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Krieg ein Ende, bevor noch Wilhelm irgend eine bedeutende Eroberung gemacht hatte. Nur ein geringer Zuwachs an Land und Leuten, und eine große Erſchöpfung aller heſſiſchen Hülfsquellen war die Folge dieſes Krieges, welcher bei den Bewohnern des ganzen Rheinlandes einen bittern Haß gegen die Heſſen und ihren Führer erregte. Sogleich nach dieſem Kriege begann im Körper des Landgrafen eine furchtbare Krankheit zu wüthen, welche ihn drei Jahre lang mit brennenden Schmerzen folterte, ihm die Kraft ſeines Geiſtes raubte und ihn dem Geruch und Geſicht ſeiner Umge⸗ bung zum Abſcheu machte.* Schon im erſten Jahre dieſes ſchrecklichen Zuſtandes dachte er ernſtlich an ſeinen Tod, und errichtete ein Teſtament, aus dem wir einige Züge mittheilen, welche die ganze Sinnesart des Landgrafen beſonders deutlich zeigen.*)
Zum erſten befiehlt er ſeine Seele der Fürbitte vieler Heiligen; zum andern ſeinen Leichnam in das Begräbniß ſeiner Voreltern, nämlich in das Münſter der H. Eliſabeth ſeiner„Haubtfrawen“***) zu Marburg. Zum dritten will er nicht, daß ſein Leichenbegängniß mit Freſſen und Saufen gefeiert werde. Sein Hoſfgeſinde ſoll aber noch vier Wochen lang nach ſeinem Tode geſpeiſt werden.„Zum vierdten,“ heißt es ferner,„ſetzen wir vnd beſcheiden vnſern Harnaſch, Baner vnd die beſten drie vnſer hengſte gekleit, wie ſich das geboret in Sanct Elizabethen Monſter zu Marpurg, ſo vnſer begengnus do geſchicht vnd vnſer beſte gülden ſtück“(Goldſtoffkleid)„zu einer Caſſeln“ (Meßgewand). †) Seine übrigen Gold⸗ und Seidenkleider beſtimmte er andern Kirchen und Klöſtern, vermacht dem Kloſter Merxhauſen 700 fl. zu einer ewigen täglichen
*) Ueber die wahre Natur dieſer Krankheit ſ. v. Rommel a. a. O. B. III, A. S. 125 ff. **) Es iſt mitgetheilt in Kopp's Bruchſtücken zur Erläuterung der deutſchen Geſch. u. Rechte. * Caſſel 1799. 4. Bd. 1, S. 169—187. Andere Auszüge, welche mehr das Politiſch⸗Merk⸗ würdige berühren, bei Herrn v. Nommel B. III, S. 182— 184. ***) Er hatte auch ihr Bildniß auf ſeine Goldgulden ſchlagen laſſen. v. Nommel B. III, S. 165. ¼) Die Erwähnung des Harniſchs an dieſer Stelle iſt auffallend, da von Aufbewahrung ſolcher Waffen in der Eliſabethkirche nichts bekannt iſt. Ueberdies hat mir ein ſachkundiger Mann verſichert, daß ſich ganz derſelbe Harniſch, welcher auf dem Denkmale abgebildet iſt, noch jetzt auf der Wilhelmshöhe in der Löwenburg befinde, und eine Hauptzierde der dortigen Rüſtkam⸗ mer bilde. Wären alte Inventarien über dieſe Waffen vorhanden, ſo könnten dieſe vielleicht neue Wahrſcheinlichkeitsgründe zur Entſcheidung dieſer Streirſache liefern. Möglich wäre es, daß die drei Roſſe nebſt dem Harniſch nur beim Leichenconduct gebraucht und nachher wie⸗ der zurück genommen worden wären.


