Aufsatz 
Das vermeinte Grabmal Landgraf Wilhelms III. von Hessen neu beleuchtet
Entstehung
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zu Marburg im J. 1671 nicht den geringſten Zweifel in dieſelbe,) ja der fleißige und genaue Hiſtoriker Hartmann nahm ſie noch im J. 1726 in die erſte Ausgabe ſeiner Historia hassiaca(p. 219) und der gelehrte Kanzler Eſtor im J. 1728 in ſeiner Probe einer verbeſſerten Heraldik(S. 86) auf, ohne einen Zweifel dagegen zu äußern. Den erſten Widerſpruch dagegen erhob der treffliche Joh. Herm. Schmincke in Caſſel, deſſen Anſicht zuerſt im J. 1729 durch Eſtor und Kuchenbecker billigend mitgetheilt wurde.**) Die Abhandlung, welche er über dieſen und verwandte Gegen⸗ ſtände verſprochen hatte, erſchien indeſſen niemals, und wir müſſen uns daher mit dem Wenigen begnügen, was ſein Sohn Friedr. Chriſtoph Schmincke im J. 1748, 5 Jahre nach des Vaters Tode, wahrſcheinlich mit deſſen eigenen Worten mitgetheilt hat.***) Dieſem trefflichen Forſcher ſtimmten in der Hauptſache bald alle anderen Bearbeiter der heſſiſchen Geſchichte bei, z. B. der Bibliothekar Ayrmann in Gießen, der ſchon er⸗ wähnte Convertit Hartmann in Marburg, der hanauiſche Archivar Bernhard, der darm⸗ ſtädtiſche Hofrath Teuthorn in Biedenkopf u. a.;) bis endlich Herr Superintendent Juſti dieſen Gegenſtand in einem beſonderen Aufſatze umfaſſend behandelte, und der Herr Archivdirector von Rommel in ſeiner ſo ungemein reichhaltigen Geſchichte von Heſſen das Reſultat aller ſeitherigen Unterſuchungen gedrängt zuſammenſtellte.) Dieſe Männer ſtimmen insgeſammt darin überein, daß jener alabaſterne Leichnam in keiner Weiſe den Zuſtand darſtellen könne, in welchem man Wilhelm III. im Walde gefunden habe, indem dieſer, nach den Berichten der glaubwürdigſten gleichzeitigen Chroniſten, ſogleich nach dem Sturze auf das Schloß Rauſchenberg gebracht wurde, wo er nach 3 Tagen, verſehen mit den heiligen Sakramenten und nach Anwendung aller ärztlichen Mittel, verſchieden ſey. Dagegen weichen ſie einigermaßen in ihren

*) Man ſehe ihren von Rieß mitgetheilten Bericht in den Heſſ. Denkwürdigk. a. a. O. **) Kuchenb. Analect. hass. Collectio II, p. 17 und 313. ***) In ſeinen Moniment. hassiac. T. II, p. 567. 1) Aormann's Einleitung zur heſſiſchen Hiſtorie S. 276;3 Hartmanni hist. hass. T. I, p. 225. ed. 2; Bernhard in ſeiner Fortſetzung von Winkelmann's heſſ. Chronik. Th. VI. S. 487 ff.; Teuthorn, Geſch. der Heſſen B. VII, S. 615 620, und außerdem noch die eindihe aber einſeitige Abhandlung des uasburdiſhen Licentiaten Liſt in den Heſſ. Denkw. Th. IV. Abth. 2, S. 143 175. †t) Juſti's Vorzeit, Jahrg. 1821, S. 16 42 u. an andern Orten; v. Rommel's Geſchichte von Heſſen B. III, S. 143, 144. Anm. S. 80 u. 346 348.