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tatium regendarum scientissimi logicam in gymnasiis colendam arbitrantur, verentes, ne adolescentes, nisi iidem in rebus exerceantur, quae ab oculis remotae cogitatione tantum et mente percipiuntur, ad studia academica minus parati weniant ²¹), quippe
der lebendige Keim, die Idee, aus welcher sich die Gesammtwissenschaft, deren Theil sie ist, entwickelt, gibt ihr ein dem Ganzen gleichartiges Leben und hestimmt ihren geistigen Gehalt.— Liegt nun der Vortrag eines strengwissenschaftlichen Systems überhaupt ausserhalb der Schulgrenzen, und ist die Phi- losophie weder eine mechanische Zusammensetzung(Agtregat), uoch willkürlicher Eklekticismus, sondern, wie das Universum selbst, ein in sich zusammenhängendes und aus der Idee des Geistes sich stätig ent- wickelndes System, in dessen Mittelpuncte auch die Logik und Psychologie erst ihre Bedeutung und Wahrheit finden; so werden letztere so wenig wie andere philosophische Wissenschaften als eine Vor- schule in die Philosophie betrachtet werden dürfen, sondern wie jedes andere lebendige und untrennbare Glied ihres geistigen Organismus von den Gymnasien ausgeschlossen bleiben müssen.“
2¹) Ut RorunnacEn(I. c.) p. 10 sqq.„Man muss mit der Natur und der Wirksamkeit der Seelen- kräfte und mit den allgemeinsten Denkformen bekannt, durch Uebung im Denken mit den Grundlehren der empirischen Psychologie und der Logik vertraut geworden sein, wenn man dem Vortrage über die geschlossenen Fachwissenschaften mit dem rechten Nutzen beiwohnen will.— Der theologische Docent setzt nicht blos in dem systematischen Theile der Theologie, sonderu selbst auf dem exegetischen und dem historischen Gebiete derselbeu philosophische Vorkenntnisse und philosophische Vorübung voraus. Und da angehende Studenten der Theologie gleich mit dem Hören über Exegese den Anfang zu machen pflegen, so wird ihnen ohne jene erfoderlichen Eigenschaften zu Vieles dunkel, verworren, unbegrändet bleiben. Wie sehr aber die systematische Theologie eine philosophische Grundlage voraussetze, wenn sie mit Nutzen vorgetragen werden soll, erhellt vornehmlich daraus, dass man in den gründlichsten und gediegensten Bearbeitungen dieses Theils der Gottesgelahrtheit— wie unsere Zeit deren mebrere aufzu- weisen hat— überall die rationalen Bestandtheile hervorhebt, und nur in und mit denselben gehörige Begründunt erwirken zu können meint. Da, wo von Gott, seinen Eigenschaften, wo von Erlösung durch Christum, von Kirche und ewiger Gemeinschaft jenscits geredet wird; wo man über das Gute, die Pflicht, die Tugend, das höchste Princip des Handelus vorträgt, da hilft dem Zuhörer keine antiquarisch- linguistische und positiv-historische Befähigung aus, auf welche es immer noch manche Gelehrten-Schulen ausschliesslich anzulagen scheinen, gleich als sollten auf Gymnasien nur zukünftige Professoren der Phi- lologie und Literatoren gebildet werden; da ist er an ganz andere Geistesoperationen, als die blos sprach- lichen oder rein historischen, im gewöhnlichen Sinne, gewiesen; da gilt es, Wort und Gedanken in Eins zu ziehen, und mit diesen als Mitteln sich in jedem Augenblicke zu neuen, der individuellen Natür- lichkeit angemessenen Forschungen zu erheben.— Auch der angehende Jurist wird sich gründliche Kenntnisse vom Rechte, im Allgemeinen gedacht, wie von den besonderen Arten desselben, in dem Grade erwerben können, als er durch Ucbung der edelsten Erkenntnisskräfte dazu befähigt ist. Er vornehmlich bedarf eines geklärten und geschärften Urtheilsvermögens, wenn er in den Geist der Gesetze, der Rechts- verhandlungen eindringen will. Kommt es nicht bei ihm, wo es sich um Auwendung gegebener Gesetze auf das praktische Leben handelt, vornehmlich darauf an, dass er sich gewöhnt hat, durch ruhige, beson- nene Erwägung aller durch die Umstände herbeigeführten Einzelheiten dem allgemein ausgesprochenen Gesetze die rechte Deutung auf den abgesonderten Fall zu geben?— Dem zukünftigen Arzte wird ein Schatz aus dem Geschäftsleben aufgegriffener und dureh Amtsthätigkeit gewonnener Erfahrungen aller- dings von wesentlichem Nutzen sein, niemals aber den Mangel einer tiefgeschöpften Grundansicht von dem Wesen des Menschen ersetzen können. Desto geschickter aber und in den meisten Fällen heil- bringender wird er zu wirken vermögen, je mehr er bemüht gewesen ist, die Verkettungen und die Wechselwirkung des siunlich- geistigen Lebens sich zum deutlichen Bewausstscin zu bringen.— Blicken wir nun endlich auf die sogenannte philosophische Facultät hin, indem wir diese im engeren Sinne genommen betrachten, so wird es vor Allem leicht erkennbar sein, dass schon Gymnasien hesondere Vorühung und Anleitung zu einem philosophischen Studium gewähren müssen. Es darf der in abstracto


