Aufsatz 
Commentatio de philosophiae in gymnasiis studio
Entstehung
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profecto est, qua res contineantur ad intelligendum difficiliores. Ipsae vero summae rerum in illa disciplina tractantur, nec usqquam maiore opus est cogitandi diligentia ingenii-

die Psychologie und Logik, wesentlich unterscheiden; denn die speculative entwickelt ihren Inhalt aus dem Begrifle, die propädeutische aber entnimmt ihn aus dem Umkreise ihrer Erfahrung und unterwirft ihn sodann einer unter logischen Gesetzen stehenden von bekannten Regeln geleiteten Detrachtung. Durch das Letztere aber unterscheidet sich das Metaphysische in der philosophischen Propädeutik von allem übrigen Metaphysischen, das sonst noch vereinzelt in dem Gymnasial-Unterrichte vorkommen möchte; denn da wird es nach dem Verfahren des gewöhnlichen unbefangenen Denkens betrachtet, hier aber nach bercits festgestellten logischen und psychologischen Regeln und Gesetzen. Wie nämlich die philosophische Propädeutik in der Psychologie und Logik nichts weiter thut, als die in dem übrigen Unterrichte fort- während gegenwärtitzen und beschäftigten Scelenthätigkeiten aus dem Stoffe, an welehen sie dort hiu- gegeben sind, hervorzuheben und einer ausschliessenden Betrachtung zu unterwerfen, ebenso verfährt die propädeutische Metaphysik mit jenen in allem andern wissenschaftlichen Unterricht wie in dem ganzen geistigen und sittlichen Leben des Schülers überhaupt allerwärts präsenten und unaufhörlich geschäftigen höchsten Gegenständen und allgemeinen Begriſfen sie sondert sie vom der Zufälligkeit ihres Vorkommens im Leben uudd in den einzelnen Wissenschaften ab, bringt ihren Inhalt in seiner Selbstständigkeit vor das Bewusstsein und behandelt ihn nach bereits in der Psychologie und Logik aufgestellten Lehren und Gesetzen. Auf diese Weise würden die Lehren der Psychologie und die Gesetze der Logik dem Schüler nicht mehr ein blosses Besitzthum bleiben, sondern in der propädeutischen Metaphysik ihre Anwendung auf die höchsten Gegenstände seiuer Gedanken und Vorstellungen ſinden und ihn dadurch befäühigen, sich seine innere und äussere Welt, von sicheren Denkbestimmungen geleitet, zu einer immer deutlicheren und umfassenderen Anschauung zu bringen; das aber ist das Ziel der philosophischen Propädeutik. Cui sententiae luculenter repugnat BiroEnMANRus I. c.(Vid. aunot. 1.) his verbis:Grade in der Tendenz. die psychologische Propädeutik fär den Zögling des Gymnasiums zu mehr als einer blossen Erzählung und Darstellung zu machen, sie zu einer wirklich philosophischen Vorbereitung fär die Wissenschaft der Philosophie zu erheben, sche ich ein sehr bedenkliches Moment dieses psychologischen Unterrichts auf dem Gymnasium. Der jutzendliche Geist hat gerade in der Zeit, wo der Gymnnsial-Unterricht sein letztes Stadium erreicht, einen ausserordentlichen Reiz und Drang nach allem Hohen und Tiefen, nach ausserordentlichen, überfliegenden Ideen und Erkenntnissen; er liebt es, sich selbst zu beobachten und

zu bespiegeln, und möchte gern tiefe Blicke in sein innerstes, geheimuissvolles Wesen thun. Soll der

Lehrer diesen Drang des Schülers stätzen und steigern, indem er ihm nachgibt, ihm entgetrenkommt? Kann er hoffen, demselben einen gefahrlosen, wohlthätigen, naturgemässen Ausweg zu verschuffen, indem er selbst den Wissensdurstigen, Forschenden, Zweifelnden in die Welt der Gedanken und Ideen ein- führt, indem er ihm von dem Geiste des Menschen, seinem Wesen und seiner Bestimmung, von der Welt, von Gott philosophische Begriffe beizubringen versuchte? Herr Professor Niese bejaht diese Pragen, indem er als den grossen Gewinn der philosophischen Propädeutik auf Schulen dies darstellt, dass dem Schüler zum ersten Mal die Welt des Geistes, die Werkstätte aller seiner Gedanken und die Wohnung

aller höchsten Ideen aufgethan, dass der ganze wissenschaftliche Mensch in ihm für diese innere, unsicht-

bare Welt gewonnen werde, dass er erkenne, wie auk diesem Gebiete allein die letzte wissenschaftliche Mahrheit und Gewissheit sei. Und weiterhin sagt er: Die Schüler und grade die besten und streh- samsten werden durch diesen Unterricht von den vielen Widersprüchen befreit werden, in welchen sie sich bei ihrem Nachdenken über höbere und allgemeinere Fragen unaufhörlich verwickeln, und welche in ihnen oft zu den nachtheiligsten religiösen und wissenschaftlichen Zweifeln oder gar zur Verzweillung an aller Auflindung der Wahrheit Veraulassung werden. Denn die Widerspräche, in welche die sich selbst überlassene Vernunft der Jugend an den Begriffen von Raum und Zeit, Geist und Materie, Seele und Leib, Freiheit und Nothwendigkeit so leicht geräth, treiben in den heranwachsenden Jünghiugen ihr Wesen auf eine bedenklichere Weise, als man gewöhnlich glaubt, und können nicht frühzeitig genug auf ihren Ursprung zurückgefährt und ausgeglichen werden. Nach den Erfahrungen, welche ich hter⸗ über an vielen jungen Leuten, mit denen ich in wissenschaftliche Verbindung kam, gemacht habe, kann