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privataque officia quam maxime pertinet, et contemplationem et actionem quasi modice temperare et inter se aequare studeant. Non est consilium de Ciceronis laudibus ornate praedicare, sed eum constat diligentissima excellentem philosophorum graecerum
cognitione, qua civium suorum parem habuit neminem, philosophiam, quae usque ad
ipsius aetatem iacuerat, latinis literis illustrasse et excitasse. Quodsi nibil admodum ipse invenerit, paucissima etiam parum intellexerit, tamen non temere affirmare vide- mur, quaecumque de philosophorum sententiis docuerit, tam aperte, tam perspicue, tam ad commune iudicium apte esse dicta, ut non solum de aequalibus suis praeclaris- sime sit meritus, verum nostri etiam adolescentes nullo propemodum interprete ad maiora, hoc est, ad fontes graecos pervenire facilins possint 64). Qua in re ut mecum
Schauspiele vorführen sollten. Unter diesen Umständen gestaltete sieh die Römische Literatur nicht als ein geistiges Bedürfniss, ein Ausdruck des kindlichen Sinnes und Gemüthes, das an den Eindrücken der günstigen Natur(wie bei den Griechen) zu reiner Produktivität befruchtet wäre; sondern als das fremd- artige, doch natzbare Eigenthum eines künstlichen, politisch geregelten Lebens und Wirkens, das die Natur nur materialistisch und mit kaltem Blick beurtheilt, und die ideale Form schöner Siunlichkeit sich auzueignen nicht verstand, aber durch griechische Beispiele geleitet und geweckt, und durch männliche Beobachtungsgabe befestigt dus einheimische Gut sich selber angemessen zu bilden vermochte. Die römische Literatur bietet allerdings die sonst bei den Alten seltene Erscheinung dar, dass Staatsmänner ihre praktische, ausgedehnte Thätigkeit mit der Emsigkeit in literarischer und schriftstellerischer Wirk- samkeit verbanden(ein Streben, das den Römern immer ehrenvoll bleibt); aber sie hat die Form auf geraume Zeit(zumal da den Republikanern nicht vergönnt war, die Blüthe ihrer Jahre auf Feile und vollendete Darstellung sorglos zu verwenden) als untergeordnet anerkannt, und den Stoff niemals als ein unmittelbares auffgeſasst, sondern als bedingt und vermittelt durch öffentliches Leben und die Regel der Sitte. Durch eben diese inneren Gründe wurde das Uebergewicht der praktischen Darstellung entschieden, welche früher als die poetische zur Reife klassischer Form gedich, zuerst in mauchen Gestalten der Hlistorie, selbst eigenthümlicher Art, wie in Biographie und publicistischen Aktenstücken; dann in der Deredtsamkeit, welcher die vielseitigen Staatsverhältnisse nach innen und aussen eine sichere Selbstständig- keit und Entwickelung zuwandten, daher auch in diesem einen Theile die römische Theorie, die redne- rische Kunstlehre glückte; hiernächst Disciplinen, die dem politischen Leben dienten, nicht Wissenschaften als solche, vor Allen das System des Rechts; worin sich die helle Universalität und kediegene Beobach- tung des Volkes einleuchtend bewährte. Im Allgemeinen also wird das Gepräge der römischen Literatur dem Nationalcharakter gemäss als ein politischer Pragmatismus und manierirter Ausdruck des öffentlichen Lebens erkannt, dem die rhetorische Darstellung als ein mittelbares Moment sich beigesellt.“
*3) J. A. C. van Hrusur, M. T: Cicero qonldrur. Disquisitio de philosophiae Cieeronianae fonte praecipuo. Traj. ad Rheu. 1836.— J. F. HEnnxur, über die Philosophie des Cicero, oratio in ephemm, quae inscriptae sunt:„FKönigsberger Archiv“ edit. a Delbrück aliisque part. I p. 25 sdd. a. 1311 typis exscripta, iterum excusa in, FamwrhnAxx, Paraenes. V. p. 114., ubi praeter alia praeclare dicta haec quoque inveniuntur extrema:„Reich ist unsre Zeit an Meinungen, reich an Schriftstellern, die der geübte Denker mit Vortheil lieset und prüfend benutzt. Wir haben Kant, den siegenden Kritiker mit ruhiger Kraft; Fichte, den tiefen Forscher mit durchbohrender Gewalt; Schelling, den weit um- schauenden, phantasiereichen Gelehrten; wir können zurückgehen zu dem consequenten, jedem Vorurtheil absageuden Spinoza; zurückgehn bis zu dem allumfassenden Aristoteles und zu dem himmlisch heitern Platon; und wie viele andre noch können wir besuchen auf ihren geistigen Uebungsplätzen, um zu gewinnen an Kunst und Stärke:— wofern wir nämlich schon mitbrachten, was nöthig ist, sie zu verstehen, und was heilsam ist, um zu widerstehen, wo sie uns allzurasch fortreissen könnten. Aber wen haben wir, der den Anfängern zu Hälfe käme? mit der Maunichfaltigkeit der Vorühungen, und mit der Schonung, mit der Unpartheilichkeit, die nur üben, nicht überreden wollte? Ich gestehe, dass.


