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Venio nunc ad literas graecas et latinas, quas priusquam attingo, de linguarum studio pauca dicam. Sunt enim, qui, quod a maioribus nostris institutum est, ut ars grammatica enixe coleretur, in vitio ponant neque intelligant, omnium unam esse aptissimam, qua pueri ad humanitatem informentur ⁴⁴). Non ego de artis mathematieae laude imminutum esse quidquam velim, in qua, quae de numerorum et formarum ratione mensuraque explicantur, ad universam vitam pertinere manifestum est, attamen quum grammatica in mentis humanae legibus naturaque rationis versetur, qua una praestamus vel maxime feris, quid ad humanitatem excolendam et perſiciendam effica-
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gemeine sinnliche Anschauung diesen Operationen zu Hälfe; indem sie in der Geometrie die intellectuelle Anschauung übt, bedient sie sich der natürlichen Zeichen, um diese bereits höhere Auschauung zu erleichtern, und da wo sie die Gesetze der disereten Grössen an sich darstellt, nimmt sie wieder zu willkürlichen Zeichen ihre Zuflacht, bis sie zuletzt die Identität der continuirlichen und discreten dar- stellend, in dieser noch höheren Auschauung bei dem Gebrauche der willkürlichen beharrt.— Ferner berührt die Mathematik auch das Gefühl durch die Empfindung, welche die einzelne erworbene mathe- malische Wahrheit sowohl als die ganze Wisseuschaft begleitet. Es ist das Gefähl der Evidenz, des unverlierbaren Ligenthums, der Erhebung über jede schwankende Ansicht und Stimmung, welches sie erregt, es ist die Physiognomik der Wahrbeit an sich, welche sie der Secle einbrennt. Welechen scharfen Dlick für die Wuhrheit, welchen Sinn für das grändliche Prüfen, für das vollständige und klare Erfassen derselben, muss diese Wissenschaft demjenigen gewähren, der sich ihr hingiebt, und ihr mit Eifer dient! — Endlich kennt die Mathematik als auf Einzelnes augewandt, und indem Einzelaes ihren Gesetzen unterworlen ist, durchaus nicht jeuen Widerspruch, den man durch den Geßensatz der Theorie und Praxis auszudrücken pflegt; im Gegentheil, ist der Gegenstand der Praxis wirklich in das Gebiet der Theorie cingelährt, so decken sich beide vollständig. Findet sich dennoch ein solcher Widerspruch, wie sonst bei den Aberrationen des Lichts und andern Theilen der angewandten Mathematik, so liegt der Grund desselben ausserhalb der Wissenschaft, und der Physiker oder der Mechaniker muss ihn empirisch auf- decken. Ist dieses bewirkt, so wird eine solche Erfahrung in die mathematische Formel aufgenommen, und der Irrthum ist fär die Wissenschaft auf immer verschwunden.“
4*) Iuprimis hoe loco legendam censeo Puit, WacheaxXorrh commentationem, quae iuscribitur: „Der Unterrieht in der Muttersprache““ in ejusdem scripfôris libro:„Deutsches Lesebuch für Gelehrten-, Realanstalten und höhere Bürgersehulen 5 Theile, 1638.“ Add,. quod de hoc libro Krunrrius fecit judi- dium in Mageri commentt. menstr. vol. VI. p. 34 ct qqune Mager ipse in cognoscendo Hiscki libro:„Der deutsche Unterricht auf deutschen CGymnasten. Leipz. 1042“ ibid. p. 536, sq. dixit. Vid. praeterea. quod Maorn, die modernen Humanifätsstudien part. II. p. 39. de illa ratione grammaticne docendae efficit:„Es gibt wenige Wahrbeiten, die man nicht durch Uebertreibung zu einer Absurdität machen a und schon gemacht hat. Eine solehe Uebertreihunt: und Verderbung einer Wahrheit zcitt sich bei
Phil. Wackernagel, wenn dieser das hetreiben der Grammatile der Muttersprache vor der Deene mit dem„vorwitzigen, unheiligen Aufddecken und Auschauen der Glieder“ vergleicht. Der geistreiche Mann hat nicht bedacht, dass dieser Satz, wäre er wahr, auch das Studium der fremden Sprachen, im Alter zwischen 10— 14 Jahren betriehen, zu einer Sünde machen würde. Denn das. Erlernen einer fremden Sprache nöthigt zur Reflexion auf die eigene, man müsste denn ein ganz gedanken- loses, rein gedärhtniss- und papoageienmässiges Latein- und Französischlernen wollen. Das Richtige ist, dass mit der Erlernung einer fremden Sprache, also etwa mit 10 Jahren, auch die deutsche Sprache zu hetrachten und an dieser der allgemein logische Theil der Gramwatik verständlich zu machen ist, damiit das Erlernen der fremden Sprache einen Boden, damit der fremde Stoff im Geiste die Kategorien fertig fnde, in denen er untergebracht werden soll.“ Jam Quintilianus(stte or. I, 4) artis illius com- temtores castigat his verbis:„Non sunt ferendi, qui grammaticam ut tenuem ac ieiunam artem cavilleutur. Necessaria pueris, iucunda senibus, dulcis sceretorum caues, quae vel sola omni studiorum genere plos- habhet operis quam ostentationis.“


