Bei Artemis lag die gedoppelte Be⸗ ziehung der„Veilchen⸗“ und der„Pfeilfrohen“ um ſo viel näher, als bekanntlich die Sonnenſtrahlen „Pfeile“ genannt werden ⁵), wie man bei Preller, Welker, Schwarz u. A. genugſam bezeugt findet. Durch die Verſchmelzung mit Hekate der„Ferntreffenden“ ward ſie erſt ſelbſt eine Pfeilgöttin. Mit den Pfeilen Apollos als Sonnen⸗(urſprünglich Frühlings⸗)gottes die Pfeile der Artemis in Verbindung zu bringen lag doch bei ihrem geſchwiſterlichen Verhältniß nahe genug*). Wie aber nun Ares uranfänglich auch etwas ganz anderes war denn ein Kriegsgott(vgl. Stoll's Darſtellung in ſeiner Schrift Ares), ſo muß auch Artemis früher eine Frühlingsgöttin als eine Jagdgöttin geweſen ſein, wie ihr Zuſammenfallen mit der heſiodiſchen Iphigeneia beweiſt. Die tragiſche Iphigeneia in Tauris ¹⁰) iſt aber offenbar eine Kirke oder Kalypſo, Oreſtes ein anderer Odyſſeus, der die in der Unterwelt eingeſchloſſene Erdgöttin befreit. Vgl. aber Eckermann, Lehrbuch der Religionsgeſchichte und Mythologie II, 67.
2.
Um aber das 70x6⅜‿ιοα in ſeiner urſprünglichen Bedeutung der„Veilchenfrohen“ zu empfinden, ver⸗ gleiche man die bekannte Stelle bei Homer, Od. VI, 102 ff.(ſieh auch unſere Anm. 26, zu Ende): 02y d' Morsuig elou νκνν οdεο—ςσ 1oxεαοαα, h zard Tiuperor eειμιννκι q Hoνμαά ον
:44. 7= ese e,. 1e. 1 7, 2), 133 Tr.αοσν ν υmιο ye*doοn Xe d rcοno,
deid' ονκναυινν mMω᷑ꝛ‿derat, 2adα ε ε ποα
e* 9„„* 7 2 7 11 dd i sαἀάχðmχðΤ—wοoο³ια μεᷣεναοεπαεᷣ ονενοο eρσιε ¹¹).
Daß hier der Rhapſode ein viel friſcheres Andenken an den ehemaligen Frühlingsmythus bewahrte, als der nachherige Sammler, iſt doch wohl deutlich fühlbar. Nauſikaa, ſelbſt eine Göttin, die den kommen⸗ den Frühlingsgott Odyſſeus„erſehnt“, wird hier vorgeführt und mit Artemis verglichen, der ſie an Weſen gleich, da ſie vielleicht Artemis ſelbſt iſt:
ubr ig 96 8001, 101 050ν6% ε⁵⁴ο Sεε½ονοι,
Aorέuνd σ εꝓονε, aoòg o⁴ο εμeηναααοιο,
eldo re έιν)ες τμεᷣ uiν ν dyxiοa eloreo. Od. VI, 150 ff. und nichts liegt hier näher, als das Sehnen der Erdgöttin nach dem nahenden Frühling durch das Beiwort der„Veilchenfrohen“ erkennbar zu bezeichnen. Auch in dem homeriſchen hymn. in Cer. 424 wird, wenn⸗ ſchon der Vers obeliſiert iſt, dieſe Beziehung deutlich; ebenſo in der Geſellſchaft bei Heſiod, Theog. 14. An die„Jägerin“ Artemis und den Pfeil und Speer hat man zuerſt nicht gedacht. Ueberhaupt hat Oſterwald Recht, wenn er ſagt, vom mythologiſchen Standpunct aus müſten die homeriſchen Epitheta und Gleichniſſe einer neuen Prüfung unterworfen werden. Grade in der Erwartung und„Erſehnung“ des nahenden Frühlingsgottes liegt das Eigenthümliche der Erdgöttin, und Oſterwald, H. F. 121, betont wohl ſehr richtig das 101ο νος(vgl. auch den hom. hymn. 220), Od. VI, 280 f.: 7 1i od euεαμεμνν τνυανιυιινο ϑeες ˙2νον
000ν ϑεάν εαάην αρ⁴eς☛ wie ja Nauſikaa ſelbſt aus ihrem recht eigenſten Weſen heraus die Worte eiſpricht(Od. VI, 244 5:
*„αο ενμ 1dbgde 110 919 εεενενοοσ eky,
8„ϑα⁴αtεrdοωeσ,( zul ol do αάενσιαμ⁴‿νμυννενν. Nach der bekannten Dichotomie des Mythus finden wir dieſelbe„Sehnſucht“ der Unterweltsgöttin nach


