38
Thucydides, Demosthenes, Aristoteles, et qui, ut Ciceronis verbis utar(Or. 19.), longe omnium, quicumque seripserunt aut loceuti sunt, exstitit et suavitate et gravitate princeps, Plato. Cuius divini hominis sapientiain, quam nulla umquam aetas et oblivio delebit, si quis adolescens non solum primis, ut dicitur, labris gustaverit, sed etiam duce erudito et intelligenti, quantum fieri poterit, largius combiherit, quis est tam malus rerum existimator, qui conſiteri dubitet, ad universae philosophiae omniumque disciplinarum academicarum studium satis superque esse paratum ²¹)? Adde, quod, si
sind leicht und flächtig wie die Eindrücke und Empfindungen, die in den Volksgemüthern weehselten; ihre Satzverbindungen sind frei wie ihre Republiken und doch scharf wie die Subtilitäten, die in ihren Philosophenschulen herrschten; ihr ganzes Wesen hat gleiche Leichtigkeit für die Schwingen der erhabensten und frivolsten Phantasie als für den Ernst der Geschichte und für den Cothurn der emporstrebendsten Philosopheme der Veruuuft: sie war die Sprache der Geuie's und darum nicht gecignet eine Weltsprache zu werden; sie war die Sprache der Kunst und Wisseuschaft: in ihr sind die schönsten Anfänge der europäischen Humanität niedergelegt, in ihr finden sich die Elemente des grössten Theiles des mensch- lichen Wissens.“— Fnaxkt, über Reife zur Universität, Liegn. 1326. p. 32.„Einseitige Beschäftigung mit der römischen Literatur verführt leicht zu einem gelehrten Dünkel, welchen ein gründliches Studium der griechischen bald wieder zurecht weisen dürfte, die durch ihre vollständige und sinnvölle Grammatik, ihre reiche, biegsame Wortfkälle eine das gesammte Sprachvermögen kräftig bildende Nabrung darbietet, und dabei in den unübertrefflichen Werken der mannichfachsten Poesie, der idealsten aus allem heiduischen Sinnen und Denken dem Geiste des Christenthumes sich am würdigsten aunähernden Pbilosophie, in Mustern der Geschichtschreibung, der Beredsamkeit, alle Wege und Weisen geistiger Mittheilung, alle Formen der Gedanken und Gefühle mit den zartesten Schattirungen des Ausdrucks dem jugendlicheu Geiste zur Uebung vorlegt. Wie einſach schön, wie erhaben und wie tiefsinnig lassen gegen die Römer ihre Muster, die an Geist und Gemüth reicheren Griecheu, sich vernehmen.“— Conf. etiam F. A. Worr, Museum der Alterthumsuiss. Th. 4. p. 155.; T. IIuusrEauusi oratio de linguae graeeae praestantia. 1740.
¹¹) Cfr. Föurison, Angichten cet. 1356. ibique p. 257. 8q—j. commentationem sic inseriptam:„„Das Gymnasium, eine natürliche Vorschule der Philosophie.“— Deiuanor, der Gymnasialunterrieht cet. 1857. P. 251.„Die philosophischen Werke bilden als innerlichste und am schwersten verständliche die prosaische Lectüre der obhersten Classe. Vor Allem]gehören hierher die philosophischen Schriften Ciceros. Es ist Eelecticismus und Verstundesphilosophie, was einem hier gegeben wird; aber eben darum sind diese Sebriften für den ersten Anfang so leicht verständlich und bilden eine gute Einleitung in die Philosophie. Aber noch viel wirksamer zur philosophischen Bildung sind weiterhin die Dialoge Platos, soweit sie auf dem Gymnasium schon verständlich sind. Im Plato hatlsich zuerst in der Weltgeschichte die dialectische Speculation auf eine ebenso tiefe als klare und schöne Weise entwickelt, und es sind daher auch die Werke dieses Philosophen vorzugsweise geeignet, den studirenden Jüngling in die Tiefen der Speculation einzuführen und so auf die Universität, wo er die Philosophie in systematischem Zusammenhange zu studiren hat, vorzubereiten. Was den Plato für die Bläthe des Jünglingsalters ganz besonders geeignet macht, ist die schöne, aumuthige, so recht aus dem Geiste der griechischen Schönbeit fliessende Sprache und Form überhaupt, in svelcher einem der tiefe und gründliche philosophische Gehalt dargeboten wird.“— Dr Guavx. Boudanp, die Vorseluuele des demischen Lebens und Studiums. In Rriefen an einen Cyam- nasiasten. Erlangen, 1843. p. 34 sq—h.„Plato wird in Deiner Classe gelesen? Da habt ihr teinen boben Gast bei-Euch aufgenommen, denn vielleicht ist nie ein grosser Genius mit so allgeweiner Auer- kenuung geſciert worden, als der platonisehe. Heiden und Christen, alte, mittlere und neue Zeit, die Gelehrten fast aus allen Fächern haben ihn studirt und bewundert; sein Gehurtstag ist festlich begangen worden von Lorenzo von Mediei, und unsere Zeitgenossen ehren ihn dadurch, dass sie seine Schriften lwitiseh berichtigt mit erklurenden Anmerkungen herausgeben uml sich bestreben, tiefer in den Geist seiner Pbilosophie einzudringen. Du weisst, wie sich um ihn in jener Beziehung Ieindorf, Beeker und Stall-


