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spte et perspiene exprimendas qyuasi facta et nata videatur**). Atque hnius quidem rei testes sunt Homerus, Pindarus, tragici ad unum omnes, Herodotus, Xenophon,
Add. E. W. Tittmann. VUeber die Destimmung des Gelehrten und seine Eildung dureh Sekule und Universität. Berl. 18335. Der Gelehrte, der Gebildete muss das Höchste suchen, was die Welt hat. Aher nicht in einzelnen Richtungen, in einzelnen Gegenständen der Iutelligenz ist das Môchte der Geistesbildung zu findden, sondern in der Durcharbeitung und Verfeinerung des Geistes, welche au allen seinen Hervorbringungen erscheint. Weder in dem Resitz der Philosophie noch der Mathematik, weder der Naturwissenschaft noch der Menschengeschichte ruht die höchste Geistesbildung der Völker, wie der ainzelnen Menschen, sondern in der Vervollkommnung, welche an dem ganzen Wesen, der ganzen Erschei- naung, aller Leistung, allem Denken und Thun, allem Sein des Menschen oder des Volkes ausgeprägt sich findet, und die noch mehr ueaup zu erkennen ist, dass nichts Unverständiges als dass Verständiges hervor- gebracht wird. Diese Totalität, wenn der Ausdruck passen sollte, der Geistesbildung, welche mit Verständigkeit und Vernünftigkeit und mit klassischer Vollendung zusammenfällt und die Weisheit in zich begreift, gieht auch der beschränkteren Leistung eine Schärfe und Gediegenheit, ohne welche die noch so hoch hinaufgeschraubte Leistung der Intelligenz immer zurückbleibt, überall sich verirrend. Diese Totalität der Geistesbildung ist die Grösse der Griechen; eine Grösse, an welche kein noch ao unermessſicher Fortschritt späterer Zeit in den einzelnen Gegenständen des Wissens reicht. Nicht bloss einzelne IIeroen ragen aus der griechisehen Welt hervor, sondern das griechische Volk steht als eine geistige Heroenwelt da; durch das Ganze weht jener Geist der höheren Bildung des ganzen Volkes, jene klassische Art, wodurch die griechische Welt zur klassischen wird. Diese Herrlichkeit des Ganzen der griechischen Werke, der griechischen Welt, so wie die Trefflichkeit der römischen Literatur, namentlich Sprache und Rede, hat die Welt durch den Sprachgebrauch anerkannt, welcher die gesammte griechische und römische Literatur mit demselben Worte klassisch bezeichnet, mit welehem er sonst nur das hervorragendste Einzelne adelt. Es ist bloss zu bedauern, dass diese nicht in dem Kreise der allgemeineren Geistesbildung liegen kann; es wäre zu wünschen, dass die griechische Literatur und Sprache, als das Hlöchste für Menschenbildung überhaupt, mehr als Gegenstand gelehrter Studien sein könnte. Jene Entfernung von Natur und Angemessenbeit, von der einfachen Wahrheit, von dem strengen Gebrauche der Vernunſt und des Verstandes, in welcher die neuere Zeit aus Mangel an Schärfe des Urtheilens unter misslingendem Streben nach Auszeichnung befangen ist und nur zu sehr sich gefällt, mit hohlen aber kochklingenden Worten, mit leeren Bildern, mit hinkendem Witze, mit unwürdigem Reize der Phantasie blendend und geblendet, diese Verirrung war den Griechen ganz fremd. Von den tollen Ausschweifungen jm Ausdrucke und im Gedanken, in welche unsere Zeit wohl sogar Werth setzt, war der nach der vollendetsten Abgemessenheit, Reinheit und Glätte strebende Geist der Griechen so frei, wie keine andere Zeit je gewesen ist, kein anderes Volk, kein Einzelner einer anderen Zeit oder eines anderen Volkes; denn Tribut seiner Umgebung zollen muss auch der grösste Geist. Die Griechen studiren heisst mit Verstand und Veruunft umgehen, wie es Umgang mit den Grazien ist. Dieselbe Schärfe, die den Aus- druck des Griechen auszeichnet, ist auch ihren Gedanken eigen. Philosophen wie Dichter können nicht besser als von den Griechen den Werth eines strengen Ideenganges im Gegensatze gegen ein leeres Ge- Maukenspiel lernen. Eine Tragödie des Sophokles kaun den Empfänglichen zu höherer, reinerer Bildung führen, als alle Dramen des Shakspeare, des Calderon und Schiller's. Könnte das Verständniss der klassischen Literatur, uamentlich der Griechen, tiefer und allgemeiner werden, „o ist die Frage, ob nicht die Einführung neuer Herrschaft der Vernunft und des Verstandes von dem Studium zu erwarten wäre, das schon vor vierhundert Jahren Verstand und Vernunft erweckte. So gross ist der Zusammenhang der Vollendung jener Literatur mit Verständigkeit und Vernünftigkeit. Doch solche Iloffaungen liegen ungerer Zeit fern.“ 3
70) Cfr. K. Zinurn, l. c.(in annot. 70.) p. 24„Die Sprache. der Griechen ist die Tochter des Gesanges und der Poesie; ihre Laute sind der Widerhall der alten Phorminx, ihre Formen sind mannich- faltig, beweglich und biegsam wie die Volksstämme uad der Geist, der sie bewvegte; ihre Couatructionen


