Aufsatz 
Commentatio de philosophiae in gymnasiis studio
Entstehung
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sentiant, qui hanc meam disputationem legent, mentionem facio duorum programmatum Wendelii, V. Cl., quorum in altero eae sententiae ordine collectae sunt, quae ad activam, in altero, quae ad contemplativam philosophiam referuntur ⁵3). Praeterea adolescentium studium versari debet in libris Taciti, Senecae, Virgilii atque lyricorum Romanorum longe principis, IIoratii Flacci, cuius sapientiae laus quum illustri semper et excelso loco sita fuisset, a quibusdam nostrae memoriae viris doctis vehementer impugnata est et imminuta⁸), donec nune ipsum demum carminum eius luminibus suus honos tribni rursus videtur 67). OQni scriptores et poetae Romani quanta et orationis suavitate et rerum scientia excellant, si quis bene perspexerit, ſieri non potest, quin, quantum quum in omni literarum genere tum in philosophia linguaque profecerint, admirari, qpnam, si quid reliquerint, desiderare et reprehendere malit*s).

die Frate nach voröbender philosophischer Lectüre mich allemal in Verlegenheit setzt. Es ist leicht, zu warnen vor den Compendien, und vor allen philosophischen Nachschreibern; aber wo fünde man den originellen Denker, welcher zugleich vielseitig und vorsichtig genug wäre, um den Anfänger zu bilden? — Cicero ist in den Händen Aller, welche studiren. Möchte es mir gelungen sein, ihn, wie er es verdient, zu empfehlen! Und möge es den Anordnungen unsrer hohen Obern, den Bemühungen so vieler gelehrten Männer gelingen, das Studium des classischen Alterthums von aller Halbheit und von aller Steitheit zu befreien, auf dass der Geist der AIten zu unserer Jugend reden, und sie von jeder Seite in der geradesten und natürlichaten Richtung hineinleiten könne in das Ieiligthum der Wissenschaften. Dann wird ein neuer Tag auch für die Philosophie aubrechen. Das kommende Gesechlecht wird ihn schauen, es wird die Lobsprüche, womit der römische Weise die Weisheit so herrlich schmückt, ver- stehen und rechtfertigen und mit solchem Dank erkennen, wie die kräftige Empfehlung des IIerrlichsten und Hlöchsten, wie der wohlthätige Beistand, es zu erlauien und zu erbalten, dem grossen Todten zu ewagen Zeiten billig muss und soll verdanket werden.“

6½) Has duas commentationes aliasque multas G. Seebodii V. Cl. a consill. reip. adm. Nass

gratiae acceptas refero.

⁰) Cfr. W. S. Taurrrr., Charakteristik des Horaz. Leipz. 1842.— Hrorr, Vorlesungen über die Aesthetik, herausgegeben von Hotho, III, P. 428. 459.— Ad. Srana in ephemm., quae inscriptae sunt „Hall. Jahrbücher, 1840. mens. August. P. 1635 sq.— Qu. Horatii Fl. carmina recensuit P. IHHorvAx. PrratkAnp. Harlem. 1834.

61) Qu. Horatius Flaceus als Mensch und Diehter, eine Schutz- und Trutzschrift zur Einleitung in seine Werke von Dr. W. E. Wnraun. Jen. 1344. Add. Onnnn, Rudolst., censura illius libri Hofman- Peerlkampiani in ephemerr., quae sic inscribuntur: Neue Jahrbüeher für Philologie und Paedag. eet. herausgegeben von Secbode, Jahn und Klotz. Leipz. 1856. vol. 17. p. 537. sq—†.

66) K. Ziunen, HBemerkungen über Zeitfragen auf dem Gebiete der Cymnasialangelegenheiten,(in progr. gymnasii Freiberg. a. 1347). p. 25.„Die Römer, in der Weltgeschichte als Vermittler der Cultur zwischen Orient und Occident dastehend, erbten von den Griechen gar Vieles, Anderes natärlich nicht, am wenigsten deren Genialität. Und ihre Sprache ist gleichsam der Reflex der den Volkageist durchdringenden disciplina. Sie ist energisch in ihren Ausdrücken, militärisch streng in ihren Formen. unbiegsam fest in den Wendungen, die sie einmal zu den ihrigen gemacht hat. Ihre Perioden, mannieh- faltit gegliedert wie die politische und militärische Verfassung des Volkes, werden dach durch feststehende Refeln zu einem grösseren oder kleineren systematischen Ganzen mit effectvoller Stärke vereinigt gleich den einzelnen Elementen des Staates, die durch gewisse Alles beherrschende Grundsätze so- energisch rusammengehalten wurden, dass aus ihnen eine emineute Grösse und Stärke hervorging. Sie ist’ bestimmt und ahgemessen wie die Rechtsformeln des Juristen; sir ist unwiderstehlich und stürmt die Leidenschaften auf, wenn der Koduer von ihrem Feuer ergriffen die Gemüther erhitat oder mit ihren Blitzen bewaffnet 5*