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Herſten vollkommen ähnliche und an derſelben Wand ſtehende Monument zu beachten,
welches offenbar von demſelben Erzgießer verfertigt iſt. Es gehört dies der allgeliebten und verehrten Landgräfin Jolanda, einer gebornen Herzogin von Lothringen, an, welche drei Monate nach dem Sturz ihres Vetters im Wochenbette ſtarb. Dieſe war die erſte Gemahlin Landgraf Wilhelms II., und ſo iſt es wohl mehr als wahrſcheinlich, daß dieſer zu gleicher Zeit ſeiner Frau und ſeinem Vorgänger, der ihm ein ſo reiches Erbe hinterließ, dieſe Monumente errichtet habe.
Wann und fuͤr wen ſollte nun aber das alabaſterne Grabmal geſetzt ſeyn? Offenbar iſt es nach ſeiner Stellung das jüngſte der größeren Denkmäler. Denn es allein ſteht wegen der Enge des Raums von Norden nach Süden, weil die ſieben übrigen, welche von Weſten nach Oſten gerichtet ſind, keine andere ſchickliche Stellung zuließen. Hieraus läßt ſich abnehmen, daß es nach dem letzten von dieſen, welches Heinrich III.(geſt. 1483) angehört, geſetzt ſeyn werde. Sein Kunſtſtyl verräth indeſſen eine noch ſpätere Zeit, indem die architectoniſchen Theile durch die Vermiſchung flacher Rundbogen mit dem einfachen und geſchweiften Spitzbogen ſchon den Ueber⸗ gang in die neuere Kunſt andeuten, welcher in Deutſchland ungefähr mit dem Anfang des 16ten Jahrhunderts begann. Noch genauer läßt ſich indeſſen die Zeit und der Inhaber des Denkmals durch die Begräbnißſtätte einer berühmten Frau beſtimmen. Es iſt dieſes Eliſabeth, die Witwe des jung verſtorbenen Herzogs Johann von Sachſen, welche gewöhnlich von ihrem Witwenſitze die Herzogin von Rochlitz genannt wird. Dieſe trat im ſchmalkaldiſchen Kriege zu der Partei ihres Bruders, Philipps des Großmüthigen, und wurde beſonders durch die Liſt bekannt, mit welcher ſie den Markgrafen Albrecht von Brandenburg bei Faſtnachtsbeluſtigungen aufhielt, bis er mit ſeinem Heere dem beſtellten Feinde in die Hände fallen mußte.*) Als dieſe im J. 1558 zu Schmalkalden ſtarb, wurde ihr Leichnam nach Marburg gebracht und in der St. Eliſabethenkirche neben ihrem verſtorbenen Vater, Landgraf Wilhelm II., beigeſetzt.*) Nun findet ſich aber wirklich dicht neben unſerm Grabmal, und ent⸗ fernt von den übrigen Monumenten, im Fußboden eine Steinplatte mit folgender
Inſchrift:
*) v. Rommel a. a. O. B. III, S. 181, und B. IV, S. 323. **) Bernhard a. a. O. Th. VI, S. 479, aus Müller's Annales des Hauſes Sachſen p. 126.


