Aufsatz 
Das vermeinte Grabmal Landgraf Wilhelms III. von Hessen neu beleuchtet
Entstehung
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würde, was ihr auch zuletzt glückte. Wallenſtein dagegen und zwei andere Vormün⸗ der ſuchten ihn durch Abſonderung von der Welt, Entfernung ſeiner Lieblingsdiener, ſtrenge Bewachung, Unterdrückung ſeiner Klagen und andere gehäſſige Maßregeln von jeder Aenderung des Teſtaments zurückzuhalten.* So wurde der unglückliche Fürſt neben ſeinen Körperleiden noch von Kummer, Zorn und Aerger verzehrt, und ſtarb in ſeinem Schloſſe zu Kaſſel den 11. Juli 1509 im 41. Jahre ſeines Alters.

Ueber ſein Leichenbegängniß iſt nichts bekannt; es läßt ſich aber kaum denken, daß man den Körper, der ſchon lange vor ſeinem Tode theilweiſe in Fäulniß übergegan⸗ gen war, und einen furchtbaren Anblick gewährte, in der heißeſten Jahreszeit nach Marburg geſendet haben würde. Viel wahrſcheinlicher iſt es, daß die Vormünder, welche ſchon bei Lebzeiten des Landgrafen ſo eigenmächtig ſchalteten, und zu denen auch Dr. Roland, ein Kaſſeler Geiſtlicher, gehörte, den Leichnam insgeheim beſtattet und einen leeren Sarg nach Marburg geſendet haben werden, womit das Reſultat jener Nachgrabung im J. 1671 trefflich übereinſtimmen würde..

Daß dieſer Fürſt wirklich in der Eliſabethkirche ein Denkmal hatte, erfahren wir mit Beſtimmtheit aus dem Schluſſe der bekannten naiven Erzählung von der Weg⸗ nahme der Gebeine der heiligen Eliſabeth durch Philipp den Großmüthigen.**) Dort heißt es:Alſo giengen Seine Fürſtliche Gnaden aus der Cuſtorey vor der Fürſten von Heſſen Begräbtnuß über, wo Er denn erſehen, wie Seins Herrn Vatters (Hochlöbl. ſeeligen Gedächtnuß) Gräbnus muthwilliglich zerſchlagen; wart fragen: wer es gethan hätte? und ſagen: wollt es wider wie es geweſen, machen laſſen; ſagt der Land⸗Commenthur: daran thun Ewer Fürſtl. Gn. recht wohl und rühmlich, hoffe zu Gott, Sein F. Gn. werden Ihre Eltermutter die from, ſelig und heilige Frau, Sant Elizabeth, da alle Fürſten und das ganz Landt zu Heſſen Ehr, Ruhm und all Guet von hetten, auch von Päbſten, Kaiſern, Königen, Fürſten und Herrn, da ſie gelegen, mit großer Ehrerbietung.....**), erheben und begraben. Der Fürſt aber das mit Stillſchweigen hingehen laſſen ꝛc.

*) Dieſe Schlüſſe laſſen ſich mit größter Wahrſcheinlichkeit aus den pon Herrn v. Nommel B. III, Anm. S. 126 129 mitgetheilten Klagen des Landgrafen ziehen. **½)(Feders) Hiſtor. Dipl. Unterricht von des Teutſchen Ordens Privilegien ꝛc. Beil. 106. Auch Herr v. Nommel macht auf dieſe Stelle aufmerkſam in ſeiner Geſch. v. Heſſen B. III. Anm. S. 317 und 347. **) Hier ſcheinen einige Worte zu fehlen.