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Ae nemo certe illud inſitiabitur, ei, qui latinis doctus sit literis, Pauese adtunn ad graecas facillimum..
Iuier, omnes videlicet populos ingenio doctrinaqus longe praestant et eminent Gracei, qui, quse publieis ludis instituerant ingeniorum certamina, in eo habebant numero, ut maius gloriosiusque ducerent Olympionicen esse, qunm Romae triumphassc. Quae gens täm ineredibili sagacitate et sollertia in rerum contemplatione versata est, ut vix aut ne vix quidem res ulla reperiri possit sive divina sive humana, quam non indagaverit, aperuerit, illustraverit 6*). Neque vero hoc solum admirabile in Graeeis, sed etiam quod ipsa lingua tam gravis est, tam dulcis, tam loeuples, tam facilis lateque patens, ut quum ad omnes res tum etiam ad eas, quae a sensibus remotissimae sunt,
aie schreckt; sic ist abgebrochen und kurz wie das Commaudowort, welches über die Legionen gebot. und gleich den Schwertern dieser Legionen hat sie mit jhrer inneren Kraft die Welt erobert. Mit einem Worte: sie ist die Sprache der Energie und des Herrscherstolzes und, wie die Tugenden und Sünden des Volkes, das sie redete, imposant!““— 8 6) Es. TrokxEn I. c.(in annot. 39.). p. 3:„Bei keinem Volk in der Welt ist das Materielle in der Bildung, selbst der Vorrath von Kenutnissen mit seiner Form so innig vereint und zusawmen gewachsen gewesen, als bei den Griechen. Selbst die Idee war für sie stets nur das eine Element der Dildung; das aundere eben so wesentliche war der Ausdruck und die sinnliche Darstellung derselben nach den allgemeinen Gesetzen des Schöuen. Ihre ältesten Philosopheme über die Natur, ihre uralten historischen Erinnerungen ründeten sich sofort von Anfang an zu poetischen Gestalten; ihre erste Gesetztebung war metrisch; selbst ihre Götter gaben allein in poetischen Orakeln Antwort. Die rohen aber bedeutungsvollen mythischen Gestalten, welehe sie vom Orient empſingen, wurden von ihnen zu lauter Schönheitsmustern umgehildet; der Olymp ward ein Muscum, so wie die Nationalsagen ein Epos wurden. Mit Einem Worte: die aussere Form war für sie niemals gleichgültig; die Griechen waren geborne Formalisten. Das, was sie in dieser Hinsicht besonders auszeichnete, war ein natürlicher Sinn für das Passende und Schickliche in jeder Sache; ein angeborner Abscheu vor aller Uebertreibung und Ausschweifung in aller und jeder Form; ein eben so wahres als feines Gefühl für das Rechte, für das Maas, welches die Norm und das Wesen der wahren Schönheit ist. Man spricht in der Aesthetik von einer Schönheitslinie; wenn eine solche sich findet, so könnte man sagen, dass das alte Hellas innerhalb derselben lag, sie war es, welche das Land von den Barbaren schied. Daber ist auch der griechische Geschmack bei allen gebildeten Völkern in mehr denu Eiuer Hinsicht als der Normalgeschmack betrachtet worden. Was darüber oder daruuter oder ihm zur Seite liegt, das ist Plattheit, oder Uebertreibung, oder Verwirrung. Am meisten und allgemeinsten gilt dieses von den bildenden Künsten. Die olympischen Göttargestalten stehen nach so vielen Jahrhunderten da in hoher, in unübertroffener Schönbeit; der menschliche Künstlerggenius misst noch heute seinen Fortgang einzig darnach, jemehr er sich den ewithen Vorbildern nähert. Aber auch in Hinsicht auf die schöne Literatur, d. h. in Hiusicht auf die Poesie, Beredsamkeit und historische Kuust, hat man die griechischen Vorbilder lange als die höchten betrachtet.— Die griechische Poesie ist wie die Zunge auf der Wage der Kuust zu betrachten; sie zeitt das rechte Gleichgewicht, wetehes hloss ein anderes Wort für das vollendete Schöne ist, während die orientalische oder occidentalische Romantik einseitig ihre schweren Masseu in eine der beiden Wagschalen wirft. Mit Einem Worte: bezicht aich die Frage auf bloss poetische Naturkraft, auf Reichthum der Erfiudung, auf Kühnheit des Gedankeus, auf Gluth des Gefühls, dann stehen die Griechen vielleicht nuter, oder wenigstens nicht äber mehreren andern Völkern; bezieht sie sich hiogegen auf Kunst und Verstand und Wahrbeit der Composition, auf die ungeschmückte Schönheit der Form, dann sind sie noch und bleiben sic die ewigen Vorbilder; dann muss ich euch hinweisen, nicht bloss zu Homerus und Sophocles, sondern auch zu Plato und IIerodotus und NXenophon; denn etwas Höheres, etwas in diesen Bezlehungen mehr Vollendetes hat sich, so viel ich weiss, bisher auf Erden nicht gezeigt.“


