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geistige Mittelpunkt des Festes sewesen sei, Herrn Rechtsanwalt Dr. Auerbach. Als Zeichen der warmen Anerkennung seiner Mitarbeiter überreichte er ihm eine Plakette, die in getriebener Arbeit das Bild seines Vaters, Dr. Jacob Auerbach, zeigte, der vierzig Jahre dem Lehrerkollegium der Schule angehörte und stets ein Vorbild treuer Pflichterfüllung gewesen sei. Er schloss mit dem Wunsche, dass auch fortan, wenn die Jubeltöne verklungen seien, die früheren Schüler und Schülerinnen des Philan- thropins ihre Anhänglichkeit weiter bewahren und betätigen möchten.— Nachdem Herr Dr. Auerbach mit herzlichen Worten gedankt hatte, sprach Herr Geh. Rat Dir. Dr. Reinhardt im Namen der Ehrengäste deren Dank für alles Gebotene aus und brachte, an die Mädchenschule der Anstalt anknüpfend, ein Hoch auf die Damen des Philanthropins aus.
Hiermit schloss die Zahl der offiziellen Reden, und die dramatische Dicht- kunst kam zum Wort mit der Aufführung einer Reihe„loser Scenen aus den Kinder- jahren des Philanthropins: Der Herr Oberlehrer“ auf Grund der Akten dargestellt von Leo Hildeck(Frl. Leonie Meyerhof). Um die trefflich gelungene Aufführung, die in der Amtswohnung des Oberlehrers im alten Schulgebäude im ersten Drittel des 19. Jahrh. spielt, machten sich verdient die Damen Frl. J. Sachs, J. Bae T, M. Einzig, sowie die Herren Dr. E. Kahn. Dr. H. Fulda, Löwenick, D. A. Geiger und Busch. Dem äusserst beifällig aufgenommenen dramatischen Scherze folgten weitere Gesangsvorträge des Lehrerchors:„Der Gondelfahrer“ v. Schubert,„Hans und Liesel“(Volkslied) und„Ausfahrt“ v. Hummel; sodann brausten mächtige Fest- gesänge, eigens für die Feier verfasste Tischlieder(von Frau Marie Waldeck geb. Reis, den Herren L. Meier, und A. Metzger) kräftig durch den Saal. Doch ehe das letzte derselben den Festabend beschloss, stellte sich eine italienisch- deutsche Sängertruppe, Philanthropina, aus ehemaligen— meist recht jugendlichen und anmutigen— Schülerinnen und einigen früheren Schülern der Schule bestehend, mit einem Gesangsvortrage ein(Melodie: Funiculi-Funicula) und riss die ohnedies schon begeisterten Zuhörer zu nimmer enden wollendem Beifall hin. Dass dieser schliesslich doch noch ein Ende fand, war offenbar nur dem Wunsche der zahlreichen Jugend zu danken, nun selbst unter Terpsichorens Szepter eine lebhafte Tätigkeit zu entfalten, vor deren Ende in der Regel auch dem gewissenhaftesten Chronisten die Feder aus der Hand fällt. Doch sei noch berichtet, dass die zur Feier des Tages angefertigte Medaille, sowie die Erinnerungs-Postkarten noch besten Absatz fanden.—
So endigte die Jahrhundertfeier des Philanthropins in Frieden und Freude, von Anbeginn bis zur letzten Note durch keinen Missklang gestört. Zur Erreichung dieses erfreulichen Ergebnisses aber hatte es des pflichteifrigen Zusammenwirkens gar vieler Kräfte, der Hingebung und Opferwilligkeit zahlreicher Mitarbeiter bedurft. Sie alle nebst der grossen Zahl früherer Schüler und Schülerinnen, die bei diesem Anlasse so erfreuliche Anhänglichkeit bewiesen, haben die Schule an ihrem Ehren- tage zu innigem Danke verpflichtet. Nicht minder aber ist es eine Ehrenpflicht, hier dankend derer zu gedenken, die, der Jubilarin ferne stehend, zufolge ihres Berufes


